Das Ältere Schulzenrecht in neuem Licht
Prozessrechtliche Entwicklungen in einer mittelalterlichen friesischen Rechtsaufzeichnung
- 372 Seiten
- 14 Lesestunden
Johan T. Hofman studierte Germanistik, Niederlandistik, Altgermanistik und Jura in Groningen und Münster und war Gymnasiallehrer in den Niederlanden. Diese Untersuchung analysiert die prozessualen Rechtsbestimmungen im Älteren Schulzenrecht, einer vielschichtigen und thematisch willkürlichen mittelalterlichen friesischen Rechtsaufzeichnung, die vermutlich über einen längeren Zeitraum verfasst wurde. Die Arbeitsgrundlage bildet eine Textanalyse, die darauf abzielt, die juristische Qualifikation der Tätigkeiten und die Identität der Personen durch einen sprachhistorischen Deutungsvorgang zu klären. Es werden die Gerichtsstruktur sowie das Gerichts- und Beweisverfahren behandelt, gefolgt von einer ausführlichen Skizzierung der unterschiedlichen Gottesurteile. Aufgrund der bemerkenswerten Innovation in der Beweisstruktur und des Wissens einiger friesischer Geistlicher über das gelehrte Recht im frühen 13. Jahrhundert wird die Frage erörtert, ob Elemente des kanonischen Rechts das Ältere Schulzenrecht beeinflussten. Das Inhaltsverzeichnis umfasst Vorwort, Abkürzungsverzeichnis, Einleitung, einen Überblick über die friesische Geschichte, die Datierung des Älteren Schulzenrechts, die am Verfahren beteiligten Personen, die Struktur der Gerichte, das Gerichtsverfahren, das Beweisverfahren, die Ordalien, sowie die Spuren des kanonischen Rechts und eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
