Frank Wedekind war ein deutscher Dramatiker, dessen Werke bürgerliche Haltungen, insbesondere in Bezug auf Sexualität, scharf kritisierten. Sein Schaffen, das als Vorwegnahme des Expressionismus gilt, hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung des epischen Theaters. Seine Stücke sind bekannt für ihre provokante und oft naturalistische Darstellung der menschlichen Psyche und gesellschaftlicher Tabus. Wedekind stellte traditionelle Moralvorstellungen in Frage und deckte den Heuchelei seiner Zeit auf.
Bürgerliche Scheinheiligkeit und Prüderie – Wedekind übte besonders in seinen Dramen immer wieder scharfe Kritik am Bürgertum. Und dennoch gehörte er mit seinen entlarvenden Theaterstücken zu den meistgespielten Dramatikern seiner Epoche. Dieser besonders schön gestaltete und hochwertig ausgestattete Band versammelt nicht nur die bekanntesten Dramen Wedekinds, wie zum Beispiel die sogenannten „Lulu-Dramen“ oder „Frühlings Erwachen“, sondern auch zahlreiche Gedichte und Prosastücke. :
InhaltsverzeichnisIlse - Franziska - Frühling - Der blinde Knabe - Konfession - Der Taler - Mein Käthchen - Morgenstimmung - Sommer 1988 - Brigitte B. - Die neue Kommunion - Schicksal - Coralie - Altes Lied - Bajazzo - Das Lied vom armen Kind - Tiefer Friede - Lulu - An einen Hypochonder - Der Zoologe von Berlin - Der Lehrer von Mezzodur - Der Tantenmörder - Auf dem Faulbett - Trost - Wilhelmine - Erdgeist - Auf eigenen Füßen - Donnerwetter - Nach Gellert - Schluß - Liebe - Die Realistin - An mich - Ein politisch Lied - Silvester - Im Heiligen Land - Aus den Böhmischen Wäldern - Des Dichters Klage - Die sechzig Zeilen - Tingel-Tangel - Der Andere - Herr von der Heyde - Parodie und Satire - Die Schriftstellerhymne - Trost - Menschlichkeit - Politische Disticha - Rückblick
Die Erzählungen in diesem Band reflektieren Frank Wedekinds kritische Haltung gegenüber der kleinbürgerlichen Prüderie und der Sexualmoral seiner Zeit. Mit einem einleitenden Essay über Erotik, der die Dominanz des Geistes über den Körper infrage stellt, thematisiert Wedekind die Spannungen zwischen Sexualität und gesellschaftlichen Normen. Die Sammlung bietet einen tiefen Einblick in die provokanten Ideen des Dramatikers, die bereits in seinen bekannten Bühnenstücken wie "Lulu" und "Frühlings Erwachen" zum Ausdruck kamen.
Die kommentierte zweibändige Ausgabe von Frank Wedekind (1864-1918) ermöglicht eine neue Entdeckung seines Werks. Band 1 umfasst Gedichte, Erzählungen und sein dramatisches Frühwerk "Frühlingserwachen", während Band 2 die dramatischen Hauptwerke enthält.
Die Geschichte entfaltet sich um den tragischen Tod der vierundachtzigjährigen Helene Engel, die sich aus dem vierten Stock stürzt. Der Protagonist wird beim Heimkommen von einem Schutzmann aufgehalten, der die Identität des Bewohners überprüfen möchte. Im Hof versammeln sich Nachbarn, die in gedämpften Stimmen über die schockierende Situation diskutieren. Die Erzählung thematisiert die Trauer und die Reaktionen der Gemeinschaft auf den unerwarteten Verlust, während sie gleichzeitig Einblicke in das Leben der Bewohner und ihre zwischenmenschlichen Beziehungen gewährt.
Lulu – nymphomane Kindfrau und Männerphanstasie. Frank Wedekinds Stück wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach seinem Erscheinen postwendend verboten, Menschen als Sexualwesen auf der Bühne waren ein Skandal. Fast 100 Jahre später ist das Drama immer noch Skandal: Allein das Aufführungsplakat des Hamburger Schauspielhauses führte zu einer Anzeige gegen Intendant und Künstler. Wegen Pornographie. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK, und den Beiträgen zu beiden Werken aus der dritten, völlig neu bearbeiteten Auflage von Kindlers Literatur Lexikon.
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Franz Wedekind schildert in dieser Tragödie das Schicksal der Gymnasiasten Melchior und Moritz sowie der 14-jährigen Wendla. Melchior versucht, seinem verunsicherten Freund Moritz mit einer Aufklärungsschrift zu helfen, doch diese verstört Moritz nur noch mehr, was schließlich zu seinem Selbstmord führt. Melchior verliebt sich in Wendla, die von ihm schwanger wird. Ihre Mutter veranlasst eine Abtreibung, die Wendla jedoch nicht überlebt. Als man bei Moritz die Aufklärungsschrift findet, geben die Lehrer Melchior die Schuld an seinem Selbstmord, und er wird von der Schule verwiesen und muss in eine Erziehungsanstalt. Am Grab Wendlas begegnen sich Melchior und der tote Moritz, doch ein „vermummter Herr“ zieht Moritz von Melchior fort, als dieser ermutigt wird, ebenfalls Suizid zu begehen. Wedekind thematisiert lebendig die auch heute relevanten schulischen und sexuellen Probleme Jugendlicher sowie die Folgen unzureichender Aufklärung durch Eltern und Lehrer. Trotz der tragischen Handlung enthält das Stück humorvolle Szenen, wie die karikaturhafte Darstellung der Lehrer. Zeitgenössische Kritiker warfen dem umstrittenen Werk Pornographie vor, was zur Verzögerung seiner Aufführung bis 1912 führte.