Andrei Sinyavsky Reihenfolge der Bücher
- Abram Terc
- Abram Tertz





- 2017
- 1990
Iwan der Dumme
- 430 Seiten
- 16 Lesestunden
Andrej Sinjawskijs neuestes Werk ist ein faszinierendes Unternehmen, das erstmals eine Geschichte des russischen Volksglaubens präsentiert. Dabei werden heidnische, magische und christliche Aspekte lebendig und anschaulich für den westlichen Leser dargestellt. Sinjawskij greift auf eine Vielzahl literarischer und historischer Quellen zurück und verbindet diese mit seinen eigenen Erfahrungen in der Sowjetunion. In seiner Nachbemerkung berichtet er von Mithäftlingen im Lager, die kuriosen Sekten und Glaubensgemeinschaften angehörten und oft wegen ihres Glaubens zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Diese Begegnungen weckten sein Interesse an dem russischen Volksglauben, was ihn dazu veranlasste, zu forschen und zu sammeln. Nach über zwanzig Jahren legt er nun die Ergebnisse seiner Arbeit vor. Sinjawskij untersucht Sekten und Heilige, heidnische und magische Rituale sowie Fabeln und Volksmärchen mit ihren allegorischen Figuren wie dem Dieb, dem Possenreißer und Iwan, dem Dummen. Er grenzt den Volksglauben sorgfältig von der orthodoxen Kirche mit ihren Dogmen ab. Entstanden ist eine spannende historische Analyse und ein facettenreiches Tableau des russischen Volksglaubens im zaristischen Russland, das als Standardwerk zu diesem Thema gelten wird.
- 1989
In seinem großangelegten Werk zur Sowjetzivilisation untersucht Sinjawskij die Geburt des Traums vom neuen Menschen und verfolgt ihn bis zu seiner vermeintlichen Realisation, die in eine tragische Farce mündete. Die Betrachtung beginnt mit der russischen Revolution, die Rußland und die Welt erschütterte. Sinjawskij interessiert sich für die charakteristischen Elemente der Revolution, insbesondere ihre Wurzeln im russischen Atheismus, der letztlich ein »Suchen nach Gott« darstellt. Nach der Revolution wurden die Künstler des linken Flügels von einer utopischen Vision vorangetrieben, doch bald gerieten sie in eine Epoche der Sprachlosigkeit oder opferten ihre Kunst dem politischen Zweck. Der von Lenin etablierte Staatsapparat wird als »Gelehrtenstaat« beschrieben, in dem einige Spezialisten die Massen beherrschen und ein starres Gegeneinander von Regierenden und Regierten entsteht. Sinjawskij zeichnet die Entwicklung eines Staates, der unter Stalin in eine paranoide Schreckensherrschaft geriet und zum »Kirchenstaat« wurde. Er analysiert den soziologischen Typus, den dieser Staat hervorgebracht hat, und zeigt, wie sich Ideologie in der russischen Literatur widerspiegelt. Anhand der Werke von Autoren wie Blok, Majakowskij, Pasternak und Bulgakow entwirft er ein differenziertes Bild der siebzigjährigen Sowjetzivilisation.
- 1985
- 1978
"Durch die Mischung von Äußerungen der Mitgefangenen (des Chors) mit den eigenen Reflexionen (der Stimme) ergibt sich ein gut lesbarer Dialog. Vergnügliches und Komisches wechseln mit Tragischem, Wissenschaftlichem und Weisheit... Das Buch hat dokumentarischen Charakter. Es ist nicht nachträglich geschrieben, ist nur nachträglich komponiert aus Briefen der Haftjahre mit der Frau des Autors.