Die erste grosse und umfassende Biographie Gerhard Schröder polarisiert. Ganz gleich ob er als Juso-Vorsitzender die eigene Truppe aufmischt, als junger Bundestagsabgeordneter den politischen Gegner in Wallung bringt, als Rechtsanwalt Außenseiter verteidigt oder als Ministerpräsident den Alleingang zur Perfektion entwickelt – der vorwärtstürmende Aufsteiger aus randständigem Milieu hat immer provoziert. Als Bundeskanzler und SPD-Vorsitzender verweigert er den USA die Gefolgschaft im Irakkrieg, mit seiner Agenda-2010-Reformpolitik riskiert er die Kanzlerschaft, und auch als umtriebiger Wirtschaftsberater und Putin-Freund trotzt er aller Kritik. Der »vielfach bewährte Biograph Gregor Schöllgen« (FAZ) hatte uneingeschränkten Zugang zu sämtlichen Papieren Gerhard Schröders und sprach mit vielen Weggefährten – Freunden und Verwandten, Gegnern und Rivalen, Förderern und Neidern, Opfern und Bezwingern –, die sich ungewohnt offen äußerten. Schöllgen gelingt so die erste große und Maßstab setzende Biographie dieser ungewöhnlichen Politikerpersönlichkeit. Ausstattung: mit Abbildungen
Gregor Schöllgen Bücher






Deutsche Außenpolitik 1
- 352 Seiten
- 13 Lesestunden
Seit dem Wiener Kongress von 1815 gibt es die „deutsche Frage“. Es ist die Frage nach der staatlichen Organisation des deutschsprachigen Raumes in Mitteleuropa. In seiner zweibändigen Geschichte der deutschen Außenpolitik folgt Gregor Schöllgen dem schwierigen Weg Deutschlands von einem passiven Ordnungsfaktor im europäischen Staatensystem zu einem souveränen und integrierten Nationalstaat in der globalisierten Welt. Das 1871 gegründete Deutsche Reich, so sein Befund, war stark und schwach zugleich. Es war zu stark für das Gleichgewicht der Kräfte in Europa – und zu schwach, um dieses Europa von seiner deutschen Mitte aus dominieren zu können. Der dennoch immer wieder unternommene Versuch, dieser halbhegemonialen Stellung zu entkommen, mündete in die Katastrophe zweier Weltkriege. Die Teilung Deutschlands war die Folge. Dass die Deutschen diese akzeptierten, war die Voraussetzung für die neuerliche Vereinigung ihres Landes. Die beiden Bände verfolgen diesen Weg über beinahe zwei Jahrhunderte im Spiegel der Außenpolitik des Deutschen Bundes und des Kaiserlichen Deutschland, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches, des geteilten und des wieder vereinigten Deutschland.
»Der Westen hatte seine Zeit. Sie war gut. Sie war politisch erfolgreich. Aber sie ist vorbei.« Der Historiker Gregor Schöllgen und Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder mit einem thesenstarken Appell Der Westen liegt im Koma. Paralysiert und apathisch verfolgen Europäer und Amerikaner die weltweite epidemische Zunahme von Krisen, Kriegen und Konflikten aller Art. Das hat seinen Grund: Die Staaten der westlichen Welt, die es so gar nicht mehr gibt, sitzen in überlebten Strukturen fest und bekommen jetzt die Quittung für die Fehler der Vergangenheit. Die Folgen sind fatal. Gregor Schöllgen und Gerhard Schröder fragen, wie es dahin kommen konnte. Und sie sagen, wie es weitergehen muss. Mit Europa und der NATO, mit Russland und mit China, mit den Staaten der südlichen Halbkugel und nicht zuletzt mit Deutschlands Rolle in der Welt. Das Buch verbindet den analytischen Blick des Historikers mit dem gestaltenden Zugriff des Politikers. Es ist das Ergebnis eines Gesprächs, das die beiden seit vielen Jahren führen. »Der Westen hatte seine Zeit. Sie war gut. Sie war politisch erfolgreich. Aber sie ist vorbei.« Krisen, Kriege, Konflikte: Warum der Westen jetzt die Quittung für die Fehler der Vergangenheit bekommt
Die Konflikte der letzten 100 Jahre – wie sie entstanden, wie sie miteinander zusammenhängen, wie sie weiterwirken Wer die komplexe und konfliktreiche Gegenwart begreifen will, muss die Vergangenheit verstehen. Die Geschichte der letzten 100 Jahre ist die Geschichte miteinander verbundener, weltumspannender Kriege. Der namhafte Historiker Gregor Schöllgen schildert anschaulich die wichtigsten Konflikte und Konfliktlinien, die das Geschehen auf der Welt bis heute bestimmen. Ausgehend von der Russischen Revolution 1917, die die Grundlage für die globalen Auseinandersetzungen der folgenden Jahrzehnte legte, beschreibt er die vielfältigen Gesichter des Krieges: Revisionen und Interventionen, Raub und Annexion, Säuberung und Vernichtung, Flucht und Vertreibung bis in unsere Tage. Zeitweilig fror der Kalte Krieg die alten Konflikte der nördlichen Halbkugel ein, die Kriege fanden anderswo statt. Damit ist es vorbei. Kriegerische Auseinandersetzungen sind uns allen wieder näher gerückt.
Gustav Schickedanz
- 464 Seiten
- 17 Lesestunden
Jahrzehntelang war der Quelle-Katalog eine Institution in deutschen Haushalten und prägte entscheidend den Geschmack und die Alltagskultur im Wirtschaftswunderland. Gregor Schöllgen, ein renommierter Kenner deutscher Unternehmerfamilien, präsentiert die erste umfassende Biographie des Quelle-Gründers Gustav Schickedanz. Auf Basis bislang unzugänglicher Informationen beschreibt er die Anfänge des Versandhauses in den 1920er Jahren und den Aufbau eines Industrieimperiums, das Schickedanz in den 1930er Jahren neben dem Versandhandel etablierte. Nach dem Krieg wurde ihm vorgeworfen, von Arisierungen profitiert zu haben. Obwohl sich diese Vorwürfe als unhaltbar herausstellten, zeigt Schöllgen exemplarisch die Grauzonen auf, in denen Unternehmen in einer Diktatur agieren müssen. Die Zeit des Wirtschaftswunders und der Konsumgesellschaft führte zu einem beispiellosen Aufschwung für Quelle, dessen Erfolg laut Schöllgen ohne das unternehmerische Genie Schickedanz' keine Zukunft gehabt hätte. Schöllgens Werk bietet eine faszinierende und differenzierte Darstellung eines zentralen Kapitels der deutschen Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Jenseits von Hitler
- 399 Seiten
- 14 Lesestunden
Gregor Schöllgen, einer der profiliertesten Zeithistoriker Deutschlands, wagt sich an einen neuen Blick auf die deutsche Geschichte seit Bismarck. Bewußt verzichtet er darauf, Hitler, das Dritte Reich und die bis heute alles überlagernden Schlüsseldaten 1933 und 1945 ins Zentrum der Darstellung zu rücken. Schöllgen zeigt vielmehr die übergreifenden machtpolitischen Konstellationen, die Deutschlands Schicksal im 20. Jahrhundert geprägt haben - jenseits von Hitler. Das Dritte Reich wird in das Kontinuum deutscher Geschichte zurückgeführt, längerfristige Traditionslinien werden sichtbar gemacht. Souverän markiert Schöllgen Zäsuren, die in herkömmlicher Sichtweise oft vernachlässigt werden, obwohl sie Schlüsseldaten unserer jüngeren Vergangenheit sind. So eröffnet er neue Perspektiven und damit neue Einsichten in die deutsche Geschichte vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Geschichtsschreibung, wie man sie sich wünscht: fesselnd, kompakt, lehrreich.
Sieben Kanzler haben das politische Leben der Bundesrepublik maßgeblich geprägt. Konrad Adenauer, geboren in den Gründerjahren des Kaiserreichs, etablierte in vierzehn Jahren die „Kanzlerdemokratie“, in der Entscheidungen und Befugnisse auf den Bundeskanzler konzentriert sind. Widerwillig übergab er 1963 das Amt an Ludwig Erhard, den erfolgreichen Wirtschaftsminister, der jedoch als Kanzler scheiterte und drei Jahre später während einer Wirtschaftskrise zurücktreten musste. Kurt-Georg Kiesinger, sein Nachfolger, moderierte eher als dass er regierte, doch die drei Jahre der Großen Koalition von CDU und SPD führten zu einem Umbruch, der Willy Brandt drei Jahre später zu einem knappen Wahlsieg verhalf. Mit dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ begann seine visionäre Regierung, die durch die Ostpolitik geprägt wurde. Helmut Schmidt, sein langjähriger Konkurrent, folgte ihm und regierte nüchtern und effizient. 1982 übernahm Helmut Kohl, dessen Bodenständigkeit sich in Bedeutsamkeit verwandelte und der über sechzehn Jahre hinweg die Bundesrepublik politisch verkörperte. Gerhard Schröder trat 1998 an, siegte und suchte fortan als Bundeskanzler nach seiner Unverwechselbarkeit.
Luft-Brücken : Amerika und die Deutschen
- 299 Seiten
- 11 Lesestunden
Selten ist das Urteil der Deutschen über ein anderes Land so voreilig und so pauschal wie das über die USA. Selten hält es der Nachfrage so wenig stand. Amerika und die Deutschen - eines der großen Themen der Vergangenheit, der Gegenwart und gewiss auch der Zukunft: Sie waren Feinde und sie wurden zu Freunden. Sie waren Konkurrenten auf einem hart umkämpften Weltmarkt und Partner in einer globalen Konfrontation. Die einen führten Regie, die anderen hatten sich zu fügen. Die einen bekamen ihren Brückenkopf in Europa, für die anderen gab es Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. So zogen sie, aufeinander angewiesen, durch die Eiszeiten und Tauwetterperioden des Kalten Krieges, bis der Zusammenbruch der alten Weltordnung auch das Fundament ihrer Partnerschaft untergrub. Seither sind beide auf der Suche - nach sich selbst und nach dem anderen. Die beiden Amerika-Kenner Peter Kloeppel und Gregor Schöllgen beleuchten eindrucksvoll und lebendig die historische Entwicklung, Gegenwart und Zukunft der Beziehung.
Die fünfzigjährige Geschichte der westdeutschen Außenpolitik von der Gründung der Bundesrepublik bis zur Einführung des EURO und den Erweiterungen von NATO und Europäischer Union steht im Zentrum dieser Einführung. Gregor Schöllgen, einer der besten Kenner der Geschichte der internationalen Beziehungen, beleuchtet darin die Sicherheits- und Verteidigungspolitik und fragt nach den Grundzügen der Außenwirtschafts- und Währungspolitik; er berichtet von der europäischen Integration, den transatlantischen Beziehungen und vom Verhältnis der Bundesrepublik zu den Staaten der Dritten Welt; und er sagt, welche Persönlichkeiten der deutschen Außenpolitik seit 1949 ihren Stempel aufgedrückt haben.



