Dies ist die Geschichte Jirmijahs aus Anathot, des Propheten Jeremias also, aber es ist zugleich ein Meneteckel, ein Mahnwort gegen alle unverantwortlich herrschende Gewalt. Franz Werfel hat den Roman vom Leben und Leiden des großen Propheten eingebettet in eine Rahmenhandlung aus der Zeit der Entstehung des Romans, 1936, und ihn damit weit über das religiöse Thema hinausgehoben; er hat – der als Imperativ wirkende Titel verdeutlicht das – in einer Zeit totalitärer Herrschaft in Deutschland einen verschlüsselten Aufruf verfaßt, Widerstand zu leisten, aufzubegehren gegen die Staatsgewalt, gegen Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit der Mächtigen.So gesehen wird der Nebukadnezar des Romans leicht mit Adolf Hitler vergleichbar, werden die Leiden Jeremias’ als die der Juden Deutschlands verstanden, wird die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 586 v. Chr. als apokalyptisches Bild für die Zukunft Europas zur Zeit des Nationalsozialismus erkennbar. Werfel reagierte mit diesem Bekenntnis aber auch zugleich auf Vorwürfe gegenüber seiner, des Juden, offen geäußerter Sympathie für das katholische Christentum wie gegenüber der Tatsache, daß er zu den Aktivitäten der neuen Machthaber in Deutschland lange geschwiegen hatte.
Franz Werfel Bücher
Dieser Autor erforscht zentrale Themen wie Glauben, Heldentum und menschliche Brüderlichkeit. Seine Werke befassen sich oft mit historischen Ereignissen und menschlichem Widerstand angesichts von Unterdrückung. Der Stil des Autors zeichnet sich durch starke erzählerische Fähigkeiten und tiefgründige Reflexionen über spirituelle Fragen aus. Sein Schreiben wird als Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen betrachtet.







Keine andere Heiligenlegende im 20. Jahrhundert hat so viel Resonanz gefunden wie Werfels Hohelied auf Bernadette Soubirous, dieses kleine Mädchen vom Lande, dem, wie es hier heißt, die »Dame« erscheint. Werfel zeichnet das Wunder nach, aber mit gleicher Intensität auch den weltlichen wie den kirchlichen Zweifel an einem solchen Geschehen, bis die Kirche es schließlich anerkennt und Bernadette 1933 heiligspricht.»Ich habe es gewagt, das Lied von Bernadette zu singen, obwohl ich kein Katholik bin, sondern Jude. Den Mut zu diesem Unternehmen gab mir ein weit älteres und viel unbewußteres Gelübde. Schon in den Tagen, da ich meine ersten Verse schrieb, hatte ich mir zugeschworen, immer und überall durch meine Schriften zu verherrlichen das göttliche Geheimnis und die menschliche Heiligkeit - des Zeitalters ungeachtet, das sich mit Spott, Ingrimm und Gleichgültigkeit abkehrt von diesen letzten Werten unseres Lebens.«Franz Werfel, Los Angeles, im Mai 1941
Franz Werfels Jahrhundertroman berichtet von den Ereignissen während des Völkermordes an den Armeniern im Jahre 1915. Die Geschichte konzentriert sich auf den Widerstand einer kleinen armenischen Gemeinde, die am Fuße des Berges Musa Dagh lebt.Vor diesem grausamen historischen Hintergrund gestaltet Werfel einen bemerkenswerten Roman epischer Breite und fasst dabei das Unaussprechliche in Worte.
Jeremias. Höret die Stimme
- 555 Seiten
- 20 Lesestunden
Dies ist die Geschichte Jirmijahs aus Anathot, des Propheten Jeremias also, aber es ist zugleich ein Meneteckel, ein Mahnwort gegen alle unverantwortlich herrschende Gewalt. Franz Werfel hat den Roman vom Leben und Leiden des großen Propheten eingebettet in eine Rahmenhandlung aus der Zeit der Entstehung des Romans, 1936, und ihn damit weit über das religiöse Thema hinausgehoben; er hat – der als Imperativ wirkende Titel verdeutlicht das – in einer Zeit totalitärer Herrschaft in Deutschland einen verschlüsselten Aufruf verfaßt, Widerstand zu leisten, aufzubegehren gegen die Staatsgewalt, gegen Selbstsicherheit und Selbstzufriedenheit der Mächtigen.So gesehen wird der Nebukadnezar des Romans leicht mit Adolf Hitler vergleichbar, werden die Leiden Jeremias’ als die der Juden Deutschlands verstanden, wird die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 586 v. Chr. als apokalyptisches Bild für die Zukunft Europas zur Zeit des Nationalsozialismus erkennbar. Werfel reagierte mit diesem Bekenntnis aber auch zugleich auf Vorwürfe gegenüber seiner, des Juden, offen geäußerter Sympathie für das katholische Christentum wie gegenüber der Tatsache, daß er zu den Aktivitäten der neuen Machthaber in Deutschland lange geschwiegen hatte.
Das Geschehen in diesem figurenreichen Roman ist fiktiv. Werfel läßt Giuseppe Verdi 1883 zur Karnevalszeit in Venedig sein, wo sich auch gerade sein künstlerischer Gegenpol Richard Wagner aufhält. Dieser eben war es, der ihn bereits zehn Jahre zuvor in tiefe Schaffenskrise gestürzt hat: Verdi empfindet seine Musik im Gegensatz zu der Wagners als veraltet – der Erfolg Wagners bei der Jugend scheint ihm recht zu geben. Den Antipoden zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu wissen, vertieft Verdis Krise noch: in einem inneren Monolog ruft er sich die eigenen Lebens- und Schaffensstufen zurück, steigert sich in Verzweiflung, fällt in Ohmacht – als er daraus erwacht, ist er entschlossen, Wagner zu treffen, doch dieser ist in der Nacht zuvor gestorben.Diese Haupthandlung wird durch eine Fülle von Nebenfiguren belebt, die alle wichtige Funktionen haben. So machen gerade seine konservativen Verehrer Verdi deutlich, wie unzeitgemäß seine Musik geworden ist; auf der anderen Seite lassen die Aussichten des deutschen Komponisten Fischböck, dessen Kompositionen noch über Wagners Kühnheiten hinausgehen, es ihm fraglich erscheinen, ob in der Zukunft melodische Musik wie seine überhaupt noch Interesse finden wird. Verdi findet Kraft zu sich selbst zurück und entwickelt seinen Altersstil: er schreibt den ›Othello‹.
Gedichte : aus den Jahren 1908-1945
- 218 Seiten
- 8 Lesestunden
Hymnisch besingt Franz Werfel in seinen Gedichten das Leben, anfangs noch im Rausch expressionistischen Wortschwalls und -klangs, dann allmählich immer selbstbewußter werdend, in sympathischer Freiheit und Unabhängigkeit von allen Stil- und Moderichtungen seiner Zeit in gereimten Versen. »Im Deutschen«, bekennt er in einem Gedicht, »müssen sich die Sachen reimen.« (Der Reim) Die Thematik seiner Lyrik entwickelt sich aus die Menschen und die Welt gleichsam umarmenden Anrufungen - »Mein einziger Wunsch ist. Dir, oh Mensch, verwandt zu sein!« (An den Leser) - immer mehr zu offen bekannter Weltfrömmigkeit und Gottesgläubigkeit. Dabei bleibt er stets auf dem realen, gelegentlich deutlich autobiographischen Lebensgrund bis hin zu seiner schweren Krankheit: er litt aufgrund übermäßig starken Rauchens an Herzasthma. So wirken gerade auch seine späten Gedichte bei aller Einfachheit des Tones gedankentief. Sie kreisen um Kindheitserinnerungen und Todesahnung, um Zuneigung und Zärtlichkeitsbedürfnis. Das Vollkommene ist, wie sein Freund Willy Haas gesagt hat, nichts Apriorisches in Werfeis Dichtungen, wie ihm das In-sich-Ruhende, das Von-sich-Überzeugte ja überhaupt immer verdächtig war. Die Spontaneität der Formulierung, der Allsdruck schaffender Unruhe bleiben bei aller Lust und Kunst des Reimes wesentliche Elemente seines lyrischen Werkes.
Der veruntreute Himmel
Die Geschichte einer Magd
Franz Werfel: Der veruntreute Himmel. Die Geschichte einer Magd Erstdruck 1939 unter dem Titel »Der gestohlene Himmel«. Vollständige Neuausgabe. Herausgegeben von Karl-Maria Guth. Berlin 2016. Umschlaggestaltung von Thomas Schultz-Overhage unter Verwendung des Bildes: Vincent van Gogh, Betende Frau, 1883. Gesetzt aus der Minion Pro, 11 pt.
In diesem kurzen Roman beschreibt Werfel den Eintritt einer jungen, anmutigen Frau, Erna, in eine wohlhabende Prager Familie, wo sie sich um den sensiblen und unruhigen Teenager Hugo kümmern muss. Hugo wird schnell von dem Charme der jungen Frau angezogen. Seine doppelte Verliebtheit (in Erna und in ihre idealisierten Liebhaber, mit denen er sich identifiziert) macht ihn zum Komplizen in den flüchtigen Liebesgeschichten der Frau. Doch bald werden die gesellschaftlichen Konventionen wiederhergestellt, und die weiche, geordnete bürgerliche Welt, in der Hugo aufwächst, wird sich um ihn schließen und die schöne, frische, lebhafte und fragwürdige Erna für immer ausschließen.
Karl Duschek steht im Schatten seines dominanten, strengen, unerbittlichen Vaters, der ein äußerst erfolgreicher Offizier der KuK-Monarchie kurz vor Beginn des ersten Weltkrieges ist und eine glänzende Karriere macht. Durch den Druck des Vaters schlägt auch Karl die militärische Laufbahn ein, obwohl er eigentlich eher schüchtern und zurückhaltend ist und sich für Musik interessiert. Er ist innerlich zerrissen: da ist einerseits die Angst vor seinem ehrgeizigen Vater, dessen Strenge so selten väterliche Liebe aufblitzen lässt, und dessen Ehrgeiz er versucht, gerecht zu werden, und andererseits der Wunsch, sich von seinem Vater, der feinen Gesellschaft und der ganzen soldatischen Welt abzuwenden und zu emanzipieren. Schließlich kommt er in Kontakt mit einem aufrüherischen, geheimen Zirkel. Den Verschwörern gehört auch die mysteriöse Sinaïda an, in die sich Karl verliebt. Schließlich kommt die große Gelegenheit: der Besuch des russischen Zaren wird angekündigt, und Karl wird ausersehen, einen tödlichen Anschlag auf ihn zu verüben...
INHALT Die Katze Die Geliebte [I] Die Diener Der Dichter und der Kaiserliche Rat Die Riesin. Ein Augenblick der Seele Revolution der Makulatur Das traurige Lokal Die Stagione Die Erschaffung der Musik Der Tod des Mose Knabentag. Ein Fragment Cabrinowitsch. Ein Tagebuch aus dem Jahre 1915 Bauernstuben. Erinnerung Die andere Seite Geschichte von einem Hundefreund Das Bozener Buch. [Fragment] Die Geliebte [II] Traum von einem alten Mann Blasphemie eines Irren Die Erschaffung des Witzes Theologie. Fragment Skizze zu einem Gedicht. Fragment Begegnung über einer Schlucht. Fragment Der Dschin. Ein Märchen Spielhof. Eine Phantasie Die schwarze Messe. Romanfragment Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig. Eine Novelle
Das Trauerhaus
- 76 Seiten
- 3 Lesestunden
Soubor básní prozaického autora, který silně reflektuje vzpomínky na útlý věk a dospívání, ale také na život, který přišel poté.
Atmosphärisches und Erfahrungen der eigenen Schulzeit im Roman aufzugreifen und auf diese Weise auch vor sich selbst Rechenschaft abzulegen über sein eigenes Verhalten in dieser Lebensphase, wird nicht selten durch die Begegnung mit alten Freunden angeregt. Franz Werfel traf 1926 mit seinen früheren Klassenkameraden Willy Haas und Ernst Deutsch zusammen - das mag Inspirationsmoment für diese ›Geschichte einer Jugendschuld‹ gewesen sein. Die Erlebnisse von damals im Klassenzimmer, auf dem Tennisplatz, bei Gartenfesten, in Nachtcafés, bei spiritistischen Séancen wurden wach und suchten ihren Ausdruck. Vor allem aber die Auseinandersetzung mit dem Individuum. So entwickelte sich im ›Abituriententag‹ aus Abenteuerlust, Freiheitsdrang und übermütiger Unart zunächst ein Kräftemessen Ernst Sebastians, des Erzählers, mit dem intellektuell frühreifen Klassenbesten Franz Adler; aber Eifersucht mischt sich hinein und Neid und lassen Sebastians und seiner Kamera-den Sich-erproben für den psychisch und physisch immer unterlegeneren Adler zu Erniedrigung und Qual werden, um schließlich in ein immer stärker ins Verbrecherische gleitendes Bekämpfen und Verführen zu münden. Ernst Sebastian muß sich jetzt bei einer assoziativen Konfrontation im Bewußtsein seiner Jugendverfehlungen, vor allem seiner Schuld, selbst gestehen: »Meine Aufgabe ist es, mich zu verhören.«
Eine blaßblaue Frauenschrift
- 154 Seiten
- 6 Lesestunden
Leonidas, aus kleinen Verhältnissen zum Sektionschef im Wiener Unterrichtsministerium aufgestiegen - nicht zuletzt durch die Ehe mit der reichsten Erbin der Stadt -, erhält im Herbst 1936 einen Brief von Vera Wormser. Die Tochter eines jüdischen Arztes, mit der er vor 18 Jahren, bald nach seiner Heirat, den ''einzigen echten Liebesrausch im Leben'' erfahren hat, bittet ihn, einem Jungen zu helfen, der im nationalsozialistischen Deutschland nicht länger das Gymnasium besuchen darf.
»Franz Werfels ¿Komödie einer Tragödie¿, wie sich ¿Jacobowsky und der Oberst¿ im Untertitel nennt, ist brillant. Es ist Werfels bestes Drama. Nichts mehr erinnert hier an den einstigen O-Mensch-Lyriker des Expressionismus, hier sprühen Funken, hier mischen sich Satire, Witz, Humor und eine leise, lächelnde Skepsis zu einem faszinierenden Dialog. Zwischen 1941 und 1942, nach einer waghalsigen Flucht des 50-jährigen Werfel durch verschiedene Länder Europas bis nach Amerika, entstand dieses Stück. Es empfing seine Handlung aus den Erlebnissen des Prager Autors und aus den Erzählungen eines Emigranten namens Jacobowicz. Es ist also ein authentisches Drama, ein Zeitstück über das Frankreich von 1940 und ein Dokument für die durch alle Kontinente gehetzten Juden. Doch darüber hinaus zeigt es die Geschichte zweier menschlicher Gegensätze.« ¿Düsseldorfer Nachrichten¿
Die Erzählungen eines herausragenden Fabulierers bieten bildhafte, abenteuerliche und skurrile Einblicke in das alte Österreich. Sie verbinden soziale Verhältnisse mit kritischer Unerbittlichkeit und warmem Mitempfinden, gewürzt mit Situationskomik, satirischem Witz und stilistischer Brillanz. Themen wie Kindheit, Fremdheit und Tod werden behandelt.
Diesen umfangreichen Roman voller Traumvorstellungen, utopischer Phantasien über eine »astromentale« Welt hat Werfel im Frühjahr 1943 begonnen und am 24. August 1945, zwei Tage vor seinem Tod abgeschlossen. In drei Teilen berichtet er darin - nach dem Muster von Dantes ›Göttlicher Komödie‹ - von einer dreitägigen Reise im Jahr 1943 in philosophische Lokationen, in denen die Grenzen von Realität und Fiktion aufgehoben sind: Er bewegt sich in der Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Reisende »F. W.« projiziert unter der Führung seines wiedererstandenen ältesten und besten Freundes »B. H.« den geistigen und den politischen Zustand seiner realen Zeit und Gegenwart 1943 in die Welt der Astromentalen in utopischen Dimensionen. Dabei lernt er die eigene phantastische Vorstellungswelt als Bruchteil des Möglichen zu erkennen: in jenen fernen Zeiten leben die Menschen frei von Schmerz und Krankheit, Alter und Not, aber ohne Musik und Dichtung, jedoch auch ohne Arbeit. Zugleich findet er seine Hypothese aus der realen Gegenwart bestätigt, daß sie dann noch weiter von Gott entfernt sind, daß Hybris und Ranküne, Selbstüberhebung und Zwietracht der herrschenden Kräfte auch diese, die Jahrtausende spätere Welt zerrütten.
Der Titel dieses Buches ist eine Widmung an Franz Werfels Kinderfrau Barbara Simunkova, die als Symbol christlicher Tugendhaftigkeit und „Erweckerin des Feuers“ seiner Erinnerungskraft fungiert. In vier „Lebensfragmenten“ bleibt Barbara, die nur am Anfang und Ende erwähnt wird, eine unsichtbare Begleiterin und das innere Thema des Buches, das Fiktion mit realen Ereignissen verknüpft. Ferdinand R., ein Schiffsarzt, reflektiert während einer Mittelmeerreise über sein Leben. Als früh verwaister Junge wird er nur kurz von Barbara betreut, was ihm jedoch genügt, um sie mystisch als „Wahlmutter“ zu erkennen. Ferdinand besucht die Kadettenschule, wo er Feindseligkeit und Intrigen erlebt, wird vertrieben und landet in einem Priesterseminar. Ein Freund überzeugt ihn, Arzt statt Priester zu werden. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldet er sich freiwillig an die Front. Die Erfahrungen des Krieges und die revolutionären Unruhen in Wien danach werden in einem psychologisch und atmosphärisch brillanten Dokument festgehalten, das den Zerfall der alten Doppelmonarchie beschreibt. Die zentralen Lebensfragmente zeigen Zeitgenossen wie Egon Erwin Kisch in fiktiven Porträts und Parodien. Trotz der fragmentarischen Form ist es Werfels persönlichstes und literarisch virtuosestes Werk.
Geheimnis eines Menschen
- 106 Seiten
- 4 Lesestunden
Der Band enthält drei Erzählungen (Das Haus der Trauer, Die Treppe im Hotel, Die italienische Opernsaison) aus verschiedenen Perioden des Schaffens des Autors. In der ersten wird die heitere Geschichte vom Tod des letzten Besitzers eines der Prager Bordelle vor dem Hintergrund der Zeit nach dem Attentat von Sarajevo im Jahr 1914 erzählt. Die zweite erzählt von einem Mädchen, das ein Liebesabenteuer und Enttäuschungen erlebt und schließlich tragisch von der Tiefe der Hoteltreppe angezogen wird. Der Fragment der letzten Erzählung handelt von einem passiven Menschen in einem militärischen Umfeld.
Der Tod des Kleinbürgers
Werfel, Franz – Klassiker der deutschen Literatur
Die Geschichte handelt von Karl und Marie Fiala. Zusammen mit ihrem Sohn Franzl und Maries Schwester Klara leben sie in einer sehr kleinen und spärlich eingerichteten Wohnung in Wien. Franzl ist Epileptiker, tut sich deshalb im Leben schwer und findet keine Arbeit. Marie möchte, dass Franzl in eine Anstalt kommt, da sie glaubt, dass er in dieser ein leichteres Leben hätte als hier. Karl wehrt sich jedoch strikt dagegen und möchte seinem Sohn selber ein schönes Leben bereiten. Falls also Karl sterben würde, würde Franzl in eine Anstalt kommen. Aus diesem Grund schließt Karl bei seinem Nachbarn Schlesinger, der Versicherungsmann ist, eine Lebensversicherung über 20000 Schilling ab. Diese wird allerdings nur ausbezahlt wenn Karl seinen 65. Geburtstag erreicht bevor er stirbt.
Die Geschwister von Neapel
- 36 Seiten
- 2 Lesestunden
Märchen der Vaterschaft und der Geschwisterliebe nannte Franz Werfel selbst einmal diesen Roman. Die drei Geschwisterpaare Pascarella leben unter dem strengen Gesetz ihres Vaters in der riesigen Stadt Neapel wie in einem eigenen Reich. Dennoch dringt die Aussenwelt in ihr Leben, zwingt die jungen Menschen zu eigener Existenz und seltz sie Verlockungen und Gefahren, Freuden und Leiden aus. Lauro, der zarteste von ihnen, zerbricht an der ungewohnten Freiheit, und am Ende muß der Vater seine tragische Schuld erkennen. Franz Werfel sieht die Geschicke der einzelnen Menschen im großen Zusammenhang geschichtlicher Entwicklung. Im Schicksal dieser einen Familie spiegelt sich erschütternd der Einsturz einer ganzen Welt.
DIE VERSUCHUNG
EIN GESPRÄCH DES DICHTERS MIT DEM ERZENGEL UND LUZIFER
Die beeindruckende Kulisse der Pyramiden in Ägypten bildet den Hintergrund für eine unvergessliche Aufführung von Aida. Der Protagonist beschreibt die majestätische Ankunft und die emotionale Verbindung zu diesem historischen Ort, während die Jahrtausende alte Architektur eine atemberaubende Atmosphäre schafft. Die Erlebnisse und Eindrücke während dieser besonderen Veranstaltung lassen die Verbindung zwischen Kunst und Geschichte lebendig werden.
Zwischen Oben und Unten
- 915 Seiten
- 33 Lesestunden
Realismus und Innerlichkeit Können wir ohne Gottesglauben leben?Von der reinsten Glückseligkeit des MenschenTheologumenaEine Engelsbrücke für AgnostikerVon dem Geheimnis der InkarnationVon der Heiligkeit des EigentumsEiniges Wenige von der SündeAnschauung GottesWas Tatjan, ein Apologet des zweiten Jahrhunderts n. Chr. sagtVon Christus und IsraelProfane Nachträge
INHALT1 Erfolg2 Der Schauspieler. [Fragment]3 Die Bestattung des Beins. Novelle [Fragment]4 Die tanzenden Derwische5 Die Ehe jenseits des Todes. [Erzählung Fragment]6 Pogrom7 Der Tod des Kleinbürgers8 Kleine Verhältnisse
Drei späte Novellen
- 158 Seiten
- 6 Lesestunden
Mit der Vorbereitung Cellas auf ein Konzert beginnt der unvollendete Roman. Werfel hat es bei einem Versuch belassen und nur einen ersten Teil geschrieben, den er ›Die Krankheit zum Leben‹ überschrieb. Im September 1938 begonnen, ist es ein Gegenwartsroman, der am Beispiel des Rechtsanwalts Hans Bodenheim die starke Heimatliebe österreichischer Juden und eine damit verbundene Sorglosigkeit gegenüber politischen Veränderungen und Gefahren dokumentiert. Bodenheim bringt dadurch auch seine christliche Frau und seine musikalisch hochbegabte Tochter in Gefahr. Er selbst wird in Schutzhaft genommen; seine Zellengenossen sind ein Prinz, ein Plünderer und ein Priester; der Pater Ottokar Felix erzählt die später von Werfel losgelöste und veränderte ›Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz‹, vom Rabbiner Aladar Fürst, der das triumphierende Symbol des Nationalsozialismus vernichtet, indem er es zum christlichen Kreuz verändert. Bodenheim wird die Ausreise in die Schweiz ermöglicht. — Den nur skizzierten zweiten Teil wollte Werfel ›Das Brot der Fremde‹ benennen. Er hätte mit jenem Konzert enden sollen, auf das Cella sich zu Beginn des ersten Teils des Romans vorbereitet. Die Musik war als Rahmen eines aus religiösem Grundverständnis heraus geschilderten Schicksals aus der Zeit nationalsozialistischer Gewaltherrschaft gedacht.
Die Entfremdung : Erzählungen
- 214 Seiten
- 8 Lesestunden
Die Entfremdung
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Weissenstein, der Weltverbesserer
- 230 Seiten
- 9 Lesestunden
Inhalt: Die Fürbitterin der Tiere, Aufzeichnungen über eine Legende, Die arge Legende vom gerissenen Galgenstrick, Beim Anblick eines Toten, Anlässlich eines Mauseblicks, Die Schauspielerin, Par l‘amour, Weißenstein der Weltverbesserer, Eine blassblaue Frauenschrift, Manon, Géza de Varsany
Armenier ; Völkermord ; Geschichte 1915 ; Belletristische Darstellung
"Leben heißt, sich mitteilen" : Betrachtungen, Reden, Aphorismen
- 450 Seiten
- 16 Lesestunden
Das Franz Werfel Buch
- 437 Seiten
- 16 Lesestunden
Das Trauerhaus : eine Prager Novelle
- 106 Seiten
- 4 Lesestunden
Unter den unzähligen Darstellungen des vergangenen Pragerischen Lebens ist den Forschern seltsamerweise ein Aspekt entgangen: Prag war nicht nur Universitätsstadt, sondern auch eine der wichtigsten Schulstädte der Habsburger Monarchie. Eine ganze Reihe nachmals weltberühmter Persönlichkeiten drückten in Prag die harten Schulbänke und erfuhren hier jene Ausrichtung, der sie dann später in ihrem Werk Denkmäler setzten. Heinrich Pleticha hat einige der interessantesten Texte zu diesem Thema zusammengetragen (etwa von Fritz Mauthner, Egon Erwin Kisch, Franz Werfel) und den Sammelband mit der ehemals in Hunderttausenden Exemplaren verbreiteten, heute nur einem schmalen Fachkreis vertrauten Meyeriade des späteren Philosophen Oskar Kraus gekrönt.
Lyrik unterwegs
- 348 Seiten
- 13 Lesestunden
Lyrik unterwegs in Bussen und Bahnen der SSB Zum 25. Geburtstag von „Lyrik unterwegs“ erscheint die 4. erweiterte Auflage dieser Lyrik-Anthologie. Insgesamt 346 Gedichte von mehr als 100 Dichterinnen und Dichtern sind nun wieder in einem Gedichtband vereint und erfreuen die Herzen aller Poesiefreunde. Lyrik unterwegs - herausgegeben von der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB)
Einander
Oden, Lieder, Gestalten
Grenzgänge - Ein Lesebuch
- 523 Seiten
- 19 Lesestunden
Hans Rudolf Hiltys Anthologie beleuchtet die Schweiz der 30er Jahre und des Zweiten Weltkriegs durch Texte von Schweizer und internationalen Autoren, die als Emigranten oder Flüchtlinge lebten. Sie thematisiert die gesellschaftlichen Herausforderungen, die europäische Schicksale und die Nachkriegsveränderungen. Ein eindrucksvolles Zeitzeugnis.
Gesammelte Werke in Einzelbänden: Cella oder Die Überwinder
Versuch eines Romans - Taschenbuch-Ausgabe
- 317 Seiten
- 12 Lesestunden
Historický román nemeckého autora opisuje osudy malého arménskeho národa, žijúceho na území Turecka, ktorý chceli Turci začiatkom tohto storočia brutálne vyhubiť. Štyridsať dní sa hrdinsky bráni päťtisíc Arméncov na hore Musa Daghu proti presile zúrivých Turkov. Dielo je vysoko umelecké,plné objektívnosti a humanistického zápalu za osud mladého národa. 2. svazky.
Hrozná legenda o přetržené oprátce
- 45 Seiten
- 2 Lesestunden
Typicky "werfelovský" příběh o spravedlnosti, zločinu a trestu a jejich možných absurdních rovin.
Držíce v drzých držkách cigarety
- 184 Seiten
- 7 Lesestunden
Výbor Držíce v drzých držkách cigarety představuje poezii expresionismu, moderního uměleckého směru, který se v nejčistší podobě projevil v Německu a Rakousku v letech 1910–1920. Tento směr odráží životní postoj generace konfrontované s rychlým rozvojem Berlína, jeho továrnami, automobily, biografy a rušným nočním životem. V atmosféře očekávání vznikaly apokalyptické vize Georga Heyma, grotesky Jakoba van Hoddise a Alfreda Lichtensteina, stejně jako šokující básně-pitevní protokoly Gottfrieda Benna. Expresionistické desetiletí přineslo množství literárních talentů a rozmanitou literární produkci, jejíž část nyní představujeme českému čtenáři. Antologie se zaměřuje na raný velkoměstský expresionismus a na autory, kteří si zaslouží samostatné výbory v češtině. Druhá část přináší nejznámější a nejpozoruhodnější básně, které toto hnutí obohatilo o významné tematické okruhy. Mezi autory patří Jakob Van Hoddis, Georg Heym, Alfred Lichtenstein, Gottfried Benn a další významné osobnosti, které formovaly expresionistickou poezii.
Mezi nebem a zemí
- 196 Seiten
- 7 Lesestunden
Autor je Žid, věřící v Ježíše Krista. Přesto zůstává nepokřtěným Židem. Pro toto své počínání může uvést více důvodů. První důvod: autor věří, že pokud by Izrael jako národ a náboženství zmizel ze světa, přestal by existovat konkrétní svědek biblického zjevení, a tím by základ zvěstování poklesl na úroveň pouhého mýtu, podobného mýtu o řeckých nebo germánských bozích. Druhý důvod: Izrael prožívá chvíle nejtěžšího pronásledování. Autorovi je proti mysli opouštět tento zástup pronásledovaných. Třetí důvod: církev, která si říká ,nový Izrael‘, nebyla v minulosti a přítomnosti vůči starému Izraeli, jeho obdarování a jeho poslání, zcela spravedlivá. Dokud ještě existují antisemitští křesťané, bude pokřtěný Žid ne zcela radostným a poněkud dotěrným zjevem. Množí se však nadějné náznaky, že se konečně počíná objevovat na obou stranách hlubší porozumění tomu tajemství, které se vznáší mezi starým a novým Izraelem.






































































