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Werner Lesanovsky

    Bildungs- und wissenschaftsgeschichtliche Spuren
    Gekrönte pädagogische Preisschriften der Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften
    Lernen, lernen und abermals lernen
    "Ohne Familienerziehung gibt's überhaupt keine Erziehung"
    Bildungspolitik, Schule und Pädagogik im sächsischen Parlament 1869 - 1900
    Den Menschen der Zukunft erziehen
    • Den Menschen der Zukunft erziehen

      • 568 Seiten
      • 20 Lesestunden

      Diese erstmalige Quellenedition thematisiert die Bildungs- und Schulpolitik sowie Pädagogik der deutschen Arbeiterbewegung als immanenten Bestandteil ihres Strebens um eine gerechtere, freiheitliche Staats- und Gesellschaftsordnung. Ihre bildungspolitischen Aktivitäten und pädagogischen Bestrebungen nahmen einen bisher unterbewerteten beachtlichen quantitativen Aufschwung und wurden durch qualitativ neue und zukunftsträchtige Formen der Bildung, Erziehung und Sozialisation der Heranwachsenden erweitert. Ihr angestrebtes Bildungs- und Erziehungsziel, «den Menschen der Zukunft erziehen» und bilden zu wollen, war Ausdruck ihrer humanistisch orientierten Volksbildung und -erziehung. Die durch Reformvorschläge geprägten Modernisierungstendenzen in der Pädagogik und Bildungspolitik waren Teil einer sich langsam entwickelnden Demokratiebewegung. Die aufgenommenen, bisher wenig oder gar nicht zugänglichen Dokumente lassen deutlich werden, mit welcher Intensität, Vielfalt, Breite und Konsequenz die Sozialdemokratie ihre Auseinandersetzungen zur Volksbildung und ihren Schulkampf führte.

      Den Menschen der Zukunft erziehen
    • Sachsen war eine historische Hochburg der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, wurde jedoch in der Geschichts- und Bildungsgeschichtsschreibung vor der Wende 1989/90 vernachlässigt. Werner Lesanovsky analysiert erstmals detailliert das bildungspolitische Wirken des sächsischen Landtags im späten 19. Jahrhundert, das in keinem anderen Bundesstaat des Kaiserreichs eine Parallele fand. Trotz ihrer Oppositionsrolle und Minorität beeinflussten die sächsischen Abgeordneten die Bildungs- und Schulpolitik sowie die Sozialisation junger Menschen. Ihre Vorschläge zur Reform des Volksschulwesens trugen zur Entstehung reformpädagogischer Tendenzen bei. Sie kritisierten die entfremdete Schule, die den ökonomischen, sozialen und politischen Anforderungen nicht gerecht wurde, und hoben die wechselseitige Abhängigkeit von Erziehung, Gesellschaft, Politik und Pädagogik hervor. Der Autor beleuchtet die Komplexität der bildungspolitischen und pädagogischen Themen, den dynamischen Verlauf der Aktivitäten, die Prinzipienfestigkeit der Abgeordneten in Bildungsfragen sowie die bis in die Weimarer Republik wirkenden reformerischen Bemühungen. Zur Veranschaulichung quantitativer und qualitativer Aspekte der Bildungspolitik werden ausgewählte Reichstagsreden und die bildungspolitische Tätigkeit in einem Kommunalparlament einbezogen.

      Bildungspolitik, Schule und Pädagogik im sächsischen Parlament 1869 - 1900
    • Diese Monographie thematisiert erstmalig die bildungs- und erziehungstheoretischen Auffassungen des langjährigen führenden Repräsentanten der deutschen Sozialdemokratie im Kaiserreich. Es werden seine bildungs- und schulpolitischen sowie pädagogischen Positionen im sozialgeschichtlichen Kontext seiner Zeit und als immanenter Bestandteil des Strebens der deutschen Arbeiterbewegung um eine gerechte, freiheitliche Staats- und Gesellschaftsordnung dargestellt. Seine bildungspolitischen Aktivitäten und seine pädagogischen Bestrebungen nahmen in den etwa fünf Jahrzehnten seiner politischen Tätigkeit beachtlich sowohl an Quantität wie an Qualität zu, was bisher meist unterbewertet wurde. Inhaltlich wurden seine theoretischen Vorstellungen zur Bildung, Erziehung und Sozialisation der Heranwachsenden und zur Pädagogik durch die Aneignung des Gedankenguts von Marx und Engels sowie durch die Umsetzung ihrer Positionen in den bildungspolitischen Disputen der Sozialdemokratie und mit den konservativen Vertretern des Kaiserreiches bestimmt. Seine Reformvorschläge unterstützten die Modernisierungstendenzen in der Pädagogik, Bildungspolitik sowie im Schulwesen und waren Teil einer sich langsam entwickelnden Demokratiebewegung. Die bildungspolitischen und pädagogischen Bemühungen lassen deutlich werden, mit welcher Intensität, Vielfalt, Breite und Konsequenz er die Auseinandersetzungen zur Volksbildung, Erziehung und Pädagogik führte.

      Lernen, lernen und abermals lernen
    • Erstmals wurden in dieser Sammlung Gekrönte Pädagogische Preisschriften der Erfurter Akademie aus der Zeit des Kaiserreiches analysiert. Sie verdeutlichen auf Grundlage der sozialgeschichtlichen Betrachtungsweise den bildungs- und schulpolitischen Beitrag der Akademie im Diskurs über die zielgerichtete Sozialisation sowie die Bildung und Erziehung der heranwachsenden Generation. Zugleich repräsentieren die bildungspolitischen Aktivitäten und die pädagogischen Bestrebungen der Akademie einen beachtlichen quantitativen und qualitativen Aufschwung in einem bis dahin kaum verfolgten Tätigkeitsbereich ihrer Geschichte. Die aufgenommenen Arbeiten lassen erkennen, mit welcher Intensität, Vielfalt, Breite und mit welchem qualitativen Anspruch die Akademie und ihre führenden Repräsentanten dieser Jahrzehnte die Auseinandersetzung zur Volksbildung und im Schulkampf unterstützten.

      Gekrönte pädagogische Preisschriften der Akademie Gemeinnütziger Wissenschaften
    • Die Streitschrift „Moses oder Darwin“ hat seit ihrem Erscheinen 1889 anhaltende bildungspolitische Diskurse und theoretische Debatten über die „richtige“ Erziehung ausgelöst. Theologen, Pädagogen sowie politische Entscheidungsträger lehnten den Darwinismus und seine Abstammungslehre weitgehend als Grundlage schulischer Bildung ab. Materialistisch Orientierte folgten oft dem Marxschen Verständnis von Religion als „Opium des Volkes“, was den Säkularisierungsprozess in Deutschland prägte. Die normative Funktionalisierung der Religion und des Religionsunterrichts stellte die Frage nach der Trennung von Kirche und Staat bzw. Schule in den Mittelpunkt bildungspolitischer Kontroversen. Dodel orientierte sich an Schleiermacher, der Religionsunterricht als „Rest früherer Zeiten“ betrachtete und dessen Normierung in der öffentlichen Schule als „Unding“ ablehnte. Diese Problematik ist seit dem gesellschaftlichen Umbruch 1989/90 und der Neukonstituierung der ostdeutschen Schullandschaft wiederholt in den Fokus bildungspolitischer Debatten gerückt. Die gesetzlich verankerte Pflichtfach Religion in vielen Bundesländern steht im Widerspruch zum Neutralitätsprinzip der „Glaubens- und Gewissensfreiheit“ des Grundgesetzes. Diese Themen werden anhand ausgewählter Textpassagen aus Dodels Schrift und weiteren historischen Dokumenten zum Säkularisierungsprozess diskutiert.

      Moses oder Darwin?
    • Der Deutsche Jugendschatz stellt ein «Unikat» deutscher Erziehungs- und Bildungs-, Literatur- und Kulturgeschichte im 19. Jahrhundert dar. Er ist nachweisbar die erste Wochenschrift für die Heranwachsenden in Arbeiterfamilien und war zugleich als Bildungsmittel für die pädagogische Tätigkeit der Eltern gedacht. In der Studie wird erstmals in diesem Umfang unter literaturgeschichtlicher und -pädagogischer Schwerpunktsetzung die Wochenschrift analysiert. Sie erschien zu Beginn des Sozialistengesetzes gegen die Sozialdemokratie. Als Mitarbeiter waren neben W. Liebknecht und A. Bebel die jungen literarischen Kräfte der SPD sowie sympathisierende Wissenschaftler, Mediziner und Pädagogen tätig, deren Beiträge repräsentativ auszugsweise abgedruckt werden.

      Deutscher Jugendschatz, Wochenschrift für Arbeiterfamilien im 19. Jahrhundert