Die Aufzeichnungen von Josef Breuer über die Behandlung von Bertha Pappenheim bilden die Grundlage für diese Sammlung von Aufsätzen, die 1895 zusammen mit Sigmund Freud veröffentlicht wurde. Freud betrachtet diesen Text als entscheidend für die Entwicklung der Psychoanalyse. Die Ausgabe ist in lesefreundlichem Großdruck und wurde an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Sie bietet Einblicke in Freuds innovative Theorien über sexuelle Konflikte und Traumata, die ihn zu einer zentralen Figur der Psychologie machten.
Josef Breuer Reihenfolge der Bücher
Josef Breuer war ein österreichischer Arzt und Physiologe, dessen Arbeit über Neurosen entscheidende Grundlagen für die Psychoanalyse schuf und ihm Anerkennung als Hauptvorläufer des Fachgebiets einbrachte. Er entdeckte, dass die Veranlassung von Patienten, unangenehme vergangene Erfahrungen unter Hypnose abzurufen, hysterische Symptome lindern konnte, was ihn zu dem Schluss brachte, dass neurotische Symptome aus unbewussten Prozessen entstehen und verschwinden können, sobald sie bewusst gemacht werden. Dieser Ansatz, der als „sprechende Heilung“ bezeichnet wird, war für die frühe Arbeit Sigmund Freuds entscheidend. Über seine psychologischen Erkenntnisse hinaus leistete Breuer auch bedeutende Beiträge zur Physiologie, einschließlich Entdeckungen im Zusammenhang mit dem Atemzyklus und dem Gleichgewichtssinn.






- 2022
- 1909
Studien über Hysterie
- 331 Seiten
- 12 Lesestunden
Die ›Studien über Hysterie‹ (1895) gelten als Ursprung der Psychoanalyse. Obwohl die psychoanalytischen Behandlungsverfahren und die Theorie der Verdrängung zu diesem Zeitpunkt noch nicht entwickelt waren, sind die Anfänge dieser Konzepte in den Studien erkennbar. Durch die sogenannte »kathartische Methode« erlangten die Autoren bahnbrechende Einsichten in den Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und neurotischen Erkrankungen und erkannten das bedeutende Phänomen der Übertragung. Anhand bekannter Krankengeschichten wie Anna O. und Emmy v. N. kann der Leser die Forschungsmethoden der beiden Autoren nachvollziehen. In der Einleitung beschreibt der Hysterie-Forscher Stavros Mentzos, wie sich der Begriff der Hysterie im Laufe der letzten hundert Jahre auf ein spezifisches, ödipal zentriertes Krankheitsbild verengte und dadurch an Relevanz verlor. Mentzos plädiert dafür, »Hysterie« nicht als nosologisches Etikett, sondern als eine Form der Konfliktverarbeitung zu betrachten, die sich in theatralischen unbewussten Inszenierungen äußert. Aus dieser Perspektive zeigt sich die Auffassung von Hysterie in den ›Studien‹ von Breuer und Freud als bemerkenswert modern.