Hermeneutisches Verstehen fokussiert sich auf die Interaktion mit Texten und Äußerungen, die selbst Wissen darstellen, anstatt nur Informationen über sie zu sammeln. Es geht darum, diese Interpretanda als aktive Mitspieler zu betrachten und sie in den eigenen Erkenntnisprozess zu integrieren. Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von den Methoden der Realwissenschaften, da er die Reaktion und Aneignung von Bedeutungen in den Vordergrund stellt.
Wolfgang Kuhlmann Bücher





Zur Struktur unserer Vernunft
Studien zur Transzendentalpragmatik
Kommunikation und Reflexion
- 785 Seiten
- 28 Lesestunden
Herausgegeben vom Forum für Philosophie, Bad Homburg, wird in diesem Band versucht, Kants komplexe Gedankengänge mit modernen begrifflichen Mitteln zu entwirren und eine überprüfbare Ordnung zu schaffen. Ziel ist es, die dunkle transzendentalphilosophische Denkweise zu erhellen und sie begrifflich zu domestizieren. Dabei wird oft eine mehr oder weniger eingreifende „Kant-Transformation“ als notwendig erachtet. Kant-Interpretation, Kant-Rekonstruktion und systematisches Denken sind eng miteinander verbunden. Eine beiliegende Bibliographie gibt Aufschluss über das Interesse an Kants transzendentaler Philosophie. Die Inhalte umfassen verschiedene Aspekte der transzendentalen Philosophie, darunter die Möglichkeit, andere Kategorien zu denken, die Bedeutung des transzendentalen Ichs, Selbstbewusstsein als Prinzip, den Objektivitätsanspruch empirischer Urteile und dessen transzendentale Begründung. Weitere Themen sind Selbstaffektion, die Rolle der Empirie in transzendentalen Deduktionen, Invarianzprobleme, die Transzendentalpragmatik sowie reflexive und skeptische Argumente. Zudem wird Strawsons Paralogismus und eine mögliche transzendentale Deduktion des kategorischen Imperativs thematisiert. Abschließend bietet eine Bibliographie neuere Literatur zur theoretischen Philosophie Kants.