Nicolas Werth beleuchtet ein bislang unbekanntes Kapitel der Stalinismus-Geschichte: die massenhaften Deportationen sogenannter 'sozial schädlicher Elemente' auf die Insel Nasino in Sibirien in den frühen 30er Jahren. Während in Deutschland die Nationalsozialisten an die Macht kommen, ordnet Stalin die 'Säuberung der Städte' an, was die Deportation von tatsächlichen und vermeintlichen Regimegegnern zur Folge hat. Diese Menschen wurden aus russischen Großstädten in die unwirtlichen Regionen Sibiriens gebracht und ihrem Schicksal überlassen. Werth erforscht die grausame Episode dieser 'Säuberungswelle' und schildert die Ereignisse auf der 'Insel der Kannibalen'. Tausende wurden auf Nasino ausgesetzt, wo viele verhungerten, während es zu Menschenjagden und Fällen von Kannibalismus kam. Werth stützt sich auf bisher unbekannte Dokumente aus dem zentralen Archiv des russischen Geheimdienstes, das für Forscher oft unzugänglich ist. In diesem vergessenen Gulag zeigt er eindrucksvoll, wie die stalinistische Utopie einer neuen Gesellschaft in einen vorzivilisatorischen Krieg aller gegen alle mündete. Werth, ein renommierter Historiker und Autor des 'Schwarzbuchs des Kommunismus', bringt Licht in diese dunkle Episode der Geschichte.
Nicolas Werth Bücher
Nicolas Werth ist ein französischer Historiker und ein international anerkannter Experte für die Kommunismusforschung, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Geschichte der Sowjetunion. Seine Arbeit taucht tief in die dunkleren Aspekte totalitärer Regime und deren Auswirkungen auf das menschliche Leben ein. Werth analysiert die Mechanismen von Macht, Propaganda und Repression und deckt die Art und Weise auf, wie totalitäre Staaten Gesellschaften geformt und zerstört haben. Seine Forschung trägt zum Verständnis historischer Traumata bei und dient als warnendes Beispiel gegen ideologische Blindheit.







Aus dem Franz. von Irmela Arnsperger ... Sonderausgabe 1999 987, [32] S. : Ill. ; 23 cm gebundene Ausgabe, Hardcover, Lesebändchen, ohne OSU Buch sehr gut u. sauber, themenbezogener Zeitungsartikel beiliegend
La terreur et le désarroi. Stalin et son systeme
- 614 Seiten
- 22 Lesestunden
Métropole d'une religion de salut temporel, l'URSS de Staline fut un empire, élevé sur les ruines des nations européennes après deux guerres mondiales, et la propagandiste d'un message, apparemment universel, qui fascina des peuples du tiers monde ou des intellectuels, autant qu'il répandit une sorte de terreur partout ailleurs. Nicolas Werth explore les méandres de l'univers soviétique sous Staline. Il montre en quoi le stalinisme, dans la suite logique du léninisme, impose une ligne du parti fixée d'en haut, expérimente une véritable ingénierie sociale et propose aux Soviétiques la vision d'un monde peuplé de forces bonnes - les staliniens - et mauvaises - tous les autres, à noyer dans le sang. Mais cette extraordinaire violence du système ne se nourrit-elle pas d'une frustration permanente à contrôler un corps social éclaté ? Au croisement de l'histoire politique et d'une histoire sociale, cet ouvrage propose une nouvelle manière de penser le stalinisme.
Opilec a květinářka - historie jedné masové vraždy (1937-1938)
- 254 Seiten
- 9 Lesestunden
Historie jedné masové vraždy (1937 - 1938). Nicolas Werth, jeden z nejznámějších odborníků na sovětskou historii, na základě odtajněných dokumentů v archivech sovětského politbyra a NKVD popisuje průběh a mechanismus jednoho z nejstrašnějších státem řízených masakrů obyvatelstva dvacátého století - tzv. Velkého teroru v letech 1937 až 1938. Na základě těchto dokumentů se spoluautor Černé knihy komunismu pouští do zevrubné analýzy masové vraždy, jež zůstávala do značné míry neprobádanou.
Das Schwarzbuch des Kommunismus
- 1001 Seiten
- 36 Lesestunden
Das 'Schwarzbuch des Kommunismus' hat den Blick auf das 20. Jahrhundert tiefgreifend verändert. Von den Autoren minutiös recherchiert, zieht es die grausige Bilanz des Kommunismus, der prägenden Idee unserer Zeit. Mehr als 80 Millionen Tote, so rechnen die Autoren vor, hat die Vision der klassenlosen Gesellschaft gekostet – mehr als der Nationalsozialismus zu verantworten hat. Das Buch hat eine beispiellose Kontroverse ausgelöst, denn es beläßt es nicht bei einer Generalinventur des roten Terrors, es benennt auch Mitwisser und intellektuelle Mittäter im Westen: 'Das Schwarzbuch ist auch eine Unglücksgeschichte jener ›willigen Helfer‹ im Westen, die sich 90 Jahre lang blind und taub machten.' Frankfurter Allgemeine