Das Beste aus 20 Jahren vom Shootingstar der deutschen Literatur: Geschichten über die schwäbische Heimat, das Berliner Exil und das ferne Amerika. Komisch und melancholisch, vielschichtig und pointiert, bieten sie literarischen Genuss und großen Lesespaß. Die Erzählungen zeichnen sich durch einen extrem lakonischen Erzählton aus, der das Besondere der Literatur einfängt. Kein Wort ist falsch, die Wendungen sind unerwartet und die Witze oft traurig, aber treffend. Die Figuren – Mütter, Söhne, Lokaljournalisten, Bankdirektoren, Münzsammler und Apotheker – haben eines gemeinsam: Ihr Lebensweg ist ohne Verkehrsfunk. Ob in der schwäbischen Alb, Berlin oder Amerika, sie müssen sich den Herausforderungen des Lebens allein stellen. In einem der Geschichten, während seine Mutter den Führerschein macht, wird eine Fußgängerampel aufgestellt, was fatale Folgen hat. Ein anderer Handlungsstrang spielt während eines Urlaubs in einem amerikanischen Nationalpark, wo ein Sturm aufzieht. Bov Bjerg spürt mit großer Einfühlsamkeit den kleinen und großen Schicksalsschlägen des Lebens nach und sorgt mit seinem besonderen Humor dafür, dass man am Ende trotzdem lachen kann.
Bov Bjerg Bücher
Bov Bjerg ist ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist, der für seine unverwechselbare Stimme und seinen scharfen Blick auf die deutsche Gesellschaft bekannt ist. Seine Werke setzen sich oft mit Themen wie Identität, Einwanderung und der Suche nach Zugehörigkeit auseinander, gewürzt mit Witz und Ironie. Bjerg scheut sich nicht, mit Sprache und Form zu experimentieren, und schafft so reiche, vielschichtige Erzählungen, die den Leser in seine Welten entführen. Seine Fähigkeit, Humor mit tiefgreifenden menschlichen Erfahrungen zu verbinden, macht ihn zu einem fesselnden Erzähler.






Serpentinen
- 267 Seiten
- 10 Lesestunden
Ein Vater unterwegs mit seinem Sohn. Ihre Reise führt zurück in das Hügelland, aus dem der Vater stammt, zu den Schauplätzen seiner Kindheit. Da ist das Geburtshaus, dort die elterliche Hochzeitskirche, hier der Friedhof, auf dem der Freund Frieder begraben liegt. Ständiger Reisebegleiter ist das Schicksal der männlichen Vorfahren, die sich allesamt das Leben nahmen: „Urgroßvater, Großvater, Vater. Ertränkt, erschossen, erhängt.“ Der Vater muss erkennen, dass sein Wegzug, seine Bildung und sein Aufstieg keine Erlösung gebracht haben. Vielleicht helfen die Rückkehr und das Erinnern. Doch warum bringt er seinen Jungen in Gefahr? Warum hat er keine Antwort auf dessen bange Frage: „Um was geht es?“ Er weiß nur: Wer zurückfährt, muss alle Kurven noch einmal nehmen. Wenn er der dunklen Tradition ein Ende setzen will. Bov Bjerg gehört zu den wichtigsten Schriftstellern der deutschen Gegenwart. Nach dem Bestseller „Auerhaus“ legt er nun seinen neuen Roman vor. Genau, mutig und lang nachwirkend erzählt er vom Kampf eines Vaters gegen die Dämonen der Vergangenheit. Nur wenn er seinen Sohn so liebt, wie er selbst nie geliebt wurde, kann die Reise der beiden glücken.
Der Vorweiner
Roman | Nach der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020: Der neue Bov Bjerg!
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
Der neue große Roman des Bestsellerautors von „Auerhaus“ und „Serpentinen“ Resteuropa, Ende des Jahrhunderts. Bürgerkriege und Naturkatastrophen haben die Welt verwüstet. Eine dicke Schicht Beton hebt den Rumpfkontinent über den steigenden Meeresspiegel. In den Auffanglagern Neuschwanstein und Neulübeck versammeln sich dänische, ghanaische oder niederländische Geflüchtete. Einer von ihnen ist Jan. Mit nichts am Leib tritt er in die Dienste von A. wie Anna. Für sie war es höchste Zeit, sich einen Trauergastarbeiter zuzulegen. Tränen bringen Prestige, und nur wer über einen fähigen Vorweiner verfügt, um den wird am Ende überzeugend geweint. Zu echter Trauer ist ohnehin niemand mehr in der Lage. Auch nicht B. wie Berta, Annas Tochter. Berta ist die Erzählerin und das lidlose Auge unserer Geschichte. Und wie sie erzählt: furios, komisch und ohne Mitleid. Bov Bjergs neuer Roman ist ein kühner Wurf: barock wie ein Menuett, gegenwärtig wie ein Liveticker, fernsichtig wie eine Vorhersage. Und mit absolutem Gehör für Sprache und ihre Möglichkeiten komponiert. Der Vorweiner ist ein preiswürdiges Erzählkunstwerk über eine Welt, die in Staunen versetzt.
Auerhaus
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth - School - Work - Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus, eine Schüler-WG auf dem Dorf - unerhört. Sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder, der unsicher ist, warum er überhaupt leben soll. Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum ein Akt der Notwehr gegen das Vorgefundene ist. Ihr Ringen um Glück wird zum Kampf um Leben und Tod. „Gelegentlich, sehr selten, gibt es Bücher, die sind wie Songs. Man möchte das Auge, ähnlich wie man die Nadel bei Singles wieder auf den Anfang der Rille setzt, sofort wieder auf den Beginn der ersten Seite setzen.“ (Robert Stadlober) „Wir sollten alle im Auerhaus wohnen.“ (David Wagner) „Auf berührende Weise zeigt Bov Bjerg, dass der Tod letztlich nur eine Erinnerung ist, an das Leben, das wir geführt haben.“ (Horst Evers) „Das hat einen guten Sound, das hat Kraft. Und plötzlich bin ich wieder 17, 18 wie die Romanhelden.“ (Clemens Meyer) „Auerhaus zeigt, dass die Kostbarkeit einer Gemeinschaft aus den Besonderheiten der Einzelnen erwächst.“ (Terézia Mora) „Ein schöner Bericht über jene schweren Jahre, die man Jahrzehnte später als die besten Jahre bezeichnet.“ (Christoph Hein)
Lost in Gentrification
- 192 Seiten
- 7 Lesestunden
Sie nennen es Gentrifizierung. Den Prozess kennen inzwischen alle Großstädte: die rasante Aufwertung ganzer Stadteile und die Vertreibung derer, die dort vorher gelebt haben. Die Kontroversen darüber werden verbissen diskutiert und mit harten Bandagen ausgefochten. Zeit, den Prozess mal satirisch zu betrachten! Beiträge zur Gentrifizierungsdebatte von Marc-Uwe Kling, Leo Fischer, Tilman Birr, Patrick Salmen, Sebastian 23, Ella Carina Werner, Ahne, Volker Strübing u. v. a. m.
Heimfliegen, das abgelaufene Grab des Vaters auflösen, die Familie sehen und schnell wieder zurück. Angestrebter Zeitaufwand: eine Woche. Paulas Welt ist von Fristen und Abgabeterminen bestimmt, ihr Denkmodus von den Arbeitsprozessen des Computerzeitalters. Als technische Übersetzerin leidet sie jedoch unter einer markanten Berufsmacke, die erzählerisch produktiv und mit Witz über den Laptop hinaus in ihre Gedankenwelt hineinwuchert: Überaufmerksam und in einer manischen Bezeichnungswut ist Paula immer auf der Suche nach dem präzisesten aller Ausdrücke. Der Körper kommt da kaum hinterher. 115 Kilo und tütenweise Donuts schleppt Paula durchs Leben, und so schafft sie es auch nicht rechtzeitig zum Heimflug aus den USA in die Heimat – wo der wahre Beweggrund aller Dinge begraben liegt. Sprachlich nuanciert und voller Geistesblitze präsentiert sich in 'Deadline' der Denkfluss einer derangierten Heldin von heute, die auf der Suche nach dem, was bleibt, bis zum Letzten geht. 'Deadline beschreibt ein Leben aus digital diktierten Etappen, gelebt von einem Körper, der in den letzten Jahrhunderten kaum Zeit fand, sich an die technischen Möglichkeiten seiner Verwertung anzupassen. Ein nervöser, sich selbst beschleunigender Roman über die Konkurrenz zwischen letzten Chancen und letzten Dingen.' Monika Rinck
Ein fulminanter Aufstieg war das – von Kohls Mädchen zur gefühlt ewigen Kanzlerin der Berliner Republik! Stürmische Zeiten! Doch irgendwie hielt Angie immer Kurs: Mit Seelenruhe und klar zur Wende von der Wende der Wende. Trends, Moden und Zeitgeist zogen an ihr vorbei, während politische Widersacher rechts und links der Raute zu Boden gingen. In ihren legendären Jahresrückblick-Shows begeistern die Berliner Autoren Bov Bjerg, Horst Evers, Hannes Heesch, Manfred Maurenbrecher und Christoph Jungmann auf der Bühne, nehmen sich die politischen Ereignisse zur Brust und setzen kabarettistische Schlusspunkte zum Ausklang eines jeden Jahres. Höchste Zeit, nunmehr zwanzig Jahre Berliner Republik im Zeichen der Raute Revue passieren zu lassen – lakonisch, bissig und garantiert schräg.

