Marián Gazdík Bücher






Die schöne neue Welt, die Huxley hier beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft 'im Jahre 632 nach Ford', einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen 'formierten' Gesellschaft erscheint jede Art von Individualismus als 'asozial', wird als 'Wilder' betrachtet, wer - wie einer der rebellischen Außenseiter dieses Romans - für sich fordert: 'Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!'
Der Circle
- 559 Seiten
- 20 Lesestunden
Leben in der transparenten Welt des Internets: Dave Eggers präsentiert einen hochspannenden Roman über die Abgründe des Vernetzungswahns. Die 24-jährige Mae Holland ist begeistert von ihrem neuen Job beim „Circle“, einem einflussreichen Internetkonzern in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter vereint. Mit einer einzigen Internetidentität, die Anonymität abschafft, soll das Internet frei von Schmutz und Kriminalität werden. Mae taucht ein in diese neue Welt, geprägt von lichtdurchfluteten Büros, kostenlosen Gourmet-Mahlzeiten und aufregenden Partys. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und propagiert die Idee der totalen Transparenz. Doch eine Begegnung mit einem geheimnisvollen Kollegen verändert ihre Sichtweise. Eggers' packender Roman thematisiert eine erschreckend nahe Zukunft und regt zum Nachdenken über Privatsphäre, Demokratie und Öffentlichkeit an. Der Wunsch, in einer Welt zu leben, die uns manchmal vergisst, wird spürbar. Kritiker loben das Werk als brandaktuell und als realistische Vision, die uns die Gefahren der digitalen Überwachung vor Augen führt.
Der neue Roman Julian Barnes' über eine platonische Liebe und den Tod einer besonderen Frau, der zum Anlass für die tiefere Auseinandersetzung eines Mannes mit Liebe, Freundschaft und Biografie wird. Neil, gescheiterter Schauspieler, Vater und Ehemann, besucht an der Abenduni eine Vorlesung zur Kultur und Zivilisation und ist fasziniert von der stoischen und anspruchsvollen Professorin Elizabeth Finch. Er hat zwar Affären und Liebeleien, doch prägt das Ringen um ihre Anerkennung sein Leben. Auch nach Beendigung des Studiums bleiben die beiden in Kontakt. Als sie stirbt, erbt Neil ihre Bibliothek und Aufzeichnungen - und stürzt sich in ein Studium Julian Apostatas, der für Elizabeth Finch ein Schlüssel zur Bedeutung von Geschichte an sich war: Der römische Kaiser wollte im 4. Jahrhundert das Christentum rückgängig machen. Wer war Julian Apostata? Und was wäre passiert, wenn er nicht so jung gestorben wäre? Der Schlüssel zur Gegenwart liegt nicht selten in der Verhangenheit, das zeigt dieser kenntnisreiche Roman auf unnachahmliche Weise. Das Buch ist eine intelligente Hommage an die Philosophie, ein Ausflug in die Geschichte, eine Einladung, selbst zu denken.
Tichá hudba
- 222 Seiten
- 8 Lesestunden