Berlin, September 1872. Still sitzt sie am Kamin, die Beine übereinander geschlagen, den Blick konzentriert auf ihn gerichtet. Ihr Ruhm hallt durch ganz Europa, doch ihr deutscher Verleger Max Duncker steht ihr zum ersten Mal gegenüber: der gefeierten Autorin, die die Welt als George Eliot kennt. Der rätselhaften Sibylle, die als zu anstößig gilt, um bei respektablen Familien geladen zu werden, und von der doch jedes Wort verschlungen wird. Max mit seinem Hang zum Spiel und zu schönen Frauen ist von seinem Bruder angesetzt, die große Dame zu umgarnen und die Rechte an ihrem neuen Werk zu sichern. Zudem soll er sich mit der Gräfin Sophie von Hahn verloben, Tochter aus vermögendem Hause und glühende Verehrerin der Eliot. Als Sophie auf ein Treffen mit der bewunderten Autorin dringt, das Max ihr jedoch entschieden verwehrt, entspinnt sich ein wahres Dramolett der Eifersucht. Wie in ihrem großen Erfolg »Die Germanistin« beschreibt Patricia Duncker ein obsessives Verhältnis zwischen Autorin und Leserin, erzählt von Begehren und Verfehlung. Ein rachsüchtiges kleines Spiel, hintertrieben von Liebe.
Patricia Duncker Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Patricia Dunckers Schriften befassen sich mit der Komplexität der menschlichen Psyche und zwischenmenschlichen Beziehungen. Ihre Prosa wird für ihren scharfen Intellekt und ihre stilistische Raffinesse gelobt und behandelt oft moralische Dilemmata und existenzielle Fragen. Duncker schafft meisterhaft Charaktere, deren innere Landschaften genauso fesselnd sind wie die äußeren Ereignisse. Ihre Arbeit lädt die Leser ein, über die Natur der Identität und den Sinn der Existenz nachzudenken.






Der Komponist und seine Richterin
- 350 Seiten
- 13 Lesestunden
Ein Sektenselbstmord, ein uraltes ägyptisches Totengebet, ein Komponist mit beunruhigender Strahlkraft, eine Richterin, die ihn nicht aus den Augen lässt: Patricia Duncker hat einen Roman von ungeheurer Sogkraft geschrieben, der uns quer durch Europa führt, die mächtige Bergwelt der Alpen, die Weinberge des Languedoc, Montpellier, Lübeck, London. Verführerisch, doppelbödig - Duncker entspinnt ein Netz vielschichtiger Beziehungen, in dem sie den Leser genussvoll zappeln lässt.
Hallucinating Foucault. Die Germanistin, englische Ausgabe
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
An intricate and self-reflective novel about that most delicate of relationships--meaning the one between writers and readers. The narrator, an anonymous graduate student, sets off on the trail of a French novelist named Paul Michel, who is currently confined to an asylum. Engineering his hero's release, the narrator finds himself enmeshed in a bizarre love triangle, of which the three vertices are himself, the novelist, and the late Michel Foucault. Sex, it seems, can be made safe, but the oddball intimacy of reading cannot.
Die alte Miss Webster gilt in dem englischen Dörfchen Little Blessington als Kuriosum. Eines Abends steht Chérif vor ihrer Tür, der Sohn von Saïda, die Miss Webster auf einer Marokkoreise kennengelernt hat. Er ist zum Studium nach England gekommen, und prompt hat Miss Webster einen Untermieter. Zwischen der knorrigen Dame und dem schüchternen Berber entsteht eine Freundschaft, die von den Nachbarn misstrauisch zur Kenntnis genommen wird: Was geht vor zwischen Miss Webster und dem schönen jungen Mann?
Die schöne Sem fühlt sich von einem unsichtbaren Mann beobachtet, was Erinnerungen an den Mord an ihrer besten Freundin weckt. Trotz der Gefahr lässt sie sich auf ein erotisches Spiel zwischen Voyeurismus und Exhibitionismus ein. Eine Sammlung geheimnisvoller Geschichten, die Spannung erzeugt.
Seven Tales of Sex and Death
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
The seven tales that comprise this collection were written to disturb and provoke. The stories are interwoven and have an edgy tone reminiscent of Edgar Allen Poe at his most dazzling and thought-provoking. They are amoral, vindictive and unforgiving.
Der tödliche Zwischenraum
- 295 Seiten
- 11 Lesestunden
Der achtzehnjährige Toby lebt in einer englischen Kleinstadt, geborgen im Schoß einer ungewöhnlichen Familie, eines kleinen Matriarchats, bestehend aus seiner Mutter Iso, Tante Luce und deren Lebensgefährtin Liberty. In diese Idylle bricht plötzlich mit dem Geliebten der Mutter das männliche Element als existenzielle Ruhestörung ein. Im doppelten Kampf um die Liebe der Mutter und die ihres Geliebten entwickelt sich Toby zum fanatischen Spitzel, der jeden ihrer Schritte überwacht und vor allem alles daran setzt, die wahre Identität Roehms aufzudecken.
The Deadly Space Between
- 283 Seiten
- 10 Lesestunden
Toby Hawk is a solitary boy in a family of Amazons. His mother, only fifteen years older than him, is a painter on the brink of commercial success. His great-aunt is a wealthy textile designer; her partner, Liberty, a barrister. Meanwhile, eighteen-year-old Toby's world remains a small, closed round of school, domesticity and surfing the Net at night. But everything changes when his mother takes up with a fascinating but enigmatic scientist, Roehm. Patricia Duncker's gripping novel is a disturbing tale of Oedipal passion. It is also an eerie psychological ghost story in the European tradition, whose sources - Freud, Faust and Frankenstein - haunt the pages.
Es ist die einschneidendste Erfahrung seines Lebens: Im Sommer 1993 ist der Erzähler, ein Student in Cambridge, mit einem Forschungsprojekt über die Romane des französischen Schriftstellers Paul Michel beschäftigt. Daneben beginnt er eine Liebesbeziehung zu einer ungewöhnlichen jungen Frau, die ihn vom ersten Moment an in eine andere, leidenschaftliche Welt verstrickt, in der Lesen und Begehren eins sind. Angetrieben von ihrer Willensstärke, macht der Erzähler sich auf die Suche nach dem skandalumwitterten Michel, der seit Jahren in einer psychiatrischen Anstalt lebt. Quer durch England und Frankreich und gegen den Widerstand der Institutionen kämpft er sich zu Paul Michel durch; es ist ein Weg voller Grenzüberschreitungen, auf dem er in die glasklare, wahnsinnige Wirklichkeit des Autors eindringt und sich selbst in einen Ausnahmezustand vorarbeitet.



