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Claude Simon

    10. Oktober 1913 – 6. Juli 2005

    Dieser Literaturnobelpreisträger verbindet meisterhaft die Kreativität eines Dichters und Malers mit einem vertieften Zeitbewusstsein. Seine Romane tauchen mit außergewöhnlicher Sensibilität und visueller Reichhaltigkeit in die menschliche Verfassung ein. Durch seinen einzigartigen Stil fängt er die Essenz der menschlichen Erfahrung und ihr Vergehen der Zeit ein. Seine Werke bieten eine tiefgründige Perspektive auf das Leben, mit künstlerischer Präzision dargestellt.

    Claude Simon
    Das Gras
    Die Trambahn
    Der Palast
    Das Pferd
    Das Seil
    Georgica
    • Die Akazie

      Roman

      • 364 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Frankreich, 1919. Eine Witwe und ihr Sohn suchen auf einem Soldatenfriedhof das Grab ihres gefallenen Mannes. Zwanzig Jahre später wird der Sohn in den Krieg eingezogen und reflektiert über sein Leben: Er war Anarchist, Partisane im Spanischen Bürgerkrieg und schließlich Kavallerist wie sein Vater – stets in Uniform, nie er selbst. Die Angst, ohne wirklich gelebt zu haben, begleitet ihn. Nach mehreren Angriffen gerät er mit den wenigen Überlebenden in deutsche Gefangenschaft. Jahre später, nach seiner Flucht, blickt er auf die Akazie vor seinem Fenster und beginnt, sein Leben aufzuschreiben. In diesem persönlichen Werk erzählt der Autor seine Lebens- und Familiengeschichte und thematisiert das Trauma des Krieges, stellvertretend für seinen Vater und zwei Generationen. Die Schilderungen gehen über eine bloße autobiografische Spurensuche hinaus. Mit sprachlichen Mitteln leistet der Autor Widerstand gegen die Sinnlosigkeit der Gewalt und betont die Bedeutung der Erinnerung für das menschliche Dasein. Seit der Veröffentlichung von Das Gras (1958) gilt er als einer der wichtigsten Vertreter des Nouveau Roman, der die europäische Nachkriegsliteratur nachhaltig prägte. Für seine innovative Kraft wurde er 1985 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

      Die Akazie2017
    • Ein französisches Dragonerregiment bezieht in einer finsteren Regennacht Quartier in einem nordfranzösischen Dorf und wird zum Zeugen des langsamen Sterbens eines verletzten Armeepferdes. In der Agonie des Tieres und in seinen großen Augen spiegelt sich die Apokalypse des Krieges in einer fast intimen Szenerie. Die Soldaten, der Erzähler und Maurice, der Jude, der weiß, was kommen wird, versuchen, in der Dunkelheit der Regennacht ihr eigenes Schicksal zu ergründen. Claude Simons Erzählung von 1958 führt mitten hinein in das thematische Universum des Nobelpreisträgers: das französische Debakel im Zweiten Weltkrieg und das Schicksal des in deutsche Gefangenschaft geratenen Kavalleristen Claude Simon. Eine literarische Trouvaille, in der die wichtigsten Motive und Handlungsstränge aller späteren Romane des Nobelpreisträgers bereits angelegt sind.

      Das Pferd2017
      4,0
    • Le vent

      Tentative de restitution d'un retable baroque

      • 320 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Le Vent se déroule tout entier dans une ville du Midi de la France (Perpignan ?). Antoine Montès, 35 ans, vient d'y arriver pour entrer en possession de l'héritage de son père. Il n'a d'ailleurs jamais connu celui-ci, sa mère, morte aussi, ayant quitté la ville dès avant la naissance de l'enfant. L'héritage se compose principalement de vignes laissées à l'abandon. Le notaire conseille à Montès de vendre ces terres, et lui propose même des acheteurs. Mais, inexplicablement, Montès refuse. A partir de là, toute son attitude apparaît étrange et même scandaleuse à toute la bonne société " du cru. Refusant les beaux partis qui s'offrent, il se compromet avec la bonne de l'hôtel minable où il est descendu, et se trouve finalement mêlé à une sombre histoire de vol et de recel, dont il se tirera d'ailleurs sans dommage, mais sans avoir rien fait pour cela, restant d'un bout à l'autre aussi doucement étranger et pur vis-à-vis de ce monde qu'il apparaîtra scandaleux aux yeux des autres.

      Le vent2013
    • Sein gerade in Frankreich veröffentlichtes jüngstes Werk „Die Trambahn„ ist ein Buch, das die im Schatten des Gedächtnisses ruhenden Erinnerungen befreit und in eine Kindheit im frühen zwanzigsten Jahrhundert zurückführt – nach Perpignan, in die südfranzösischen Sommer- und Herbstmonate des Erzählers. Im Echo auf Marcel Proust wird „Die Trambahn“ Claude Simons zum Gefährt durch die Erinnerung: von der Endstation in der Stadt vor dem Kino mit seinen grell lockenden Plakaten, vorbei an den „Rumpfmännern„, den Kriegsinvaliden auf ihren Wägelchen, und entlang den Villen der Provinzbourgeoisie bis hinunter zum mondänen Badestrand, wo die Tanzmusik spielt. Im Rhythmus der Erinnerung, von Station zu Station, wird eine untergegangene Jahrhundertepoche im minutiös porträtierenden Beschreibungsreichtum der Simonschen Sprache bis in die Gerüche und Düfte genauso lebendig wie die Familiengeschichte – in Gestalt der todkranken Mutter und verbitterten Kriegswitwe. Und wenn der Erzähler von einem kürzlichen Aufenthalt im Transitraum der Notaufnahme in einem Krankenhaus erzählt, dann wird Die Trambahn zu einer Meditation über den menschlichen Lebensweg, die Passage zwischen Geburt und Tod. „Leicht verschwinden ganze Jahresproduktionen neben einem solchen Buch.“ DIE ZEIT über „Geschichte" von Claude Simon

      Die Trambahn2002
      3,0
    • En 1981 sale a la luz Les Géorgiques (Las Geórgicas, 1981) dónde en tres épocas distintas y en períodos de agitación y violencia —la Revolución francesa, la Guerra Civil Española y la Segunda Guerra Mundial— tres personajes viven sucesos y experiencias que parecen superponerse. En este libro el autor vuelve a reflejar su experiencia en el bando republicano de la Guerra Civil Española. Al concederle el Premio Nobel de Literatura en 1985, la Academia Sueca mencionó esta novela como su obra quizá más importante.

      Clásicos Contemporáneos Internacionales - 9: Las Geórgicas1997
    • Georgica

      • 471 Seiten
      • 17 Lesestunden

      In verschiedenen Epochen und in Zeiten des Aufruhrs und der Gewalt durchleben drei Personen Ereignisse, die sich zu wiederholen und zu überlagern scheinen, ebenso wie auf den Seiten des Buches die gleichen Feldarbeiten wiederkehren, die Wechsel der Jahreszeiten, des Regens, der Sonne, der Frühlinge, gleichgültig gegenüber der Tragödie, den familiären und politischen Zerwürfnissen. Die «Georgica» sind die Summe des Simonschen Schaffens, sein Opus magnum, das 1981 erschien — 1985 erhielt er den Nobelpreis.

      Georgica1993
      4,4
    • Claude Simon, geboren am 10. Oktober 1913 auf Madagaskar, gilt als Vertreter des „Nouveau Roman“. Er starb am 6. Juli 2005 in Paris. 1985 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Eva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt am Main geboren, war seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte Literatur und wissenschaftliche Schriften französischsprachiger Autoren ins Deutsche, u. a. von Claude Simon, Jorge Semprún, Marcel Mauss, Mircea Eliade, Gilles Deleuze und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis und dem Paul-Celan-Preis. Eva Moldenhauer verstarb am 22. April 2019.

      Die Akazie1991
      2,5