Oratorium und Nation (1914-1945)
Studien zur Politisierung religiöser Musik in Deutschland
- 590 Seiten
- 21 Lesestunden
Das Oratorium stellt eine bedeutende Gattung zur Analyse des Verhältnisses von Religion und Politik in der Musik dar. Die Studie untersucht die Beziehung dieser religiösen Musikform zum deutschen Nationalismus vom Beginn des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Instrumentalisierungen von Musik, wie zur Heldenehrung, zur Bildung einer vorgestellten Gemeinschaft oder zur Anwerbung der Arbeiterschaft. Bei der Analyse der Politisierung des Oratoriums werden vier Perspektiven berücksichtigt: Konfession, Säkularisierung, Erinnerungskultur und Vergemeinschaftung. Damit werden Fragen des Neokonfessionalismus sowie der Säkularisierung und (Re-)Sakralisierung behandelt. Die Studie legt besonderen Wert auf die sozialgeschichtliche Funktion des Oratoriums. Darüber hinaus werden in Form von Fallstudien zu bislang unerforschten Werken auch musikalische Detailanalysen vorgenommen, die das Verhältnis von religiösen und nationalistischen Elementen in den jeweiligen Kompositionen aufzeigen.
