Das mittelhochdeutsche »Nibelungenlied«, um 1200 entstanden, gehört zu den großen Werken der Weltliteratur. Als Heldenepos steht es neben Dichtungen wie Homers »Ilias«, Vergils »Aeneis« oder dem altfranzösischen »Rolandslied«. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Nibelungen-Stoff zur Grundlage eines deutschen Nationalmythos geworden, dessen Wirkungsmächtigkeit kaum zu überschätzen ist. Die Ausgabe enthält den kritisch bereinigten Text der St. Galler Handschrift B aus dem 13. Jahrhundert, eine versgetreue Übersetzung und einen umfangreichen Kommentar. Zum ersten Mal seit den Editionen des 19. Jahrhunderts bietet die Ausgabe nicht nur das eigentliche »Nibelungenlied«, sondern auch die sogenannte »Klage«, eine Fortsetzung in Reimpaaren, die erzählt, was nach der Katastrophe geschehen ist, und die Frage von Schuld und Unschuld thematisiert. Damit wird das ursprüngliche »Nibelungen-Buch« wiederhergestellt, in dem die beiden Texte offenbar von Anfang an eine Einheit gebildet haben.
Joachim Heinzle Bücher






German
Neben seinem bekanntesten Werk über den Gralsucher Parzival verfasste Wolfram von Eschenbach zwei weitere Romane und war auch als Minnesänger tätig. Sein lyrisches Œuvre ist umso kostbarer, als nur neun Lieder in vier Handschriften von der Mitte des 13. bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts überliefert sind. Fünf von ihnen gehören einer Sondergattung der höfischen Lyrik an: es handelt sich um Tagelieder, die von der Trennung der Liebenden nach einer verbotenen Liebesnacht erzählen. Das höfische Tagelied des Mittelalters ist eine Erfindung provenzalischer Trobadors des 12. Jahrhunderts. Wolfram hat das Genre sprachmächtig und bildgewaltig auf eine neue und nie wieder erreichte Höhe der Kunst gehoben. Seine Tagelieder gehören zum Größten, was die Lyrik nicht nur des Mittelalters hervorgebracht hat. Joachim Heinzle erschließt Wolframs Tagelieder zusammen mit den anderen Liedern im mittelhochdeutschen Original und in neuhochdeutscher Übersetzung. Sein ausführlicher Kommentar begründet die Herstellung der Texte, die zum Teil von den älteren Ausgaben abweicht, und gibt die nötigen sprachlichen und sachlichen Erläuterungen
Das Mittelalter in Daten
- 408 Seiten
- 15 Lesestunden
Ein umfassendes und überaus detailreiches Bild des Mittelalters, für Mediävisten aller Fachrichtungen und alle am Mittelalter Interessierten: Der aus literaturwissenschaftlicher Sicht konzipierte Band präsentiert in synoptischem Überblick alle wichtigen Daten der Literatur-, Kunst-, Musik- und Ereignisgeschichte, vom Jahr 750 bis 1520.
Mythos Nibelungen
- 359 Seiten
- 13 Lesestunden
Die Nibelungen sind ein deutscher Mythos. Vom Nibelungenlied über Wagners »Ring des Nibelungen« und Fritz Langs Nibelungen-Film bis zur fatalen Rede von Nibelungentreue bis in den Untergang reicht die Verwurzelung des Stoffs im kollektiven Bewusstsein und Halbbewusstsein, und darüber hinaus. Denn die Popularität der Geschichten vom Helden Siegfried und Rächerin Kriemhild, von Burgunden und Hunnen führt in germanische Vorzeiten zurück. Joachim Heinzle zeichnet die Entwicklung dieses Mythos in Texten und Bildern nach: von der Edda über die Wiederentdeckung des Nibelungenlieds im 18. und seine Nationalisierung im 19. Jahrhundert bis hin zu Heiner Müller.
De Gruyter Studienbuch: Einführung in die mittelhochdeutsche Dietrichepik
- 300 Seiten
- 11 Lesestunden
i-vi -- Vorwort -- Inhaltsverzeichnis -- Überblick: Dietrichsage und Dietrichdichtung -- Historische Dietrichepik -- Aventiurehafte Dietrichepik -- Zum Nachleben Dietrichs im Heldenbuch -- Abkürzungsverzeichnis -- Register -- Abbildungen
Die Nibelungen
Lied und Sage



