Gerlinde Huber-Rebenich Bücher






Der vorliegende Band vereinigt Beiträge zur Tagung „Lehren und Lernen im Zeitalter der Reformation“, die 2009 in der Forschungsbibliothek Gotha stattfand. Ausgehend von der Umbruchphase zwischen spätmittelalterlichem Lehrbetrieb und humanistischen Neuansätzen bis hin zur Konsolidierung des Bildungswesens in postreformatorischer Zeit werden unterschiedliche Formen von Bildungsvermittlung und Bildungserwerb vorgestellt. Dabei interessieren nicht allein die vermittelten Inhalte, sondern vor allem auch die Methoden der Vermittlung und die Funktionen, die das erworbene Wissen erfüllen sollte. In den Blick genommen werden die Ausbildung in den Alten Sprachen, in der Naturlehre, in protestantischer Theologie und im Musikunterricht, jeweils unter Berücksichtigung verschiedener Institutionen, an denen die betreffenden Disziplinen angesiedelt waren (vom Kloster bis zur Universität) sowie verschiedener Medien und Diskursformen, in denen sich Lehren und Lernen vollzog (vom Lehrbuch bis zur Disputation).
Frühneuzeitliche Bildungsreisen im Spiegel lateinischer Texte
- 234 Seiten
- 9 Lesestunden
Der Band dokumentiert die Frühzeit der druckgraphischen Metamorphosen-Illustrierung in Frankreich, Italien und Deutschland, in der die narrative Darstellung dominiert. Diese Phase zeigt, wie in einem geschlossenen Bildraum mehrere Sequenzen einer Mythenepisode aneinandergereiht werden. Ovids Metamorphosen finden sich in verschiedenen Gattungen der repräsentativen Kunst und des Kunsthandwerks. Ein zentrales Medium ist das illustrierte Buch, das seit dem späten 15. Jahrhundert zahlreiche Ausgaben mit Holzschnitten, Kupferstichen und Radierungen hervorbrachte. Das ›Ikonographische Repertorium‹ bietet einen Überblick über die Illustrationsserien innerhalb der textbegleitenden Druckgraphik und verdeutlicht Kontinuität und Wandel in der Darstellungsweise. Der Band I.1 dokumentiert die frühesten Vertreter dieser Illustrierung, in der zwei traditionsreiche ›Bildfamilien‹ dominieren: Die eine geht auf die 1484 in Brügge bei Colard Mansion gedruckten Holzschnitte zur Bible des Poëtes zurück, während die andere, einflussreichere, auf die 1497 bei Giunta in Venedig erschienene Bildfolge zum Ovidio metamorphoseos vulgare des Giovanni dei Bonsignori verweist. Zudem werden einige wenige Bildzyklen vorgestellt, die keine eigene Tradition ausprägten, wie die Illustrationen des Georg Wickram zu seiner Bearbeitung der Metamorphosen-Übertragung des Albrecht von Halberstadt.
Mirabilia Urbis Romae
- 176 Seiten
- 7 Lesestunden
* Pflichttitel für alle Romkenner und Romliebhaber * Mit zahlreichen Abbildungen und Karten Dieser Text ist gewissermaßen die »Mutter« aller Reiseführer über die ewige Stadt. Er liegt zahlreichen lateinischen und muttersprachlichen Varianten und Redaktionen zugrunde. Zugleich ist er ein wichtiges Zeugnis für die Wiedergeburt der Stadt und ihres Selbstbewusstseins im 12. Jahrhundert. Von diesem Text, der in lateinischer Sprache schwer zugänglich ist, gibt es bislang keine deutsche Übersetzung. In dieser hier erstmals vorgelegten lateinisch-deutschen Ausgabe sind zahlreiche Anmerkungen enthalten. Karten und Bilder der beschriebenen »Wunderwerke« sowie eine bibliophile Ausstattung machen den Band zum Pflichttitel für jeden Romkenner und Romliebhaber. Eine knappe Einleitung zur Stadtgeschichte, zum Pilgerwesen sowie zur Geschichte dieses Führers komplettiert diese Ausgabe.
Die Beiträge dieses Bandes beleuchten aus verschiedenen disziplinären Perspektiven das Leben und Wirken des gelehrten Gesandten Jacques Bongars (1554-1612), der als Hugenotte im Dienst des katholischen Königs Heinrich IV. stand. Sowohl seine Sprachstudien als auch seine philologische Editionstätigkeit werden gewürdigt, ebenso wie seine diplomatischen Missionen bei den protestantischen deutschen Reichsständen. Die Auswertung von Bongars' Briefen, Notizen, Stammbuch, Justinausgabe und seiner umfangreichen Büchersammlung zeigt die enge Vernetzung von Gelehrtenrepublik und Politik in dieser Zeit. Durch den Vergleich mit anderen Protestanten im Dienst der französischen Krone und der Entwicklung europäischer Außenbeziehungen während der Konfessionskriege wird Bongars als paradigmatischer Zeitzeuge und repräsentativer Vertreter seines Standes erkennbar. Eine systematische Aufarbeitung seiner Hinterlassenschaft bietet wertvolle Einblicke in die Diplomatiegeschichte, den Konfessionalismus, Gelehrtennetzwerke und die frühneuzeitliche Philologie. Untersuchungen zur Sammlungsgeschichte verdeutlichen, dass Wissenschaftler früherer Epochen den Quellenwert der 'Bongarsiana' erkannten und diese für ihre zeitgenössischen Forschungen nutzten.