Dort, wo sich einst Löhrs Garten, das seit dem Mittelalter besiedelte Gerberviertel sowie Kasernen und Exerzierplätze des sächsischen Militärs befanden, erstreckt sich heute die Innere Nordvorstadt. Der Rundgang führt vom Ring quer durch die Nordvorstadt bis an die Grenze zu Gohlis. Dem aufmerksa¬men Spaziergänger begegnen prachtvolle Gebäude am Ring, interessante Architekturen des Leipziger Zoos, architektonisch beeindruckende Wohnhäuser und Villen sowie bemerkenswerte Kirchen.
Der westlich des Stadtzentrums gelegene Ort entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert zu einer prosperierenden Industriegemeinde. Nach 1990 führte die radikale De-Industrialisierung zu einem schmerzhaften Niedergang, doch heute gehört Lindenau zu den attraktivsten Wohngebieten Leipzigs. Mit kulturellen Leuchttürmen wie der »Musikalischen Komödie« und dem »Theater der jungen Welt«, umgenutzten Industrie-Palästen und Kaufhäusern, aber auch eindrucksvollen Schul- und Kirchenbauten der Gründerzeit vermag Lindenau seine Besucher zu überraschen und zu faszinieren.
Kaum ein Leipziger Stadtteil schafft es öfter in die überregionale Presse als Connewitz. Dabei spiegelt die Berichterstattung über die »linksautonome Szene« nur eine von vielen Facetten dieses südlich des Zentrums gelegenen Stadtteils wider, der ganz wesentlich geprägt ist durch die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK), aber auch durch prachtvolle Villen, bedeutende Wohnsiedlungen und eindrucksvolle Kirchen-, Krankenhaus- und Schulbauten.
Fachleute aus elf Archiven von Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft widmen sich dem Thema »Kolonialismus« aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Die Beiträge spannen einen weiten Bogen von der frühkolonialen Afrikaforschung über postkoloniale Ideen im Rahmen eines technokratischen Megaprojekts bis zu den antikolonialen Bewegungen der 1960er Jahre in Westdeutschland, städtebaulichen Aktivitäten der DDR-Architektur in den jungen Nationalstaaten und der kritischen Aufarbeitung der Thematik
In den Jahren um die Wende zum 20. Jahrhundert wurde die Leipziger Innenstadt, die sich in ihren Ausmaßen und ihrer Grundstruktur seit dem 14. Jahrhundert nicht verändert hatte, gewissermaßen neu erbaut. Zahllose Gebäude der Renaissance, des Barock und des Klassizismus wurden rücksichtslos abgerissen. An ihre Stelle traten die gewaltigen, oft genug protzigen Bauten der Gründerzeit und des Historismus. In Leipzig entstanden ganz neue Häusertypen wie Messepaläste, Passagenbauten, Kaufhäuser, Pelzwarenkontore und als Krönung der Monumentalbau des Hauptbahnhofes. Am Ende dieses Umbauprozesses war aus der kleinen, etwas verschlafenen Stadt eine pulsierende Metropole der Moderne geworden. Das neue Medium der Ansichtskarte reagierte unverzüglich. In abertausenden Aufnahmen wurde das Bild der „neuen Stadt“ in aller Welt verbreitet. Aber nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl dieser Fotos wurde von Hand koloriert (die Farbfotografie entstand erst später) und farbig gedruckt. Das Buch versammelt eine umfassende Auswahl dieser kolorierten Ansichtskarten des Leipziger Stadtzentrums und der inneren Vorstädte. Die historischen Ansichten werden ergänzt durch Vergleichsfotos vom heutigen Zustand. Auf diese Weise entsteht ein verblüffend lebendiges Bild der Stadt um die Jahrhundertwende - und von den schweren Schäden, die das Stadtbild im Laufe des 20. Jahrhunderts erlitten hat.