Famouz
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Famouz. Der gebürtige Holländer Anton Corbijn ging 1979 nach London, um die dortige Musikszene zu photographieren. Heute






Famouz. Der gebürtige Holländer Anton Corbijn ging 1979 nach London, um die dortige Musikszene zu photographieren. Heute
Anton Corbijns neuer Spielfilm ist der Thriller The American mit George Clooney in der Hauptrolle. Die große Hollywood-Produktion kommt im Herbst 2010 in die Kinos. Der Film, nach dem Roman A Very Private Gentleman von Martin Booth, spielt in Schweden und in den Abruzzen. Clooney ist ein Auftragskiller, der sein Leben ändern will und zur grausamen Erkenntnis kommt, dass man vergangene Taten nicht ungeschehen machen kann. In weiteren Hauptrollen spielen Thekla Reuten, Violante Placido, Irina Björklund und Paolo Bonacelli. Die Filmmusik stammt von keinem Geringeren als Herbert Grönemeyer. Regisseur Anton Corbijn, der sein altes Photographenleben keineswegs aufgegeben hat, brachte seine Photokamera täglich mit an den Drehort. In ungestellten, durchweg farbigen Bildern von den Dreharbeiten, begleitet von Corbijns Kommentaren im Tagebuchstil, gewährt es freimütig Einblick in "the making of The American".
Allegro war das zweite von mittlerweile 14 Photobüchern, die der holländische Photograph und Filmemacher Anton Corbijn bisher bei Schirmer/Mosel veröffentlicht hat. Nach Famouz, seinem Erstling von 1989, der ihn und seinen radikal neuen Blick auf die Großen der Pop- und Rockszene praktisch über Nacht weltberühmt gemacht hatte, markierte Allegro zwei Jahre später bereits eine vielversprechende Weiterentwicklung seines photographischen Spektrums: Neben Klassikern in Schwarzweiß – Bono, David Bowie, Miles Davis, Sting, Tom Waits und vielen anderen – enthielt der Band, den wir jetzt als zweisprachige, deutsch-englische Ausgabe neu auflegen, erstmals auch Portraits und experimentelle Arbeiten in Farbe. Seitdem hat Anton Corbijn sein Portrait-Pantheon um die großen Namen aus der Welt der Musik und Kunst, der Literatur und des Films ständig erweitert. Heute zählt er nicht nur zu den wichtigsten Photographen seiner Generation, auch als Regisseur und Produzent mehrerer Kinofilme sorgte er international für Aufsehen, zuletzt mit der John Le Carré-Verfilmung A Most Wanted Man (2014).
Das Hamburger Bucerius Kunst Forum widmet Anton Corbijn (geb. 1955), dem niederländischen Photographen und Filmemacher von Weltrang, im Sommer 2018 eine Ausstellung, die anhand seiner Arbeit an der Schnittstelle von freier und angewandter Photographie der Frage nachspüren will, wann Photographie Kunst wird. Im Mittelpunkt der Schau steht die am stärksten autobiographische Serie des Künstlers, a. somebody, aus dem Jahr 2002, in der er sich in die Rolle verstorbener Rockstars von John Lennon bis Kurt Cobain hineinversetzt (und die auch einige bisher unveröffentlichte Aufnahmen enthält). Daneben stehen mit Cemetery aus den Jahren 1982–83 eine frühe Sequenz von Grabmonumenten und Skulpturen sowie die Ikonen, die Corbijn berühmt gemacht haben: eine Auswahl von 80 Portraits von Bands und Musikern aus 40 Jahren seines photographischen Schaffens. Der Schirmer/Mosel Verlag begleitet die Ausstellung seines langjährigen Autors, die vom 7. Juni bis 16. September 2018 gezeigt wird, mit dem vorliegenden Band, in dem alle ausgestellten Photographien in bewährter erstklassiger Druckqualität reproduziert sind.
Im Gespräch mit Marie-Noel Rio
Als der heute weltbekannte Photograph und Filmemacher Anton Corbjn (geb. 1955) als Teenager darüber sinnierte, wie er der provinziellen Enge seiner Heimat im Süden von Rotterdam entkommen könne, lieh er sich die Kamera seines Vaters, um sich bei einem Rockkonzert einen Platz in der Nähe der Bühne zu sichern – eine Weltkarriere nahm scheinbar unverhofft ihren Anfang. Diese Begebenheit und seinen Werdegang zu dem Photographen der Rock- und Punkmusikszene, zum gefragten Autor von Musikvideos und Buchprojekten sowie zum Spielfilmregisseur schildert Corbijn hier voller Bescheidenheit und noch immer verwundert, wie es scheint, über die Wendungen, die sein Leben genommen hat. Die französische Autorin Marie-Noël Rio (geb. 1943) hatte Corbijn unter Jack Londons Motto „Was mir das Leben bedeutet“ um ein Gespräch gebeten und den Meister der Bilder für ein meisterhaftes Selbstportrait in Worten gewinnen können – authentisch, liebenswert und voller überraschender Entdeckungen. Ein Muss für jeden Corbijn-Fan!
Das Buch zum Film
Am 11. September 2014 feierte der neue Film von Anton Corbijn, ein Spionage- und Agententhriller basierend auf einem Roman von John le Carré, seine Deutschlandpremiere. Corbijn, der niederländische Star-Photograph und Filmemacher, und le Carré, britischer Ex-Agent und Bestseller-Autor, versprechen eine Kombination aus Spannung und psychologischem Tiefgang. In der Hauptrolle glänzt Philip Seymour Hoffman, der kurz vor seinem Tod in diesem Film zu sehen ist. Die Handlung dreht sich um den „Krieg gegen den Terror“, der nach den Anschlägen vom 11. September eine zentrale Rolle spielt. Der Film wurde in Hamburg gedreht und zeigt neben Hoffman auch Rachel McAdams, Willem Dafoe, Robin Wright und Nina Hoss sowie zahlreiche deutsche Schauspieler wie Daniel Brühl und Rainer Bock. Herbert Grönemeyer steuerte nicht nur die Filmmusik bei, sondern übernahm auch eine Rolle. Corbijn verbindet in seinem Film eigene Dokumentaraufnahmen mit einem Buch, das die Dreharbeiten dokumentiert und die Verbindung zwischen „Facts and Fictions“ eindrucksvoll vor dem realen Stadtbild Hamburgs zur Geltung bringt.