Don Giovanni unter Druck
Die Verbreitung der Mozart-Oper als instrumentale Kammermusik im deutschsprachigen Raum bis 1850
- 299 Seiten
- 11 Lesestunden
Wie gestalten sich die Strategien der Aneignung des »Don Giovanni« als Kammermusik? Die Autorin untersucht diese Frage durch multiperspektivische Betrachtungen. Sie analysiert 309 bis 1850 erschienene Kammermusikversionen, die in einer digitalen Online-Tabelle zusammengefasst sind, und bewertet einzelne Ausgaben qualitativ. Dabei werden Schriften von E.T.A. Hoffmann, Ludwig Rellstab und Robert Schumann herangezogen. Der Band liefert innovative Erkenntnisse zur Rezeptionsgeschichte der Oper im 19. Jahrhundert und zeigt, dass die früheste Form der Aneignung durch breite Bevölkerungsschichten die Kammermusik-Bearbeitung war. Die Autorin beleuchtet, wie die Rezeptionsstrategien gestaltet sind, welche Beschaffenheit das gedruckte Notenmaterial hatte und wie es in historischen Periodika und der Literatur bewertet wurde. Durch ihre umfassende Analyse verknüpft sie verschiedene Aspekte der Aneignung und trägt zur Musikforschung bei, indem sie die Wechselwirkungen zwischen den Kammermusikversionen und der zeitgenössischen Rezeption aufzeigt. So entsteht ein vielschichtiges Bild der Aneignung von »Don Giovanni« und dessen Bedeutung für die musikalische Kultur des 19. Jahrhunderts.
