Gonzalo lebt mit seiner Mutter in einem halbfeudalen Landhaus. Er hat es auf ihren Besitz abgesehen, und als sie tot aufgefunden wird, gerät der Sohn in Verdacht. Der Roman, mit dem Gadda berühmt geworden ist, spielt in Maradagàl, einem fiktiven Land in Südamerika, das aus dem Krieg mit Parapagàl hervorging. Regiert wird es von einer autoritären Wach- und Schließgesellschaft. Wir befinden uns also mitten im faschistischen Italien, von dem Gadda zwar ein ironisch verbrämtes, dafür aber umso schärferes Gesellschaftsbild zeichnet.
Carlo Emilio Gadda Bücher
Carlo Emilio Gadda war ein italienischer Schriftsteller und Dichter, der für seinen meisterhaften Sprachgebrauch bekannt ist. Sein Werk zeichnet sich durch einen innovativen Ansatz aus, bei dem er Elemente aus Dialekten, Fachjargon und Wortspielen in die standardmäßige italienische Prosa einfließen ließ. Als praktizierender Ingenieur hegte Gadda eine komplexe Beziehung zu seinem Beruf, die sich in der Präzision und Detailgenauigkeit seiner literarischen Werke widerspiegelt und Vergleiche mit Autoren wissenschaftlicher Neigung hervorruft. Sein unverwechselbarer Stil, der bürgerliche Werte durch sprachliche Dissonanz kritisiert, macht sein Schreiben einzigartig und provokativ.







Diese neu übersetzten Erzählungen zeigen "den Vater der modernen italienischen Literatur" als ironischen Beobachter einer bürgerlichen Welt, deren Verwicklungen er die Kunst seines 'Makkaroni-Stils' entgegensetzt.
Wenige Jahre vor seinem Tod stimmte Carlo Emilio Gadda (1893 - 1973) der Veröffentlichung seines ersten in den Jahren 1928 und 1929 sorgfältig erarbeiteten, jedoch unvollendet gebliebenen Romans zu. Es ist eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg, deren drei Schlußkapitel der Autor noch geschrieben, aber nicht mehr in das Romanganze integriert hat.
»Fangen Sie mit dem Lesen an einem Tag an, an dem Sie nichts anderes mehr vorhaben«, schrieb Michael Schweizer in der »Kommune«. Was den Kriminalroman von Carlo Emilio Gadda so knatternd vorantreibt, ist nicht nur die berühmte Frage: Wer war’s. Ebenso aufregend wie die Jagd selbst ist der verschlungene Weg zur Auflösung des Schlamassels. Zunächst scheint es nur um einen eher biederen Juwelendiebstahl bei der alten Signora Menegazzi zu gehen. Dann aber geschieht im Goldpalast der Via Merulana 219 ein schrecklicher Mord – in der Wohnung genau gegenüber. Diesmal trifft es die schöne und reiche Signora Liliana. Hinter der Grimasse der Schläfrigkeit ist Kommissar Ingravallo höchst alarmiert: Das Kuddelmuddel muss auseinandergeklaubt werden. Gadda verschafft dem Leser die köstlichsten Divertimenti, nimmt ihn mit in großbürgerliche Wohnungen, in die umliegenden Straßen und Palazzi, ins Kloster und aufs Land. Zur feinen Gesellschaft ebenso wie zu Galgenvögeln, Schiebern, Hundsfotten und Spinatwachteln. Ein reiches Gesellschaftsbild Roms zur Zeit Mussolinis, ein intellektuelles und sprachliches Feuerwerk – üppig, barock, ausschweifend.
Carlo Emilio Gadda beschreibt in "Vier Töchter - und jede eine Königin" seine Mailänder Erlebnisse in lebendigen Skizzen. Das Werk bietet einen Einblick in die Stadt und ihre Menschen durch Gaddas einzigartige Perspektive.



