Franzobel, das Pseudonym des österreichischen Schriftstellers Franz Stefan Griebl, zeichnet sich durch eine markant stilisierte und fantasievolle Prosa aus. Seine Werke tauchen oft mit ironischer Distanz in die dunkleren Seiten der menschlichen Natur und gesellschaftliche Absurditäten ein. Franzobels einzigartiger Erzählstil und seine Fähigkeit, eindringliche Bilder zu schaffen, ziehen den Leser in faszinierende, manchmal beunruhigende Welten.
Die Texte, ursprünglich Lieder, wurden zum 70-jährigen Jubiläum des österreichischen Chorverbandes verfasst und ehren die „kleinen Leute“ wie Widerstandskämpfer und Friedensaktivisten. Sie thematisieren Achtsamkeit im Umgang mit der Schöpfung und verleihen den geehrten Persönlichkeiten durch formale Entsprechungen und Bilder Würde.
Wie im „Floß der Medusa“ erzählt Franzobel eine neue erfundene wahre Geschichte: Der Pathologe Thomas Harvey stiehlt Einsteins Hirn und behält es sein Leben lang.
Am 18. April 1955 kurz nach Mitternacht stirbt Albert Einstein im Princeton Hospital, New Jersey. Seinem Wunsch entsprechend wird der Körper verbrannt und die Asche an einem unbekannten Ort verstreut. Vorher jedoch hat der Pathologe Thomas Harvey Einsteins Hirn entfernt, danach tingelt er damit 42 Jahre durch die amerikanische Provinz. Mit ihm erlebt Harvey die Wahl John F. Kennedys zum Präsidenten und die erste Landung auf dem Mond, Woodstock und Watergate und das Ende des Vietnamkriegs; und irgendwann beginnt das Hirn, mit Harvey zu sprechen.
Franzobels neuer Roman ist ein hinreißender Trip durch wilde Zeiten und zugleich die Lebensgeschichte eines einfachen, aber nicht gewöhnlichen Mannes, den Einsteins Hirn aus der Bahn wirft.
18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
Hildebrand Kilgus' Passion ist das Stöhnen, überall glaubt er es zu hören und zu spüren. Auf der Suche nach dem Geheimnis der tiefsten Gefühle wird er Puffvater, Hebamme, Sargträger und Sterbebegleiter, sogar Ehemann und Vater. Als Angestellter einer Agentur zur Manipulation des Wetters landet er in Rom, wo er in die Fänge der Mafia gerät. Und dann fangen auch noch die Vögel zu reden an! So stolpert „Hildy“ durchs Leben, ein neuer Franz von Assisi und tölpelhafter Simplicissimus. Eine herzzerreißend komische, erfrischend obszöne Tour de Force durchs Land der Vögel und des Vögelns.
Oswald Wuthenau ist ein Schelm und Hochstapler, ein moderner Mephisto, und doch ein verzweifelt Heimatloser. Wie eine Urgewalt bricht diese „Mischung aus Orson Welles, Helmut Qualtinger und Oliver Hardy“ Mitte der fünfziger Jahre über Südamerika herein, macht Bekanntschaft mit geflohenen Nazis, gerät in eine ekstatische Orgie, heiratet, errichtet das erste Atomkraftwerk Argentiniens, bekommt in der DDR die Brecht-Medaille überreicht und stellt Wien auf den Kopf.
Familienepos, Schelmenroman, ein Stück österreichische Weltliteratur: Franzobels famoses Panoptikum eines aus den Fugen geratenen Jahrhunderts.
In der Wiener Vorstadt wird ein Passant ermordet. Die Anwohner - vom Hausmeister Ladislaus Stangl bis zum frommen Pfarrer Hutwelker und der verderbten Göre Josefine - beteiligen sich an der Jagd nach dem Verbrecher. Eine wahre Orgie zwischen Liebe und Libido, Verbrechen und Strafe.
Große Aufregung auf der Wiese: Die neuen Schmetterlinge werden ausgewickelt! Da wollen natürlich alle Wiesenbewohner inklusive der Stinkzwerge dabei sein und sind gespannt auf die Entscheidung der Jury, wer denn wohl zum Allerschönsten gewählt werden wird. Doch bestimmt nicht der Dickwanst, der aus einem Häufchen Pistazieneis hervorgekrochen kommt! Kann das denn überhaupt ein Schmetterling sein, so dick, wie der ist? Weil ihn alle auslachen, zieht der Fetterling in die große, weite Welt hinaus. Dort begegnet er schon bald der Fitnessfliege, die ihm Tipps gibt, wie er seine Körperfülle loswerden könnte …Franzobel legt mit seinem zweiten Kinderbuch erneut eine Geschichte vor, die vor Einfällen und Sprachwitz nur so sprüht und die von Sibylle Vogel hinreißend in Bilder umgesetzt wurde.
Nach »Das Floß der Medusa« und »Die Eroberung Amerikas« erzählt Franzobel in »Hundert Wörter für Schnee« die abenteuerliche Geschichte der Eroberung des Nordpols. Im Herbst 1897 bringt der US-amerikanische Entdecker und Abenteurer Robert Peary sechs Inughuit, so der Name der im Norden Grönlands lebenden Menschen, auf einem Dampfschiff nach New York. Untersucht sollen sie werden, vor allem aber ausgestellt und hergezeigt. Vier von ihnen sterben schnell an Tuberkulose, einer wird zurückgebracht – der neunjährige Minik aber bleibt. Seine Geschichte – Taufe, Schule, betrügerischer Pflegevater, Flucht – sorgt für Schlagzeilen. In Franzobels Roman wird Minik nicht nur zum Spielball zwischen der zivilisierten amerikanischen Kultur und der angeblich primitiven eines Naturvolkes. Sein Schicksal ist ein Heldenlied auf den Überlebenskampf eines beinahe ausgestorbenen Volkes, das bewiesen hat, wie der Mensch selbst in der unwirtlichsten Gegend überleben kann.
In "Das Schleuderbrett" kämpft Kriminalkommissar Hörgas mit dem Chaos in seiner Wohnung, das nach dem Verlassen seiner Frau entstanden ist. Sein Alltag ist geprägt von Essensresten, einem unerträglichen Gestank und dem Versuch, mit Fastfood zu überleben. Trotz Hilfsversuchen bleibt er stur und reflektiert über sein Leben und seine Entscheidungen.