Die Hugenotten
- 243 Seiten
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Religion und Ethik in Staat, Schule und Gesellschaft
Die Religionen stehen in der heutigen Welt vor Herausforderungen, während die Welt auch mit den Religionen kämpft. Der Säkularisierungsprozess schreitet voran, während religiöser Fundamentalismus zunimmt. In diesem Kontext wird in vielen Ländern über Religion und Ethik in Staat, Schule und Gesellschaft diskutiert, jedoch oft isoliert ohne eine umfassende europäische oder globale Perspektive. Diese Sammlung von Essays vergleicht Modelle aus dem laizistisch geprägten Frankreich und dem konfessionell orientierten Deutschland und fragt nach gemeinsamen europäischen Ansätzen. Der in Westdeutschland oft abgelehnte LER-Unterricht in Brandenburg wird mit dem französischen Modell der laizistischen Schule ohne Religionsunterricht und dem bayerischen Modell einer streng konfessionellen Schule verglichen. Dabei zeigt sich, dass Potsdam in seiner Herangehensweise näher an Paris als an München liegt. Die Beiträge stammen von verschiedenen Experten, darunter ehemalige Minister, Bischöfe und Wissenschaftler, die unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen einbringen. Ziel ist es, die Vielfalt der Ansätze zu beleuchten und mögliche gemeinsame Wege zu erkunden, um den Herausforderungen der heutigen Zeit zu begegnen.
Eine kleine Geschichte der ost-westlichen Nachbarschaften. Der deutsche Historiker Karl Schlögel und der polnische Journalist Adam Krzeminski sind Experten für das Verhältnis zwischen europäischem Osten und europäischem Westen. Karl Schlögel schaut in seinen Büchern von Westen nach Osten, Adam Krzeminski aus dem östlichen Polen auf das westliche Europa. Beide Blicke konvergieren und ergeben ein von kritischer Sympathie gezeichnetes Bild nachbarschaftlicher Verbundenheit. Gemeinsam wurde ihnen von den Städten Göttingen und Torun der Samuel-Bogumił-Linde-Literaturpreis verliehen. Der Laudator Rudolf von Thadden würdigt die Verständigungsarbeit der beiden Preisträger.
Verschiedene Erinnerungen - eine Geschichte: die wechselvolle Geschichte von Trieglaff in Pommern, die gleichzeitig eine politische Familiengeschichte ist. Am Anfang stand die Besetzung des Gutsdorfs Trieglaff durch Truppen der Armee Napoleons 1807, am Ende der Einmarsch der Roten Armee 1945. Dazwischen lebten fünf Generationen Gutsbesitzer, Landarbeiter und Bauern in einer ländlichen Lebenswelt Pommerns, die der ständisch geprägten Gesellschaft entwuchsen und zwischen modernisierten Wirtschaftsstrukturen und traditionellen Lebensformen nach neuer Orientierung suchten. Im Zentrum der Generationengeschichte steht die Familie von Thadden. Sie reicht von dem führenden Kopf der pietistischen Erweckungsbewegung in Pommern, Adolph Ferdinand von Thadden, bis zum Gründer des Deutschen Evangelischen Kirchentags, Reinold von Thadden-Trieglaff, und berührt sowohl die kirchliche als auch die politische Geschichte Deutschlands. Im 19. Jahrhundert hatte sie Bedeutung für den Reichsgründer Otto von Bismarck, im 20. für den Widerstand gegen Hitlers Regime. Zu dieser Welt gehörten aber ebenfalls die Gutsarbeiter, die ihre eigenen Erfahrungen im Auflösungsprozess der ständischen Gesellschaft machten. Thadden untersucht dazu auch Briefe, die aus Trieglaff an die ausgewanderten Verwandten nach Amerika gingen.
Text: German