Erzählen ist seit Jahrtausenden ein grundlegendes Bedürfnis menschlicher Geselligkeit. In diesem Buch untersucht Volker Klotz das vielfältige Spektrum des Erzählens, seinen Ausdrucksspielraum und die erstaunlichen Möglichkeiten. Im Fokus stehen Werke der Weltliteratur, die im Lauf der Zeit zu Vorbildern für kreatives Erzählen geworden sind. Klotz analysiert Meisterwerke und zeigt, was „Erzählen“ seit Homer bedeutet, was konstant geblieben ist und wie es sich über Jahrtausende verändert hat. Er vergleicht, wie Vergil in der Aeneis den Abstieg in die Unterwelt anders darstellt als Homer und Dante. Zudem beleuchtet er, wie Döblin in seinem Hamlet-Roman die Erzählrunde anders begründet als Chaucer in den Canterbury Tales, die sich deutlich vom Decameron des Boccaccio unterscheiden. Der Leser wird auf eine Reise durch 3000 Jahre Weltliteratur mitgenommen, quer durch Kulturen und Sprachen. Berühmte Werke wie Don Quijote, Tausendundeine Nacht und Huckleberry Finn werden neu interpretiert, und es wird das Interesse an weniger bekannten, aber einst klassischen Werken geweckt, wie den Lusiaden des Camões oder Ariosts Orlando furioso. Die Lektüre zeigt, dass Erzählen unerschöpflich, unabschließbar und unendlich spannend ist.
Volker Klotz Bücher






Geschlossene und offene Form im Drama
- 262 Seiten
- 10 Lesestunden
Scheu vorm Artefakt?
- 537 Seiten
- 19 Lesestunden
Inhalt Band 11Grundlagen der Sekundarstufe I, Von Daten zu Funktionen, Ganzrationale Funktionen, Gebrochenrationale Funktionen, Exponentialfunktionen, Einführung in die Differenzialrechnung
Die Verwandlung von Frau zu Statue und zurück ist ein faszinierendes Thema, das in seiner Vielfalt und langen Tradition bisher wenig Beachtung fand. Volker Klotz hat dieses Sujet über Jahrhunderte hinweg untersucht, insbesondere seit der Romantik, und zwar in verschiedenen Literaturen: lateinischer, deutschsprachiger, französischer, spanischer, portugiesischer und mexikanischer. Diese Transformation scheint wie geschaffen für das novellistische Erzählen und drängt sich als unerhörte Begebenheit auf. Interessanterweise geschieht die literarische Auseinandersetzung mit diesem Thema jedoch erst spät und oft explosiv, als wäre es zuvor unterdrückt worden. Zudem wird das Sujet von den Autoren, von Eichendorff bis Fuentes, auf eine fragwürdige, quasi-religiöse Dimension reduziert. Dabei besetzen sie häufig die zentrale Rolle mit Venus oder Maria, was die Verwandlung entweder an der antiken Liebesgöttin oder durch sie sowie an der katholischen Gottesmutter oder durch sie stattfinden lässt. Eine Ausnahme bildet Fuentes, der die Statuenrolle mit einem männlichen Gott, Chac Mool, dem Regengott der Maya, besetzt. Diese Perspektiven eröffnen einen einzigartigen Blick auf die kulturellen und literarischen Implikationen der Transformation.



