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Jürgen Doppelstein

    Ernst Barlach - Mystiker der Moderne
    Ernst Barlach
    "Einander fremd und unbewußt zu sein"
    Lost Paradise lost
    • Die Konfrontation mit dem „Fremden“ bleibt ein faszinierendes Thema in der politischen Diskussion und kulturwissenschaftlichen Forschung. Die Debatte über „interkulturelle Beziehungen“, „Migration“ und „Integration“ beleuchtet, dass das Anderssein des „Anderen“ sowohl bestürzend als auch faszinierend sein kann. Der Begriff „das Fremde“ hat sich etabliert und ist nach wie vor treffend. Literatur und literarische Forschung spielen eine entscheidende Rolle, insbesondere die Reiseliteratur, die historische Erfahrungen bietet, die helfen können, aktuelle Vorurteile zu überwinden. Besonders bei Reisen in „fremde“ Kulturen zeigt sich der Zwiespalt zwischen Aufbruch und Desillusionierung sowie zwischen kultureller Bindung und dem Mut zur Grenzüberschreitung. Reiseberichte thematisieren das zentrale Problemfeld der „Fremderfahrung“ und fragen nach der Offenheit und Begrenztheit des Reisenden gegenüber der fremden Kultur. Wie werden Ideen, Lebensstile und kulturelle Praktiken vermittelt und in den eigenen historischen Kontext integriert? Welche Auswirkungen haben diese Prozesse auf nationale Identitäten? Welche literarischen Möglichkeiten zur Verarbeitung von Fremdheit bestehen? Handelt es sich um Strategien der Öffnung oder der Abgrenzung? Diese Fragen werden anhand des neu transkribierten Reiseberichts von Ernst Barlach über seine Reise nach Russland im Jahr 1906 untersucht.

      "Einander fremd und unbewußt zu sein"
    • Ernst Barlach - Mystiker der Moderne

      • 315 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Die Kunst des Abendlandes, von einfacher Volkskunst bis zu Meisterwerken wie denen Michelangelos, ist eng mit dem Kirchenraum verbunden, der über Jahrhunderte hinweg der Hauptauftraggeber für Kunst war. Auch heute bietet der Kirchenraum ideale Voraussetzungen für die Rezeption von Kunst, da er den Menschen ermöglicht, sich selbst zu begreifen und gleichzeitig mit etwas Größerem in Kontakt zu treten. Während kirchliche Kunst als bewusster Schritt zwischen der konkreten Welt und einer Gegenwelt gilt, lässt moderne Kunst zentrale menschliche Erfahrungen wie Liebe, Geburt, Zerstörung und Tod symbolisch Realität werden. Die Ausstellung „Ernst Barlach - Mystiker der Moderne“ thematisiert diese Zusammenhänge und fördert den Dialog zwischen den kulturellen Phänomenen Kirche und Kunst. Sie findet in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg statt und schafft ein Spannungsverhältnis zwischen einem außerkirchlichen Publikum und der Kirchengemeinde. Diese Initiative spiegelt das Bestreben der Kirche wider, sich kulturellen und künstlerischen Fragen zu öffnen, und greift die neu erwachte Sehnsucht nach dem Religiösen auf. In einer Zeit, in der viele Menschen nach Sinn suchen, der über Wissenschaft und Konsum hinausgeht, bietet die Ausstellung einen aktuellen Blick auf Barlachs Werk und reflektiert die Fragestellungen unserer Zeit.

      Ernst Barlach - Mystiker der Moderne