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Jenny Erpenbeck

    12. März 1967

    Jenny Erpenbeck taucht tief in die psychologische Tiefe ihrer Charaktere ein und erforscht die Komplexität menschlicher Beziehungen. Ihre Prosa zeichnet sich durch präzise Sprache und scharfen Einblick in die menschliche Psyche aus. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf Themen wie Erinnerung, Identität und den Einfluss der Geschichte auf den Einzelnen. Erpenbeck agiert als Erzählerin, die den Leser auf die introspektiven Reisen ihrer Figuren mitnimmt.

    Jenny Erpenbeck
    Dinge, die verschwinden
    Gehen, ging, gegangen
    Tand
    Ein Berliner Weihnachtsmärchen
    Buchners Schulbibliothek der Moderne: Die Geschichte vom alten Kind
    Ein Dorf
    • Ein Dorf

      1950-2022

      • 362 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Dieses Buch ist eine außergewöhnliche Reiseerzählung, die den Leser durch die Zeit führt, während er am gleichen Ort bleibt: dem Dorf Berka in Thüringen. Über 70 Jahre hinweg haben drei Fotografen einer Familie das Dorf von 1950 bis 2022 dokumentiert. Das Projekt, das durch zahlreiche Zufälle entstanden ist, gibt Einblicke in das Leben der Menschen und die Entwicklung des Ortes. Ludwig Schirmer, der Müllermeister von Berka und Amateurfotograf, begann nach dem Zweiten Weltkrieg, das Dorfleben in Bildern festzuhalten. Seine Tochter Ute wuchs dort auf und heiratete 1973 Werner, der später an der HGB Leipzig studierte und 1977/78 sein Diplom über Berka machte. 1997 erhielt Werner einen Auftrag vom STERN, was ihn 1998 erneut nach Berka führte. Nach dem Tod von Ludwig Schirmer im Jahr 2001 entdeckten Ute und Werner in seinem Nachlass wertvolle Abzüge und Negative seiner Berka-Bilder, die sie in ihrer Dunkelkammer bearbeiteten. 2021/2022 portraitierte Ute die Jugendlichen des Dorfes, die zur Zeit von Werners letzten Aufnahmen noch nicht geboren waren. Das analoge, schwarz-weiße Langzeitprojekt wurde 2022/2023 abgeschlossen. Begleitende Texte von Jenny Erpenbeck, Anja Maier, Steffen Mau und Gary Van Zante sowie ein komplexes Layout von Florian Lamm formen eine dichte Erzählung, die große literarische und fotografische Vorbilder reflektiert. 2024 können aufmerksame Betrachter die vielfältigen Bezüge selbst entdecken!

      Ein Dorf
      5,0
    • Ein Mädchen wird gefunden, nachts auf einer Straße, einen leeren Eimer hat es in der Hand. Es ist nicht schön noch häßlich, niemand kennt seinen Namen, niemand weiß, woher es kommt, niemand weiß, wer seine Eltern sind. Niemand, auch das Kind selbst nicht. Also wird es in ein Heim gesteckt und auf eine Schule geschickt. Eine verstörende Aura der Formlosigkeit umgibt dieses Geschöpf; jeder Versuch der Kontaktaufnahme prallt zurück wie ein Ball von der Wand. Nur ganz selten scheint es, als wisse das Kind mehr, als es preisgibt – doch wer versucht, sein Geheimnis zu durchschauen, hat das Gefühl, er blicke in einen blinden Spiegel ...

      Buchners Schulbibliothek der Moderne: Die Geschichte vom alten Kind
      4,3
    • Ein Berliner Weihnachtsmärchen

      • 57 Seiten
      • 2 Lesestunden

      Im Jahr 2035 vermittelt ein Weihnachtsagent in einer Single-Gesellschaft Familienangehörige nach Wunsch. Ein selbsternannter echter Weihnachtsmann gibt ihm ein Ultimatum: Rettet den Geist der Weihnacht oder Weihnachten wird abgeschafft. Fünf Berliner Künstler bringen mit viel Spaß eine rasante, freche und kluge Geschichte.

      Ein Berliner Weihnachtsmärchen
      3,0
    • Tand

      • 116 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Als die junge Regisseurin Jenny Erpenbeck 1999 mit "Geschichte vom alten Kind" ihren ersten Roman vorlegte, ging ein Raunen durch die Feuilletons. Wie schon in diesem furiosen Debüt, ausgezeichnet mit dem aspekte-Literaturpreis, zeigt sich die Autorin auch in ihren Geschichten als Meisterin literarischer Verdichtung. Jenny Erpenbeck erschafft eine verblüffend vielschichtige Prosa, sprachlich präzise und von großer Tiefenschärfe. Ob sie in der Titelgeschichte Szenen aus dem Leben ihrer alternden Großmutter erzählt oder in der preisgekrönten Erzählung "Sibirien" eine aus dem Krieg heimkehrende Frau ihren Mann von der Geliebten zurückerobert - und ihn damit endgültig verliert: Immer sind es die Menschen und ihre komplexen Beziehungen, die im Mittelpunkt stehen.

      Tand
      4,0
    • Gehen, ging, gegangen

      • 351 Seiten
      • 13 Lesestunden

      Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist? Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter? Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist. Jenny Erpenbeck erzählt auf ihre unnachahmliche Weise eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

      Gehen, ging, gegangen
      4,1
    • Was bleibt, ist der Wandel. Irgendwann knallt es, und das Jahr, das ein Jahr lang Gegenwart genannt wurde, verwandelt sich in Vergangenheit. In den kurzen Einträgen geht es um Abschiede von Dingen wie dem Palast der Republik, Sperrmüll, Erinnerungen, Kindergarten und vielen weiteren Aspekten des Lebens. Jenny Erpenbeck nimmt von all diesen Elementen Abschied – manchmal traurig, manchmal mit einer melancholischen Verbeugung, manchmal humorvoll. Das Buch vereint Erinnerungen, Reflexionen und Beobachtungen, die während der Recherchen für ein anderes Werk entstanden sind, jedoch aus verschiedenen Gründen nicht verwendet wurden. Es reicht von berlinerischen O-Tönen über persönliche Erlebnisse bis hin zu einem Spaziergang durchs ehemalige Warschauer Ghetto, das nach dem Ghettoaufstand 1943 verschwunden ist. In diesen kurzen Schlaglichtern erscheinen unterschiedlichste Themen: Berlinisches, Persönliches, Politisches und Philosophisches aus Ost und West. Zusammen ergeben sie ein großes Ganzes – ein Werk über ein sich veränderndes Leben, ein sich veränderndes Deutschland und eine sich verändernde Welt.

      Dinge, die verschwinden
      3,8
    • Aller Tage Abend

      Roman

      • 288 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Das Leben ist die Zeit, die dir bleibt Wie lang wird das Leben des Kindes sein, das gerade geboren wird? Wer sind wir, wenn uns die Stunde schlägt? Wer wird um uns trauern? Jenny Erpenbeck nimmt uns mit auf ihrer Reise durch die vielen Leben, die in einem Leben enthalten sein können. Sie wirft einen scharfen Blick auf die Verzweigungen, an denen sich Grundlegendes entscheidet. Die Hauptfigur ihres Romans stirbt als Kind. Oder doch nicht? Stirbt als Liebende. Oder doch nicht? Stirbt als Verratene. Als Hochgeehrte. Als von allen Vergessene. Oder doch nicht? Meisterhaft und lebendig erzählt Erpenbeck, wie sich, was wir »Schicksal« nennen, als ein unfassbares Zusammenspiel von Kultur- und Zeitgeschichte, von familiären und persönlichen Verstrickungen erweist. Der Zufall aber sitzt bei alldem »in seiner eisernen Stube und rechnet«.

      Aller Tage Abend
      3,8
    • Ein Haus an einem märkischen See, in dem ein ganzes Jahrhundert wütet: Es ist der Schauplatz für fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale, von den Zwanzigerjahren bis heute. Seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Jedem einzelnen Schicksal gibt Jenny Erpenbeck eine eigene literarische Form, jedes entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, seine Tragik, sein Glück. Ein Panorama des letzten Jahrhunderts von beeindruckender Wucht.

      Heimsuchung
      3,8
    • Wörterbuch

      • 112 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Jenny Erpenbeck – international gefeiert und vielfach ausgezeichnet Eine junge Frau erinnert sich an ihre wohlbehütete Kindheit in einem südamerikanischen Land und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur: Die Eltern, die sich so fürsorglich um sie gekümmert haben, sind nicht ihre leiblichen Eltern. Sie sind Teil eines terroristischen Regimes, das auch ihre wahren Eltern umgebracht hat …

      Wörterbuch
      3,5
    • Kairos

      Roman. Ausgezeichnet mit dem International Booker Prize 2024

      »Eine der größten lebenden Erzählerinnen, die (nicht nur) wir haben.« Andreas Platthaus, FAZ Die neunzehnjährige Katharina und Hans, ein verheirateter Mann Mitte fünfzig, begegnen sich Ende der achtziger Jahre in Ostberlin, zufällig, und kommen für die nächsten Jahre nicht voneinander los. Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR und des Umbruchs nach 1989 erzählt Jenny Erpenbeck in ihrer unverwechselbaren Sprache von den Abgründen des Glücks – vom Weg zweier Liebender im Grenzgebiet zwischen Wahrheit und Lüge, von Obsession und Gewalt, Hass und Hoffnung. Alles in ihrem Leben verwandelt sich noch in derselben Sekunde, in der es geschieht, in etwas Verlorenes. Die Grenze ist immer nur ein Augenblick. »Erpenbecks beklemmende Entfaltung einer Amour fou, die mit dem Untergang des Staates synchronisiert wird, entwickelt einen beispiellosen Sog. Es ist ein großer, schöner und grausamer Liebesroman, der zu Recht ausgezeichnet worden ist.« Adam Soboczynski, Die Zeit »Jenny Erpenbeck erzählt in ›Kairos‹ von der existentiellen Verlorenheit einer ganzen Generation.« Maike Albath, Deutschlandfunk ›Büchermarkt‹ »Erpenbeck demonstriert in ›Kairos‹ ihre sprachlichen und literarischen Qualitäten.« Gerrit Bartels, Tagesspiegel

      Kairos
      3,4