Jackson Pollock (1912–1956), der Rebell und tragische Held des Abstrakten Expressionismus, wurde bereits zu Lebzeiten mythologisiert. Als „Hemingway der Malerei“ bot er alles, was man von einem Genie erwarten kann: Trunksucht, Rowdytum, Größenwahn, Depressionen und einen frühen Tod in einem Autocrash. Mit seinen abstrakten „Drip Paintings“ eröffnete er ein neues Kapitel der modernen Kunst. Zu Beginn seiner Karriere arbeitete er figurativ und ließ sich von Surrealisten und mexikanischer Wandmalerei inspirieren, fand jedoch in den späten 1940ern zu einem weltberühmten Stil. Als prominentester Vertreter des „Action Painting“ wandte er sich konventionellen Techniken ab und schuf abstrakte Gewebe, indem er Industriefarben mit Stöcken oder Pinseln auf die Leinwand spritzte oder tropfen ließ. Diese Gewebe aus Schlieren, Schwüngen und Tropfen spiegelten seinen Bewegungsduktus wider. Um zu verhindern, dass Betrachter nach Figürlichem suchten, gab Pollock seinen Werken zeitweise keine Titel, sondern nur Nummern. Trotz seines Erfolgs kämpfte er mit existenziellen Krisen, die sein kurzes Leben überschatteten und zur Legendenbildung beitrugen. Diese Einführung in sein revolutionäres Werk erzählt auch von der medialen Inszenierung, die der Fantasie von Genie und Wahnsinn folgt.
Leonhard Emmerling Bücher






Die New Yorker Ikone der 1980er, Jean-Michel Basquiat (1960-1988), signierte seine Werke zunächst mit dem Graffiti-Tag SAMO, bevor er zum Atelierkünstler und mit 20 Jahren weltberühmt wurde. Obwohl seine Karriere kaum ein Jahrzehnt dauerte, ist er nach wie vor als sozialkritische Künstlerstimme eine Kultfigur und gilt als Vorreiter in der Vermittlung zwischen Graffiti und Galeriekunst . Basquiat schöpfte aus verschiedenen Quellen und schuf mit unterschiedlichen Medien eine originelle und dringliche Kunst, die sich mit beißender Kritik gegen Machtstrukturen und Rassismus wandte. In seinen Arbeiten vermischen sich Abstraktion und figürliches Malen, Poesie und Malerei; zu seinen Einflüssen zählen griechische, römische und afrikanische Kunst, französische Lyrik, Jazz und die Werke zeitgenössischer Künstler wie Andy Warhol und Cy Twombly. Daraus entstand ein leidenschaftlicher Mix aus Wörtern, afrikanischen Emblemen, Comicfiguren, leuchtenden Farbklecksen und mehr. Dieses Buch führt ein in Basquiats kurze, aber produktive Karriere, seinen einzigartigen Stil und seine Auseinandersetzung mit den bis heute relevanten Themen Integration und Ausgrenzung, Armut und Wohlstand.
Idioten
Eine Kulturgeschichte des Homo Nullus
A tragic icon of Abstract Expressionism, Jackson Pollock (1912-1956) took influences from Picasso and Mexican surrealism and developed his own way of seeing, interpreting, and expressing. Though his name inevitably conjures up images of the drip paintings for which he is most famous, this technique was only developed midway through his career.
Jean-Michel Basquiat : 1960-1988 : the explosive force of the streets
- 96 Seiten
- 4 Lesestunden
From the streets of New York to the walls of its most prominent galleries, follow the short, prolific, and politicized career of Jean-Michel Basquiat, a cult figure of artistic social commentary. This introduction explores how the young trailblazer drew from inspirations as varied as Greek, Roman, and African art, along with French poetry and...