György DragománReihenfolge der Bücher (Chronologisch)
10. September 1973
György Dragomán ist ein ungarischer Autor, der für seine eindringliche Prosa und seine tiefgründige Auseinandersetzung mit Themen wie Erinnerung, Identität und den anhaltenden Einfluss der Geschichte auf den Einzelnen gefeiert wird. Sein unverwechselbarer literarischer Stil zeichnet sich durch atmosphantische Tiefe und scharfen Einblick in die menschliche Psychologie aus, der die Leser in komplexe Erzählungen einbezieht. Mit seinem Werk befasst sich Dragomán mit der Komplexität von Beziehungen und der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes angesichts von Widrigkeiten. Sein Schreiben bietet ein fesselndes und eindringliches Erlebnis und festigt seinen Ruf als bedeutende Stimme in der zeitgenössischen Literatur.
Hiperrealista noir western, igazi tudatmódosító. Felfokozza az érzékelést, kiélesíti a látást: az olvasó azzá válik, amit átél. Ebből a világból nem lehet könnyen kiszakadni: mindenki sebez és sebződik, büntet és bűnhődik, szabadulni akar, mintha volna szabadulás. Fábián, a világvégi városba vezényelt fiatal mérnök hatalmas ellenfélre talál, szerelmes lesz és életet ment, próbál ellentmondani a rossznak - követi a pusztítás nyomait, miközben maga is pusztít. A küzdelem tétje: lehetséges-e kívül kerülni a történelmen.
Rumänien nach dem Sturz des Diktators. Emma, eine dreizehnjährige Vollwaise, wächst im Internat auf. Ihre Eltern sollen bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein. Eines Tages erscheint eine Unbekannte, die sich als ihre Großmutter ausgibt. Widerstrebend folgt Emma ihr in eine fremde Stadt. In der Schule wird Emma nicht nur gehänselt, sondern auch bedroht, denn ihre Großmutter gilt als Spitzel und Geisteskranke. Tapfer erträgt sie die Peinigungen, zugleich aber wächst das Misstrauen gegen die alte Frau. Als sie sich über das Verbot, den Holzschuppen im Garten zu betreten, hinwegsetzt, macht sie eine verstörende Entdeckung. Die Geschichte, die nun beginnt, zieht Emma den Boden unter den Füßen weg: Stückweise kommt die Wahrheit über ihre Familie ans Licht – und über eine Gesellschaft, in der das gewaltsame Ende vieler ihrer Bürger nie verfolgt wurde. Die mutige Heldin dieses Entwicklungsromans handelt so radikal wie der Protagonist des Weißen Königs. Bei Dragomán sind es die Kinder, die mit ihrem unbestechlichen Sinn für Gerechtigkeit das Netz aus Lüge, Gemeinheit und Brutalität zerreißen. Eine knappe, einfache Sprache steht in spannungsvollem Kontrast zur doppelbödigen Realität und zur Mehrdeutigkeit des Wahrgenommenen. Das Unheimliche, Phantastische ist das Element, in dem Emma nach Klarheit sucht. »György Dragomán ist das herausragende Talent der jungen ungarischen Literatur.« György Konrád
Rumänien im Jahr von Tschernobyl, 1986. Ein Elfjähriger wird Zeuge, wie Beamte des Geheimdiensts seinen Vater abholen. Von Monat zu Monat schwindet die Hoffnung, ihn wiederzusehen. Mit rührender Aufmerksamkeit versucht der Junge, der tapferen, als Jüdin und „Dissidentin“ geächteten Mutter den Vater zu ersetzen, während er ihr die Schikanen in der Schule verschweigt. Er begleitet sie zum „Genossen Botschafter“, von dem sie sich Hilfe erhofft, sinnt auf eigene Wege, um den Vater aus dem Arbeitslager am „Donaukanal“ freizubekommen. Im Turnlehrer, der die Kinder bei Radioaktivitätsalarm zum Fußballspiel zwingt, in den verrohten Jugendlichen, die vor keiner Gewalttat zurückschrecken, in den Bauarbeitern, die behaupten, seinen Vater gesehen zu haben - überall begegnet ihm das zynische Spiel mit Angst und Hoffnung, Erpressung und Verrat. Doch er führt seinen Krieg, wehrt sich gegen die Unmenschlichkeit, und in einem grandiosen Finale kämpft er um seinen Vater - gegen die ganze Welt. Konsequent aus der Sicht eines Kindes schildert György Dragomán die Amoralität einer politisch terrorisierten Gesellschaft. Sein suggestiver Stil nimmt vom ersten Satz an gefangen. Die traumwandlerische Leichtigkeit und Schönheit der Sprache, in der souverän von menschlicher Größe und Niedertracht erzählt wird, machen die Lektüre unvergeßlich.