Im Jahr 2013 steht die Ukraine vor einem drohenden Staatsbankrott, der die Führung zwingt, einen Kredit von Russland aufzunehmen und die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens zu verschieben. Dies führt zu Protesten am Maidan, die sich nach einem Gewaltexzess der Sicherheitskräfte zu den größten in der Geschichte entwickeln. Der langanhaltende Konflikt zwischen der Bevölkerung und den willkürlich agierenden Sicherheitskräften wird sichtbar. Während der Kreml mit großzügigen Angeboten und subtiler Erpressung die Krise verschärft, scheitert Janukowytschs Versuch, eine Diktatur zu errichten, am Widerstand seiner eigenen Partei. Der Kreml reagiert, indem er den Geldfluss stoppt. Ein Brandanschlag auf das Gebäude der regierenden Partei löst eine unkontrollierte Gewalteskalation aus. Im Februar 2014 versuchen die EU, Deutschland, Frankreich, Polen und Russland, in Kyjiw zu vermitteln, doch der russische Botschafter zieht den Sondergesandten aus den Verhandlungen ab. Aus einem internen Konflikt wird eine globale Krise. 2022 nennt Putin die gescheiterten Verhandlungen von 2014 als einen der Gründe für den Angriff auf die Ukraine. Hannes Schreiber, Augenzeuge zahlreicher Verhandlungen, bietet eine fesselnde Analyse der politischen Entscheidungen in Kyjiw, Brüssel und Moskau und beleuchtet oft übersehene Zusammenhänge. Kurze Porträts von Politikern und Oligarchen, denen der Autor begegnete, ergänzen die Darstellung.
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