Wiener Kaffeehausführer
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden






Im barocken Wien blühten Todesvorstellungen und Jenseitsinszenierungen, die zum ständigen Gefährten der Wiener Gemütlichkeit wurden und auf den Alltag übergriffen. Ein Alltag der, zwischen Todessucht und Spottlust, zwischen Narrenturm und Wurstelprater, zwischen Galgenspektakel und Heurigem oszillierend, in dieser Stadt seinen einzigartigen kulturellen und moralischen Ausdruck fand. Da nimmt es auch nicht wunder, dass in diesem Umfeld die Verdrängung und die Traumdeutung als Ausdruck unbewusster Ängste und Wünsche entdeckt wurden. Auf seinem Streifzug durch die Wiener Bezirke schildert Hans Veigl kenntnis- und detailreich die Geschichte morbider Gebräuche und Institutionen.
"An einem Wintersonntag nachmittags in einem Wiener Kaffeehaus, eingepfercht zwischen kartenspielenden Vätern, kreischenden Weibern und witzblattlesenden Kindern, erfaßt einen ein solches Gefühl der Einsamkeit, daß man sich nach dem wechselvollen Leben sehnt, das um diese Stunde an der Adventbai herrschen mag." Karl Kraus
Die 50er Jahre: Eine Zeit, die geprägt war von stiller Behaglichkeit in Couchecken und Gummibäumen neben Nierentischen, von Dampfkochtopf und Waschmaschine, von Nylonstrümpfen und Novopanplatten ..
1901 eröffnete Felix Salten das „Jung-Wiener Theater zum lieben Augustin“, das als erstes Kabarett Österreichs gilt. Inspiriert von Pariser Vorbildern, wollte er ein neues Genre für ein erlesenes Publikum schaffen. Die Broschüre erläutert die Gründe für das Scheitern dieses Vorhabens.
Karl Farkas, ein vielseitiger Künstler der Zwischenkriegszeit, prägte mit Fritz Grünbaum das österreichische Kabarett. Seine Texte, die in diesem Buch versammelt sind, umfassen lyrische Kolumnen, Schlager und Parodien, darunter „Im schwarzen Rössl“. Das Werk würdigt Farkas anlässlich seines 50. Todestages im Jahr 2021.
„Jargonpossen & Lebenswelten“ untersucht den Übergang von Volks- zur Massenkultur in Wien im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf dem Jargon, dem Jargontheater und der jüdischen Kleinkunst zwischen den Weltkriegen, sowie dem Humor und den Stereotypen über Juden. Eine Textsammlung ergänzt den Einblick in diesen vergessenen Humor.