Der Band berichtet über die Ergebnisse eines archäologischen Kooperationsprojekts zwischen Denkmalpflege und universitärer Ur- und Frühgeschichtsforschung im Raum Cuxhaven. Im Fokus stehen die neuen feldarchäologischen Forschungen zur Ringwallanlage „Am Kirchhof“ in der Duhner Heide. Mit modernen naturwissenschaftlichen Methoden konnte die Datierung dieser Anlage, die zuvor als frühmittelalterlich galt, plausibel in die Bronzezeit eingeordnet werden. Dies hat Auswirkungen auf die funktionale Deutung und historische Kontextualisierung dieses exponierten Platzes, die im Band ausführlich behandelt wird. Zudem wurden mehrere angrenzende Grabhügel der Bronze- und Vorrömischen Eisenzeit untersucht, die neue Einblicke in die lokalen Bestattungs- und Grabgebräuche sowie die Siedlungsgeschichte im nördlichen Elb-Weser-Raum bieten. Abschließend präsentiert der Band die Ergebnisse von Nachuntersuchungen am „Galgenberg“ in Cuxhaven-Sahlenburg, einer markanten Burganlage des frühen Mittelalters, die sich nur etwa 2 km vom Duhner Ringwall entfernt befindet. Diese ist umgeben von zahlreichen Gräberfeldern und Siedlungsspuren des 1. Jahrtausends n. Christus, die größtenteils bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts untersucht wurden.
Ulrich Veit Reihenfolge der Bücher






- 2023
- 2014
Die Leipziger Apothekerfamilie Linck hat über drei Generationen im Verlauf des späten 17. und 18. Jahrhunderts eine umfangreiche und weithin bekannte naturkundlich-antiquarische Sammlung zusammengetragen, die in den Räumen der Apotheke in der Grimmaischen Straße allen Interessierten offen stand. Ein Großteil der Bestände dieses ehemaligen Musaeum Linckianum ist durch glückliche Umstände bis heute als Teil des Waldenburger Naturalienkabinetts erhalten geblieben. Zu diesen Beständen gehört auch ein größeres Ensemble prähistorischer bzw. archäologischer Funde, die wohl v. a. gekauft bzw. im Rahmen von Auktionen ersteigert wurden. Sie sind seit der Inventarisierung der Gesamtbestände durch Johann Heinrich Linck d. J. (Index Musaei Linckiani, 1783/87) nicht mehr, und damit fachwissenschaftlich noch überhaupt nicht – die zuständige Wissenschaft, die Prähistorische Archäologie, ist erst im 19. Jahrhundert entstanden –, begutachtet worden. Der vorliegende Band präsentiert diese Objekte erstmals in ihrer Gesamtheit und mit moderner Fundansprache. Zudem beleuchtet er – ausgehend von diesen Gegenständen selbst und ihrer primären Klassifikation durch die Sammler – Aspekte des naturkundlichen und archäologischen Sammelns im 18. Jahrhundert. Auf diese Weise wird der Leser mit einer Wissenswelt und mit speziellen Wissenspraktiken aus einer Zeit vor der Geburt der Prähistorischen Archäologie konfrontiert.
- 2012
In dem Buch „Der Facettenbinder“ werden zwölf kurze Texte und neun Gedichte vorgestellt. Sie entstammen unterschiedlichen Genres, der Erzählung, der Kurzgeschichte, der Novelle und der poetischen Prosa. Jeder der Texte ist unabhängig für sich zu lesen. Im Ganzen kann man sie aber auch als Momentaufnahmen auf einer Reise durch das zwanzigste Jahrhundert bis heute auffassen. Auf dieser Reise lauert für die Protagonisten in jeder Episode die Gefahr zerrissen zu werden, unterzugehen. Zugleich ist das Buch der Versuch, in jedem einzelnen Text die facettierte Wirklichkeit durch Rückgriff auf eine innere, heimatliche Matrix zu bewältigen. Auf der Suche nach einem solchen koordinierenden Muster stoßen vor allem die Texte am Ende des Buches in Regionen an der Grenze zum Unbewussten vor. Auf diesem Weg entstehen fortlaufend poetische Bilder.
- 2004
- 2003
In diesem Band, der aus einer Tagung am Tübinger Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters im Juni 2000 hervorgegangen ist, werden in grundsätzlicher und exemplarischer Form die Möglichkeiten einer Rekonstruktion der Bedeutungsdimension archäologischer Funde diskutiert. Neben Archäologen aus unterschiedlichen Fachtraditionen kommen auch Ethnologen, Historiker, Geographen und Soziologen zu Wort. Das Buch markiert insgesamt einen deutlichen Schritt in Richtung auf eine stärker kulturtheoretisch informierte und orientierte Archäologie.
- 1996
Die Erforschung der europäischen Jungsteinzeit hat in den letzten Jahrzehnten bedeutende Fortschritte in den Bereichen Umweltbedingungen, Wirtschaftsweisen und Siedlungsformen gemacht. Dennoch bleibt die geistige Welt der Menschen dieser Zeit weitgehend unerforscht. Ansätze, die die Kultur dieser Epoche erfassen wollen, laufen oft Gefahr, die Quellen in den Kontext der neueren europäischen Geschichte zu stellen oder sie als „primitiv“ oder „exotisch“ abzutun. Diese Studie sucht einen Ausweg aus diesem Dilemma und setzt dabei auf Vergleiche mit ethnographischen und historischen Beobachtungen aus anderen Regionen und Epochen. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die umstrittene Praxis der Siedlungsbestattung. Nach einer kritischen Sichtung des verfügbaren Materials wird ein vorläufiges Modell des Verhältnisses zwischen Lebenden und Toten entwickelt. Anstatt die Quellen in immer engere Kategorien zu zerlegen, wird der breitere gesellschaftliche und historische Kontext einbezogen. Die Untersuchung der Siedlungsbestattung erfolgt im Zusammenhang mit gleichzeitigen Gräberfeldern und anderen Skelettfundkomplexen sowie in Relation zu Siedlungsweise und Wirtschaft. Die Diskussion fokussiert sich auf vier zentrale Bereiche: Demographie, soziale Ordnung, Religion sowie „Archäologische Kultur“ und Kulturwandel.