Als Anfang der achtziger Jahre Wolfgang Pohrt die öffentliche Bühne betrat, wurde den Lesern schnell klar, dass da jemand einen neuen Ton anschlug. Pohrt verstand es, seine Thesen mit großer Schärfe, Klugheit und Eleganz zu formulieren. Seine Kritik an den Grünen und der Friedensbewegung ist legendär, vor allem, seit diese nationale Töne anschlugen und die Nation nicht mehr abschaffen, sondern retten wollten. In der Biographie wird daran erinnert, dass die Linke in Deutschland zwar versagt hat, aber dank Wolfgang Pohrt das Niveau der Kritik an ihr weit besser war, als sie es verdient hatte, man kann sagen, dass ein realistisches Bild von ihr nur deshalb erhalten geblieben ist, weil Pohrt sich ihrer Fehler und Eigenarten angenommen und damit die Mythenbildung erschwert hat. Mit seiner großen Massenbewusstseinsstudie der Deutschen und dem Konkret-Kongress 1993 kündigte sich sein Abschied an, aber noch heute macht sich sein Einfluss bemerkbar, als ob seine Gedanken wie ein schwacher unterirdischer Strom immer wieder einen Nerv treffen und eine Reaktion erzeugen.
Klaus Bittermann Bücher






Serbien muss sterbien
Wahrheit und Lüge im jugoslawischen Bürgerkrieg
Über kein Ereignis wurde in den letzten Jahren in den Medien so ausführlich, aber auch so einseitig berichtet wie über den Bürgerkrieg in Jugoslawien. Tatsachenverdrehungen und glatte Lügen sind an der Tagesordnung. Warum das so ist, darüber schreiben Autoren aus Frankreich, Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten.
Hrsg. v. Roth, Jürgen ; Bittermann, Klaus. ( Critica Diabolis, 64). 191 S.
Zur 40jährigen Verlagsgeschichte veröffentlicht der Verleger Texte über seine Autoren, die wichtig für den Verlag waren und sind und ihn mit geprägt haben, Texte über Wolfgang Pohrt und Eike Geisel, über Harry Rowohlt und über die verlorene Freundschaft mit Roger Willemsen, über Fanny Müller und Horst Tomayer, über Hunter S. Thompson und Guy Debord.
Sid Schlebrowskis kurzer Sommer der Anarchie und seine Suche nach dem Glück
- 240 Seiten
- 9 Lesestunden
Ein charmanter, leichter und luftiger Roman, ein Roadmovie durch eine Zeit, als es noch keine Handys gab, mit zwei Teenagern, die wie die Raben klauen, in den Tag hineinleben, auseinandergerissen werden und sich dreizehn Jahre lang suchen. »Ich mag diese Ausreißergeschichte sehr, insbesondere, weil sie ja tatsächlich stattgefunden hat.« Robert Seethaler
Und wieder versucht Klaus Bittermann herauszufinden, wie weit die Gentrifizierung in seinem Viertel in Kreuzberg gediehen ist. Er beobachtet eine wundersame Vermehrung junger Franzosen, Engländer und Spanier, er ist den ""Miethaien"" auf der Spur, die sich als harmlose Rentner tarnen, er bestaunt eine Schießerei auf dem Spielplatz vor seiner Tür, in der es sehr alttestamentarisch zugeht, er schlägt sich im Wellness-Bereich des Berliner Zolls durch, er isst kontaminiertes Sushi, um erleuchtet zu werden, er lernt einen Mann kennen, der mit Teelichtern heizt, er demonstriert vor dem Springer-Hoch
Liebesgrüsse aus Bagdad
- 155 Seiten
- 6 Lesestunden
„Schon wieder sind die Deutschen von der Geschichte betrogen worden, diesmal auf eine besonders gemeine Weise. Nicht nur, daß sie keine Chance bekommen haben, es irgendwie besser zu machen, sie haben einen Krieg verloren, an dem sie nicht mal teilgenommen haben. Gemeinsam mit der geschlagenen irakischen Armee ziehen auch auch die 'edlen Seelen' (Saddam Hussein) der deutschen Friedensbewegung vom Schlachtfeld zurück. Während überall in der Welt die Menschen erleichtert aufatmen, während die irakischen Soldaten den amerikanischen GI's, von denen sie gefangengenommen werden, aus Dankbarkeit um den Hals fallen, macht sich in Deutschland eine klammheimliche Enttäuschung breit. Die Apokalypse wurde bis auf weiteres vertagt, der Dritte Weltkrieg wurde hat nun doch nicht stattgefunden, die globale Klimakatastrophe ist ausgeblieben, und der Ölteppich aus dem Golf konnte schon weit vor Sylt gestoppt werden.“ - Henryk M. Broder
Smoke smoke smoke that cigarette
- 224 Seiten
- 8 Lesestunden
Jean-Paul Sartre hielt ein Leben ohne Zigarette für 'ein bißchen weniger lebenswert', Somerset Maugham bezeichnete das Rauchen als 'einzige Erfüllung seines Lebens, in die sich nie die Bitternis der Enttäuschung gemengt habe' und Mark Twain meinte: 'Wenn man es im Himmel nicht tun darf, gehe ich nicht hin.' Und die göttliche Jeanne Moreau sagte: 'Männer, die sich das Rauchen abgewöhnt haben, sind mir unheimlich', während Marguerite Duras noch einen Schritt weiter ging und fragte: 'Wozu Sex haben, wenn man auch so rauchen kann.' Nur Adolf Hitler – der schon wieder – beckmesserte: 'Die deutsche Frau raucht nicht.' Und was hat es gebracht? Ein zwölf Jahre dauerndes 1000jähriges Reich, einen Weltkrieg und das Passivrauchen. Erst als die Amerikaner die Lucky Strike einführten wurde es in Deutschland wieder etwas lebenswerter. Und deshalb muß den Bemühungen der Bundesregierung, die Raucher auszugrenzen, entschieden entgegengetreten werden. So nicht, Regierung! Und deshalb sollten wir alle zusammen mit Sammy Davis Jr. den Song anstimmen: 'Smoke smoke smoke that cigarette!'



