Von Äpfeln, Glasaugen und Rosenduft
- 160 Seiten
- 6 Lesestunden






Einschlägige Erhebungen verzeichnen für Graz 66 Kilometer Stadtgrenze, eine Fläche von 127,5 Quadratkilometern und eine Gesamtlänge des Straßennetzes von 1170 Kilometern. Der Grazer Gerhard Melzer möchte diesen nüchternen Zahlen Leben einhauchen und erkundet die urbane Realität in hunderten Fußmärschen. Im Gehen füllt sich die Stadt mit Anschauung, und es treten versteckte Paradiese sowie städtebauliche Höllen zutage. Abseitiges, Nebensächliches, Skurriles, architektonische Kontraste und Verwerfungen werden sichtbar, ebenso wie Zeichen und Bild- und Schriftzeugnisse, die den Eigensinn der Stadt und ihrer Bewohner hervorheben. Letztlich wird die Stadt zum Buch, das gelesen werden will. In fotografischen und sprachlichen Schnappschüssen wird festgehalten, was diese Lektüre ergeben hat. Das Prinzip beider Darstellungsformen leitet sich aus der Zahl der Grazer Bezirke ab. Die Strenge der Form hält die Subjektivität und Fülle der Wahrnehmungen im Zaum. Der Bildteil versammelt je siebzehn Fotos unter verschiedenen Stichworten (z. B. United Colours of Graz, Broken City), während der Textteil siebzehn kurze, exemplarische Notate bietet, die das urbane Gehen zu einer autobiografischen Reflexion über Lebenswege vertiefen. Nach dem Motto: Wer geht, geht immer auch ein Stück weit in sich. Ein Nachwort von Andreas Unterweger rundet das Werk ab.
Wie stellt sich Europa dar, wenn es als Stück Welt erlebt wird, das in ein bestimmtes Licht getaucht ist und von einem besonderen Wind umweht wird? Mit Texten von Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern, darunter Dänemark, Spanien, Österreich, Italien, Rumänien, die Türkei, die Slowakei, Jugoslawien, Japan, die USA und der Schweiz, wird die subjektive Erfahrung Europas thematisiert. Es sind die Elemente Luft, Licht und Wind, die die Grundlage dieser Erfahrungen bilden. Der Himmel über Europa ist überall gleich und doch einzigartig. Literatur bietet eine tiefere Einsicht in Europa, als es Geografen oder Politiker vermögen, indem sie die Verankerung in subjektiven Erfahrungen und konkreten Lebenszusammenhängen sucht. Die Herausforderung besteht darin, Europa als besonderen Erfahrungsraum zu begreifen, nicht als abstraktes Konzept. Diese Frage wird von Autorinnen und Autoren beantwortet, die Europa als Wahlheimat oder aus einer Außenperspektive betrachten. Ihre Texte, die 2003 in Graz vorgestellt wurden, thematisieren die Erfahrungen in selbstgewählten Städten oder Landschaften Europas und deuten auf die Einheit in der Vielfalt der europäischen Himmel hin.
Neben einigen essayistischen, bzw. theoretisch-diskursiven Beiträgen, die einerseits das Gesamtwerk des Grazer Autors Wolfgang Bauer würdigen (Gerhard Melzer, Kurt Bartsch), andererseits, den Blick auf das Detail gerichtet, ganz spezifische Aspekte von Bauers exzeptioneller dramatischer Formensprache und seiner poetischen Wirklichkeitskonstruktionen untersuchen (Herbert Gamper, Wilhelm Hengstler, Rolf Schwendter), enthält dieses Buch auch eine ganze Reihe persönlicher Hommagen: Entweder in Form von erzählten Erinnerungen, Portraits, Mikrodramen, Gedichten oder dichterischen Geburtstagsgrüßen von Gerhard Roth, Barbara Frischmuth, Gert Jonke, Ludwig Harig, Jürg Laederach, Rosa Pock, Helmut Eisendle, Gerhard Rühm, Horst Gerhard Haberl, Günter Eichberger, Peter Rosei, Rudi Widerhofer, Ernst M. Binder, Jörg Drews, Kurt Schwertsig – und auch in Gestalt von Bildern und Montagen der Malerfreunde Franz Ringel, Peter Pongratz und Jörg Schlick. Persönliche Rückblicke (von Martin Esslin, Emil Breisach und Kurt Jungwirth) auf gemeinsam mit Wolfgang Bauer verbrachte Zeiten sind – über das Anektotische hinausgehend – Dokumente zur außergewöhnlichen Persönlichkeit und Karriere Bauers. Zahlreiche Fotos (darunter auch bislang unveröffentlichte) komplettieren den Band.
Beiträge zu Leben, Werk und Rezeption. Dazu kommen aktuelle Analysen, Kritiken und Essays zu zentralen Aspekten des Werkes sowie eine vollständige Bibliographie. Riki Winter: Ich mag mich nicht fortstehlen. (Gespräch mit A. K.) Manfred Mixner: Die Zeit ist das Ende der Wahrheit. Notizen zur Prosa von A. K. Gerhard Melzer: Im Zeichen des Schlosses. Versuch über den Roman „Die Pfirsichtöter“ von A. K. Rüdiger Wischenbart: Ein Bild fürs Leben. Die vieldeutige und die eindeutige „Grüne Seite“ von A. K. Kurt Bartsch: Das Ende der Wahrheit oder Erziehung zu Ideologieskepsis. Einige Gedanken zu A. K. s Erzählprosa Helmut Heißenbüttel:. im Vertrauen, daß der Leser weiterdenkt. Zu A. K. s Gedichten „Im Vorfeld der Augen“ Peter Strasser: Es gibt Tage, an denen die Dinge die Namen der Dinge sind. Mutmaßung über ein Gedicht von A. K. Norbert Mayer: Die trügerische Welt der Wahrnehmung. Zu A. K. s Gedichtband „Absturz ins Glück“ Franz Weinzettl: Daten zu A. K. s Leben und Werk (Vita) Franz Weinzettl: Bibliographie A. K.
Beiträge zu Leben, Werk und Rezeption. Dazu kommen aktuelle Analysen, Kritiken und Essays zu zentralen Aspekten des Werkes sowie eine vollständige Bibliografie. Die Beiträge: Brita Steinwendtner: Ein paar Fragen in Briefen – Gespräch mit I. A. Dagmar C. G. Lorenz: Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstruktionen bei I. A. Eleonore Frey: I. A.: ihr Spielraum Neva Šlibar: „Definieren grenzt an Unterhöhlen“. Ambiguisierte Paradoxie in I. A. s Gedichten. (Zdenko Škreb zugeeignet in dankbarem Gedenken) Klaus Hoffer: Der Beginn der Aktion (für I. A.) Rainer Schönhaar: Der Erzählwelt Schweigen abfordern. I. A. s Prosaminiaturen seit dem Band Eliza Eliza Brita Steinwendtner: Sammle den Untergang. Zu I. A. s Kurzprosaband Schlechte Wörter Heinz F. Schafroth: Diese Meisterin der Wortwörtlichkeit. Zu einem „neuen“ Text von I. A. Richard Reichensberger: Orte. Zur Biographie einer Familie Ingrid Gomboz: Bibliographie I. A.
Beiträge zu Leben, Werk und Rezeption. Dazu kommen aktuelle Analysen, Kritiken und Essays zu zentralen Aspekten des Werkes sowie eine vollständige Bibliografie. Die Beiträge: Walter Grond: Ein Gesamtkunstwerk ohne dessen Plan. W. B. im Gespräch Martin Esslin: Die umgestülpte Wirklichkeit. Innere und äußere Wirklichkeit in einigen Dramen W. B. s Herbert Gamper: Das insularische Leben, das ein Gott führen muß. Figur und Instanz des Dichters in vorwiegend neueren Stücken W. B. s Gerhard Fuchs: W. B. – ein Satiriker? Diedrich Diederichsen: Legitimität und Illegalität – Avantgarde und Menschenopfer Joachim Klement: W. B. s Das Lächeln des Brian de Palma Wendelin Schmidt-Dengler: „Der Österreicher schmeckt sich selbst am Besten“. Organisches und Anorganisches zur essayistischen Prosa W. B. s Jörg Drews: Der Kalauer ist der Witz des Plastikzeitalters. Zu den Gedichten W. B. s Gerhard Melzer: Im Zwielicht des Scheins. Zu W. B. s Arbeiten für Film und Fernsehen. Paul Pechmann: Zum Leben des Schritstellers W. B. (Vita) FWF-Projekt „Grazer Gruppe“: Bibliographie W. B.
Im Schattenreich der Zeichen
Vom Neusiedlersee bis an den Nil, von Tokyo bis Madrid, von den Klöstern des Berges Athos bis zu den Müllmenschen Kairos spannen sich die Schauplätze von Gerhard Roths siebenbändigem Orkus-Zyklus. Wien ist Ausgangs- und Zielpunkt der kriminalistischen Reisen. Als akribischer Rechercheur ist Gerhard Roth immer lange vor seinen Helden am Ort des Geschehens. Mit Kamera und Notizbuch hält er seine Reiseeindrucke fest. Am Tatort Schreibtisch entwickeln diese Materialien Eigenleben, Gegenstände werden zu Zeichen und Schauplätze verwandeln sich in fiktive Tatorte. Orkus: Im Schattenreich der Zeichen zeichnet erstmalig im Detail den literarischen Verwandlungsprozess anhand von Fotos und faksimilierten Seiten aus Roths Notizbüchern, Manuskripten und persönlichen Berichten von Reisebegleitern nach. Die entstehungsgeschichtlichen Dokumente werden durch Einführungen in die jeweiligen Texte sowie in die Thematik des Gesamtzyklus ergänzt.