Hans-Erich Volkmann Bücher






Kleopatra
Politik und Propaganda
Die Polenpolitik des Kaiserreichs
Prolog zum Zeitalter der Weltkriege
Gustav Stresemann erklärte 1917, die Polenfrage werde der Auslöser eines zweiten Weltkriegs sein. Auf den Spuren der Grundlagen für diese Prognose schildert Hans-Erich Volkmann die preußisch-deutsche Politik gegenüber den Polen im Reich und hinsichtlich eines wieder unabhängigen polnischen Staates. Dabei werden die Widerständigkeit und die Initiativen der Polen in ihrem Kampf um Selbstbehauptung in die Betrachtung einbezogen. Erstmals wird den widersprüchlichen polenpolitischen Plänen der Mittelmächte, den abweichenden Vorstellungen der deutschen Militärs und der Reichsleitung gebührend Aufmerksamkeit geschenkt. Sie trugen dazu bei, dass sich im Verlaufe des Krieges die polnischen Fraktionen im Parlament gegenüber dem Reich entfremdeten – bis hin zur Aufkündigung der Loyalität. Das Fazit des Autors: Die Versuche zur Germanisierung der preußischen Polen mussten ebenso scheitern wie der Plan, einen abhängigen polnischen Staat auf dem im Ersten Weltkrieg besetzten russischen Territorium zu schaffen. Neue Konflikte und Krisen waren absehbar.
Die Zeit der Weltkriege, oft als „zweiter Dreißigjähriger Krieg“ bezeichnet, gilt als „Katastrophenzeit“ der deutschen Geschichte. Zwei entscheidende militärische Niederlagen des Deutschen Reiches ebneten den Weg für eine stabile parlamentarische Demokratie und deren Verankerung im gesellschaftlichen Pluralismus der Bundesrepublik. Diese Entwicklung ging auch mit einem Wandel in der Einstellung zu Krieg und Militär im deutschen Bewusstsein einher. Die politischen Konsequenzen der beiden Weltkriege sind unbestreitbar: der Zusammenbruch des Reiches als europäische Großmacht, der demokratische Umbau der politischen Strukturen und die Zerschlagung des militärischen Machtinstruments. Unklar bleibt jedoch, wie stark die Weltkriege die gesellschaftlichen Umbrüche in Deutschland beeinflussten und ob sie den Weg in die Moderne beschleunigten oder verlangsamten. In einer Sammlung vergleichender Studien zu Phänomenen beider Weltkriege werden drei zentrale Fragen aufgeworfen: (1) Wie veränderte der Krieg sein Gesicht unter erweiterten Bedingungen? (2) Wie wurden diese Veränderungen von Zeitzeugen wahrgenommen? (3) Welche Umdeutungen erfuhr die unterschiedliche Kriegswirklichkeit in den Prozessen der Verarbeitung? Die Analyse von Ähnlichkeiten und Unterschieden in der Führung, Wahrnehmung und Verarbeitung beider Kriege bietet erste vergleichende Ergebnisse und Anregungen für zukünftige Forschungen, die das „Zeitalter der Weltkriege“ umfass

