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Friedrich Kittler

    12. Juni 1943 – 18. Oktober 2011

    Friedrich Kittler war ein einflussreicher Literaturwissenschaftler und Medientheoretiker, dessen Werk ab den 1980er Jahren die Medientheorie neu definierte. Kittler konzentrierte sich auf die autonome Logik von Technologien und argumentierte, dass Medien keine bloßen Erweiterungen des Menschen seien, sondern einer eigenen Entwicklungslogik folgten. Seine provokanten Thesen, die technologische Bedingungen mit Erkenntnistheorie und Ontologie verbanden, betonten oft, dass das Wesen der Existenz an das Gebundene geknüpft ist, was schaltbar ist. Mit einer Mischung aus Polemik, Gelehrsamkeit und Humor stellte er dar, dass Technologie die grundlegende Basis für menschliches Wissen und Sein bildet.

    Musik und Mathematik
    Draculas Vermächtnis
    Philosophien der Literatur
    Die Wahrheit der technischen Welt
    Austreibung des Geistes aus den Geisteswissenschaften
    Werkausgabe
    • Werkausgabe

      I.B.4 (Zu Lebzeiten Veröffentlichtes | Aufsätze, Artikel, Rezensionen, Miszellen | 1981–1983)

      • 495 Seiten
      • 18 Lesestunden
      Werkausgabe
      5,0
    • Die Wahrheit der technischen Welt

      Essays zur Genealogie der Gegenwart

      • 432 Seiten
      • 16 Lesestunden

      Wenige deutsche Geisteswissenschaftler der letzten 50 Jahre haben die kulturelle Situation unserer Zeit, einschließlich ihrer akademischen Strukturen, so nachhaltig geprägt wie Friedrich Kittler. Seine Schriften trugen entscheidend dazu bei, dass Radios, Grammophone und Computer nicht nur zu einer kulturellen Faszination, sondern auch zum Gegenstand der philosophischen Reflexion geworden sind. Der Band versammelt Abhandlungen Kittlers aus 40 Jahren und zeigt das enorme Spektrum, die Intensität und die singuläre Kreativität seines Denkens.

      Die Wahrheit der technischen Welt
      4,3
    • Philosophien der Literatur

      Berliner Vorlesung 2002

      • 294 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Bei jeder Einführung sollten Sie wissen, was Sie erwarten dürfen. Der Titel deutet auf ›Philosophien der Literatur‹ hin, nicht auf Theorien. Während Theorie eine Präsentation der aktuellen Diskussion über Literatur bieten würde, beziehen sich Philosophien auf historische Denkweisen, die sich mit Dichtung und Literatur befassen. Erwarten Sie daher keine Einführung in Literaturtheorien, sondern eine Langzeitgeschichte von den alten Griechen bis zur Gegenwart. Diese Vorlesung ergänzt Seminare, die oft nur engere Abschnitte der Geschichte behandeln. Für Ihr Studium ist es jedoch entscheidend, sowohl begriffliches als auch sachliches Wissen über die grundlegenden Unterschiede zu erlangen, die die europäische Kulturgeschichte prägen. Diese Unterschiede sollten in klar unterscheidbare Teilsysteme zerlegt werden. Während die Kulturwissenschaft an anderen Universitäten praxisnah und gegenwartsorientiert ist, tragen wir in Berlin das Erbe von 3000 Jahren mit Stolz. Denn, wie Blaise Pascal einst sagte, sehen selbst wir Zwerge auf den Schultern von Riesen weiter als die Riesen.

      Philosophien der Literatur
      4,0
    • Musik und Mathematik

      • 409 Seiten
      • 15 Lesestunden

      Wir möchten euch Musik und Mathematik erzählen: das Schönste nach der Liebe, das Schwerste nach der Treue. Diese beiden Begriffe bilden die Wurzeln von Kunst und Wissen: musikè, die Lust des Singens, Tanzens und Spielens, und mathesis, das Lehren im Allgemeinen sowie Mathematik, das Denken über Zahlen im Besonderen. Bei Homer bedeutet mathein nicht einfach zählen oder rechnen, sondern bezeichnet ein dunkles Wissen, das Helden erst nach Jahren des Erfahrens erlangen. Der alte Spruch von pathein/mathein, leiden und lernen, bleibt in den Ohren der Griechen lebendig. Friedrich Kittlers Lektüren folgen Odysseus und den Sirenen, denen er eine beeindruckende Neudeutung widmet. In den Bänden begegnet er Aphrodite Eros in den Sphärenharmonien Platons und dem Spiel von lógos und phonè bei Aristoteles. Der zweite Band thematisiert das heidnische und christliche Rom, während der dritte Band die Minne und die Liebe behandelt. Der vierte Band schließlich widmet sich der Turing-Galaxis und Heideggers Gestell. Die Inhalte umfassen Themen wie Odysseus’ Leiden und Lernen, die Göttin Kirke, die Entwicklung von Musik von Geräusch zur Fuge und die Verbindung zwischen Singen und Schreiben.

      Musik und Mathematik
      3,8
    • Dieses Buch hat Epoche gemacht und einen grundlegenden Paradigmenwechsel der Literaturwissenschaft eingeleitet. Nicht mehr „das sprachliche Kunstwerk“ bildet deren Gegenstand, sondern Diskurse und Medien, deren Effekte die Texte und Genres sind. Indem die „Aufschreibesysteme“ Diskursanalysen als Mediengeschichte betreiben, geben sie zugleich den Untersuchungen Michel Foucaults eine völlig neue Richtung und der Medientheorie ein neues Fundament.

      Aufschreibesysteme 1800, 1900
      4,0
    • Friedrich Kittlers Kultbuch von 1986 ist eine Theorie der Medien, eine Archäologie von Grammophon, Film und Schreibmaschine, in einer Situation geschrieben, in der die Industrie zur digitalen Standardisierung und Vernetzung sämtlicher Nachrichtenflüsse ausholte. An der Zeit schien ein Blick zurück: "Speichertechnik 1914 bis 1918 hieß festgefahrener Stellungskrieg; Übertragungstechnik mit UKW-Panzerfunk und Radarbildern, der militärischen Parallelentwicklung zum Fernsehen, hieß Totalmobilmachung, Blitzkrieg von 1939 bis 1945. Das größte Computerprogramm heißt SDI. Speichern, berechnen, übertragen. Weltkriege von 1 bis n-, ein Jahrhundert genügte, Leben in eine Allmacht von Schaltkreisen zu überführen.

      Grammophon, Film, Typewriter
      4,1
    • Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft

      2. Auflage

      • 260 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Um der Kulturwissenschaft im Kulturmanagement eine Zukunft zu sichern, ist ein Rückblick auf die eigene Geschichte unerlässlich. Fünf Kapitel verfolgen den zweihundertjährigen Weg von Giambattista Vico bis Martin Heidegger mit kulturwissenschaftlicher Methode. Dabei werden die Gründerhelden der Kulturwissenschaft als Professoren, Beamte und Kolonisten kulturhistorisch eingeordnet. Das erste Kapitel zeigt, wie Vico die Kulturwissenschaft als Gegenpol zur cartesischen Mathematik der Natur etablierte und damit die Geschichtsphilosophie bis zu Herder, Volney und Hegel prägte. Im zweiten Kapitel werden Schriftsteller wie Flaubert und Kulturwissenschaftler wie Victor Hehn vorgestellt, die aus den Überresten des Deutschen Idealismus unser Verständnis von Alltagskultur entwickelten. Das dritte Kapitel widmet sich Nietzsche und der Tragödie eines Denkens, das die kulturwissenschaftliche Historisierung in Philosophie und schließlich in große Politik umwandeln wollte. Die letzten beiden Kapitel beleuchten die Folgen dieser Tragödie im zwanzigsten Jahrhundert, wobei Freuds Psychoanalyse und Frazers Ethnologie für den Versuch stehen, Nietzsches Ideen in empirische Kulturwissenschaften zu überführen. Heideggers Denken hingegen zielt darauf ab, die große Kulturpolitik als Gigantomachie des Seins zu vollenden. Heute wissen wir, dass Kulturen existieren, ohne grundlose Gründe zu haben, was die Kulturwissenschaften unter den Bedingungen von Tec

      Eine Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft
      3,0
    • Musik und Mathematik 2

      • 414 Seiten
      • 15 Lesestunden

      'Wir möchten euch Musik und Mathematik erzählen: das Schönste nach der Liebe, das Schwerste nach der Treue.' Diese beiden Worte, Musik und Mathematik, stehen für die Wurzeln von Kunst und Wissen: musikè, die Lust des Singens, Tanzens, Spielens heißt nach der Muse, die im Herzen alles aufbewahrt und daher davon sagen kann. Aus fast dem selben Ursprung stammt mathesis, das Lehren im Allgemeinen, und Mathematik, das Denken über Zahlen im Besonderen. Unter den wenigen Reimen, die in Griechenohren widerhallen, blieb der alte Spruch von pathein/mathein, leiden und lernen unverloren. Auf 'Aphrodite' und die Welt des Homeros folgen nun 'Eros' und die Polis der Athener. Das misogyne Athen des Euripides, Sokrates und Platon verdrängt Aphrodite (nach Sparta) und huldigt dem Eros, Mathesis trennt sich von Musik und wird zum Flottenbau, aus Nomos, dem archaischen Musikgesetz, wird Numismatik. Timetheos tritt in 'Konzerten', wörtlich also Musikwettkampfspielen, nicht mehr für frische Blumenkränze auf; er singt und spielt für harte Silbermünzen. Wir Sterblichen aber sind blind geworden, als eine Sonne namens Eidos – Sinn, Begriff oder Bedeutung – die Netzhäute verstrahlte von Athen bis Nagasaki. 'Musik und Mathematik', dieser Erinnerung an das homerische Ereignis des griechischen Vokalalphabets, bleibt es auferlegt, Erleuchtungen, die die Göttinnen und Götter sind, vor Platons Höhlengleichnis zu erretten.

      Musik und Mathematik 2
      1,0