Angeregt durch den Selbstmord der Opernsängerin Eulalia Kadmina auf offener Bühne schrieb Turgenev seine letzte und berühmteste Novelle »Klara Milic«. Der sensible Jakov Aratov hatte die Sängerin kurz vor ihrem Selbstmord kennengelernt. Nun bleibt ihm nur noch eine Photographie, die eine immer größere Faszination auf ihn ausübt. »Auch Das Lied der triumphierenden Liebe« erzählt von der magischen Macht der Liebe. Die schöne Valeria erliegt in einer traumartigen Trance der orientalischen Verführungskunst des Musikers Muzio. Als Valerias Mann Fabio das Geheimnis entdeckt, kommt es zur Tragödie.
Dorothea Trottenberg Bücher





In zwei Kurzromanen gibt Iwan Bunin Einblick in das russische Landleben nach der gescheiterten Revolution von 1905. Das Leben ist trist, die Behausungen armselig, die Gewalttätigkeit grausam. ›Das Dorf‹ erzählt von zwei ungleichen Brüdern: Tichon bleibt auf dem Gut Durnowo, wo die Vorfahren gedient hatten, findet aber keinen Weg aus dem düsteren Provinzleben. Sein Bruder sucht das Glück in der Stadt, findet aber nichts als Alkohol und kehrt schließlich zu Tichon aufs Land zurück. In ›Suchodol‹ liebt die Magd Natalja ihren Herren, erfährt aber nur Demütigung. In der Vergewaltigung durch einen Landstreicher sieht sie die gerechte Strafe für ihre unrechten Gefühle. Schonungslos schildert Bunin den Niedergang des Landadels und die elende Verarmung der Bauern nach 1905.
Die rote Pyramide : Erzählungen
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
In »Die rote Pyramide« versammelt Vladimir Sorokin, einer der bedeutendsten zeitgenössischen russischen Schriftsteller, neun Erzählungen, die auf unnachahmliche Weise das Leben im postkommunistischen Russland beleuchten. Diese Geschichten reflektieren eine durch den Verfall der Sowjetunion deformierte Gesellschaft. In der Titelgeschichte erlebt der junge Jura eine prägende Vision, die ihn lebenslang begleitet. Politische Themen werden in »Lila Schwäne« behandelt, wo russische Atomsprengköpfe in Zuckerhüte verwandelt werden und ein wundertätiger Religionsgelehrter um Hilfe gebeten wird. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen im Fokus, wie in »Der Fingernagel«, wo ein Abendessen unter Freunden aufgrund von Toilettenpapiermangel chaotisch verläuft. Sorokin gelingt es, aus diesen scheinbar unabhängigen Geschichten ein harmonisches Ganzes zu schaffen. Die Komposition ist strukturiert und ausgewogen, was seine Meisterschaft in der kleinen Form und in verschiedenen stilistischen Mitteln unterstreicht. Er bietet den Leser*innen einen eindringlichen Blick auf Russlands Gegenwart und Vergangenheit, die untrennbar miteinander verbunden sind.
Die Figur des Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen – auch bekannt als Lügenbaron – und seine phantastischen Geschichten faszinieren seit Jahrhunderten. Sofort denken wir an den berühmten Ritt auf der Kanonenkugel oder an seine Wunderbaren Reisen zu Wasser und zu Lande von 1738, die ihn auch nach Russland führen.Sigismund Krzyzanowski erlaubt sich seine eigenen Freiheiten mit dem Baron. In seinem phantastischen Roman, der in den 1920er Jahren in Berlin, London und Moskau spielt, erzählt er von der Rückkehr Münchhausens.Der 200 Jahre alte Baron und selbsternannte Philosoph fällt vom Zeiger der Zeit direkt in die Bibliothek von Schloss Trianon ins Jahr 1919, wo er in die Versailler Konferenz gerät. Und noch einmal bricht Münchhausen auf, um als Geheimagent ins Land der Sowjets zu reisen.