Breite Brust, Gelenke starkknochig wie die eines Füllens, die Haut der Hände lederhart wie der Panzer eines Gürteltieres. Als Kleidung ein einfacher Leibgurt, eine kurze Bluse, die sich über dem beinernen Messergriff bauscht, an dem eine einfache Reitpeitsche hängt. Sein Chiripá ist lang und schleppend, und um den Nacken trägt er ein einfaches schwarzes Halstuch, dessen Enden über die Schultern geworfen werden. Diese Beschreibung erinnert an einen Wildwest-Helden, doch die Pampas haben eigene, unverwechselbare Typen geprägt. Der Roman über das Leben der argentinischen Viehtreiber machte seinen Verfasser berühmt und zählt heute zur Weltliteratur. Er erzählt von den Lehr- und Wanderjahren eines Jungen, der von zu Hause flieht, um wie sein Idol, der berühmte Gaucho Sombra, zu werden. Von zwei zänkischen Tanten brutal erzogen, sehnt er sich nach dem "Paradies der Straße, der Freiheit in den Pampas". Doch das Leben dort ist rau und voller Wechselfälle; Schulkenntnisse sind hier wertlos. Die Arbeit ist selten ehrenvoll, der Sattel hart, und eine Regennacht auf bloßem Rasen kein Vergnügen. Die wahre menschliche Natur, nach der der Junge sucht, zeigt sich bei den bewunderten Gauchos nur selten. Sich zu bewähren ist schwer, und die Freiheit ist unheimlich!
Renata Rocco-Cuzzi Reihenfolge der Bücher

- 1987