Carlos Marroquin kam im Herbst 1965 von der Universität in Ciudad de Mexiko nach Leipzig, um Philosophie zu studieren. Dieser Herbst war für die Philosophische Fakultät ein bedeutender Moment: 200 Jahre zuvor begann Goethe hier sein Studium, und 100 Jahre später immatrikulierte sich Nietzsche. Diese historischen Bezüge verstärkten den mythischen Reiz der Stadt, von der Marroquin bereits als Schüler in Guatemala gehört hatte. Die Inhalte des Buches umfassen verschiedene Beiträge, die sich mit philosophischen und kulturellen Themen befassen. Steffen Dietzsch und Leila Kais thematisieren die Metamorphose, während Christiane Altmann die Zeitkonzeption von Henri Hubert am Gebetsritus der Chabad-Chassidim illustriert. Bianka Jacob beschreibt eine selbstfinanzierte Studienreise, und Heinz Mürmel analysiert die landwirtschaftliche Siedlung der Deutschen Erneuerungs-Gemeinde. Frank Neubert diskutiert den Individualismus von Émile Durkheim bis Ulrich Beck, während Silvio Pfeuffer das Schweigen der Jünger in Zarathustras Sprechen untersucht. Weitere Beiträge befassen sich mit Nietzsche, Robert Hertz und der Reise zum Heiligtum des San Besso. Ute Wegert behandelt Halbwachs auf Island, und Klaus Wolfram analysiert verborgene Zeitbestimmungen in Max Webers Rationalitätsbegriff. Eine Bibliographie über Carlos Marroquin rundet das Werk ab.
Steffen Dietzsch Reihenfolge der Bücher






- 2018
- 2016
Denkfreiheit
Über Deutsche und von Deutschem
Unter dem Titel „Denkfreiheit“ erinnert Steffen Dietzsch an eine Tradition mentaler, methodischer und selbstreflexiver Diversivität im deutschen Geistesleben, die der gegenwärtigen Entwicklung hin zu einem Denken, das jedes Restrisiko vermeidet, entgegensteht. Philosophieren als Experiment jenseits der Mediokrität von Politik und Majorität, Weltbegreifen ohne ‚Schulbegriffe‘, Kontakt mit spirituellen und ‚wirklichen‘ Artefakten jenseits aller Fakultäten, Erfahrungen und Begegnungen mit Natur und Dichtung, als Grenz- und ‚Waldgang‘ – in Deutschland, im Wandel der Welt.
- 2014
Der Band bilanziert philosophische und ästhetische Perspektiven im europäischen Denken und Dichten, insofern sie von Nietzsches Werk angeregt, systematisch ausgeprägt oder als dessen Konsequenzen verstanden wurden. Hier gibt die moderne Nietzsche-Forschung aus Frankreich, Italien, der Schweiz, Israel, Polen und Deutschland Auskunft zu den philosophischen Horizonten, die sich im Säkulum nach Nietzsche aus dessen Werk eröffnen. Als zentrale Probleme erweisen sich dabei die Dynamik im Verstehen des Menschen (als Übermensch), des widerständigen Umgangs mit dem Nihilismus, der Perspektiven von Kunst und Philosophie und der Spannung von Diskursivität und Transzendenz der Vernunft. Diese geistige Bilanz versteht sich zugleich die Anerkennung der philosophisch-ästhetischen Lebensleistung von Frau Prof. Renate Reschke, die sich seit vierzig Jahren um das Verstehen des Denkens von Friedrich Nietzsche verdient gemacht hat.
- 2013
Geheimes Deutschland
- 72 Seiten
- 3 Lesestunden
Die poetische Gestalt des Geheimen Deutschland – aus Stefan Georges letztem Gedichtzyklus DAS NEUE REICH – war inmitten des Triumphs der Nationalpolitik in Europa ein anti-politischer Entwurf von europäischer Einheit in Freiheit, im Geist und im Raum. Es verstand sich als konsequente Überwindung der falschen Morgenröte des Nationalismus (Thomas Mann, 1931). Das Geheime Deutschland ist – im mythenfernen Deutschland von heute – eine symbolische Form für das Offenbarwerden seiner europäischen Herkunft. So kann man am Projekt des Geheimen Deutschland politische Mythen von mythischen Politeien, in denen der Glanz der Freiheit obwaltet, unterscheiden lernen.
- 2012
Transzendentalphilosophie und die Kultur der Gegenwart
- 342 Seiten
- 12 Lesestunden
Dieser Band bezeugt die nachhaltige Kraft des Philosophierens, mit der Immanuel Kant als Kritiker der Metaphysik die Philosophie wieder auf die Passion der Freiheit und Selbsterhaltung verpflichtet. Mit der Transzendentalphilosophie werden wieder Gründe des Menschen, seiner Selbstbestimmung und der Weltbürgerlichkeit für einen öffentlichen Diskurs bereitgestellt. Indem Kant der Anthropologie den Rang einer Ersten Philosophie zuweist, bereitet er die Basis für eine Kulturphilosophie in der Moderne, die dem Menschen und der Erde treu bleibt. „Kant“, so hat es einmal Goethe im Gespräch mit Eckermann gesagt, „ist derjenige, dessen Lehre sich fortwirkend erwiesen hat, und die in unsere deutsche Kultur am tiefsten eingedrungen ist.“ In diesem Band werden die historisch verwickelten Wege aufgewiesen, auf denen sich das Werk Kants mit der deutschen und europäischen Kultur verbindet.
- 2012
Życie w labiryntach
- 247 Seiten
- 9 Lesestunden
- 2010
Wandel der Welt
- 335 Seiten
- 12 Lesestunden
- 2010
Achim von Arnim und sein Kreis
- 383 Seiten
- 14 Lesestunden
Dieser Band fasst nach einem ersten Jahrzehnt neuer historisch-kritischer Editionsarbeiten an der Weimarer Arnim-Ausgabe (WAA) die dabei erreichten philologischen, literarischen, philosophischen und komparatistischen Konstellationen zusammen. Es entsteht ein neues Bild von einem der ‚originellsten Köpfe der romantischen Schule' (Heinrich Heine) und seines viel nachhaltigeren Einflusses auf Zeitgenossen wie Nachgeborene als bisher gedacht. Sowohl werkgeschichtliche neue Untersuchungen zu Arnim, als auch neue Einsichten in Verbindungen Arnims mit dem frühromantischen Denkkreis und wirkungsgeschichtliche Facetten frühromantischen Dichten und Denkens ergeben ein überraschend neues Tableau romantischer Mentalität.
- 2010
Kant der Europäer
- 309 Seiten
- 11 Lesestunden
Das Leben Immanuel Kants ist von zahlreichen europäischen Bezügen geprägt, die auch seine Philosophie beeinflussten und bis heute nachwirken. Dieser Sammelband untersucht die europäische Dimension in Kants Denken sowie die Rezeption seiner Lehren in verschiedenen Ländern. Der Berliner Kantforscher Steffen Dietzsch hat renommierte Gelehrte zusammengebracht, die ihre Perspektiven auf Kants Leben und Werk präsentieren. Sechzehn Autoren dokumentieren die europaweite Wirkung von Kants philosophischem Schaffen und belegen die Relevanz der Kantforschung im europäischen Kontext. Beiträge umfassen unter anderem Kants Einfluss in Königsberg, seine Rolle im Europa der Aufklärung, die Rezeption in den Niederlanden, Spanien und Polen sowie die Auswirkungen seiner Philosophie auf die italienische und russische Denktradition. Weitere Themen sind Kants Beziehung zu Swedenborg und die Berliner Haskala sowie die Betrachtung seiner Philosophie im Kontext der künstlichen Bewusstseinsentwicklung. Der Band erscheint als Begleitbuch zur Ausstellung „Kant der Europäer“ des Museums der Stadt Königsberg in Duisburg 2010, im Rahmen des europäischen Kulturhauptstadtjahres „Ruhr 2010“.
- 2008
La filosofia de Kant dos-cents anys després
- 90 Seiten
- 4 Lesestunden