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Tilman Seidensticker

    Zeitgenössische islamische Positionen zu Koexistenz und Gewalt
    Islamismus
    • Islamismus

      Geschichte, Vordenker, Organisationen

      • 127 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Seit der Iranischen Revolution von 1979 und dem 11. September 2001 steht der Islamismus im Fokus globaler Aufmerksamkeit. Tilman Seidensticker erläutert die Unterschiede zwischen Muslimbrüdern, Salafisten, Wahhabiten und anderen Strömungen, ihre Vordenker und die Mittel, mit denen sie eine islamische Politik und Gesellschaft anstreben. Diese Einführung ist unerlässlich für alle, die den islamischen Fundamentalismus und seine Gefahren besser verstehen möchten. Seidenstickers gut strukturierte Analyse beleuchtet die Akteure, die Propaganda und das politische Umfeld dieser brisanten Ideologie. Während das Kapitel über Chomeini, den Gründer der Islamischen Republik Iran, eher oberflächlich wirkt, ist das über Hassan al-Turabi, den Paten des islamistischen Sudan, besonders fesselnd. Es zeigt, wie ein so junges politisches Konzept großes Interesse weckt, mehr über seine Hintergründe zu erfahren. Zudem wird erläutert, wie islamistische Staats- und Gesellschaftsvorstellungen zeitweise mit sozialistischen Elementen verschmolzen, wie Selbstmordattentate von der libanesischen Hisbollah global an Bedeutung gewannen und wie das Konzept des gewalttätigen Dschihad sich von einer marginalen Kategorie zu einer weit verbreiteten Maxime für Muslime entwickelte, die stark von staatlicher Unterstützung abhängt.

      Islamismus
      3,8
    • In den letzten Jahrzehnten haben militante Islamisten Gewalt gegen Angehörige anderer Religionen und Muslime unter Berufung auf den Islam gerechtfertigt. Diese Argumentationen finden bei heutigen Muslimen nur begrenzten Anklang, doch die theologische und politische Auseinandersetzung mit diesen Begründungen ist noch weit von einem Konsens entfernt. Der von Tilman Seidensticker herausgegebene Band basiert auf der Fachkonferenz „Islamische Kontroversen zu Koexistenz und Gewalt“, die vom 18. bis 20. September 2008 am Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald stattfand. Acht komplementäre Beiträge bieten Erklärungen zur Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer friedlichen Koexistenz von Muslimen und Angehörigen anderer Religionen aus verschiedenen Perspektiven. Im Fokus stehen sowohl gewaltbefürwortende als auch für friedliche Koexistenz eintretende Denker und Gruppierungen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den verwendeten Begründungsmustern: Wie werden Koranverse, Prophetentraditionen und mittelalterliche Urteile ausgewählt und in Argumentationen integriert? Die Diskussionen werden bis in die jüngste Zeit verfolgt, um die Komplexität der Thematik zu beleuchten.

      Zeitgenössische islamische Positionen zu Koexistenz und Gewalt