Franz Kafka hat den „Brief an den Vater“ im Alter von 36 Jahren, fünf Jahre vor seinem Tode, geschrieben. Er stand damals, im Jahre 1919, auf der Höhe seines literarischen Schaffens. Um so erstaunlicher erscheint es, daß Kafka in diesem Zeitpunkt ausgereifter künstlerischer Produktionsfähigkeit einen solchen „schrecklichen Prozeß“ mit seinem Vater führt in Gestalt eines Riesenbriefes, in dem alle Qualen seiner Kindheit noch ebenso unbewältigt und beklemmend anwesend sind wie ehedem. Kein Wunder, daß sich die psychoanalytische Forschung dieses erstaunlichen „Falles“ Kafka in zahlreichen Abhandlungen und Büchern annahm und auch das gesamte dichterische Schaffen Kafkas unter dem Blickpunkt des sogenannten „Ödipus-Komplexes“ sah, analysierte und aufzuhellen suchte, in ihm den Schlüssel zu allen „Rätseln“ und Dunkelheiten dieser Dichtung der Weltliteratur in Händen zu halten glaubte.
Karen Reppin Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


The Metamorphosis / Die Verwandlung
- 103 Seiten
- 4 Lesestunden
Described by Nobel laureate Elias Canetti as, "one of the few great and perfect works of the poetic imagination," this short fable about a man who wakes up one morning transformed into a giant insect is deeply funny in its tragedy and heartbreaking in its humor.