Le Judas de Leonard
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Novembre 1642: tutto è pronto per il colossale bagno di sangue in cui, nel giorno di San Martino, dovranno rotolare ben diciassettemila teste di nobili, per il grande macello dell'aristocrazia di Francia. Ma la macchina si inceppa e tutto finisce in una bolla di sapone. Come mai? Un uomo bislacco, un sognatore che mentre incipria o rabbercia parrucche ormai stanche, vagheggia di avere origini altissime, un essere mezzo Arlecchino e mezzo Charlot, attraversa come una torpedine impazzita il gran disegno del Cardinale. Per contrastare i progetti dei Titani, il destino si serve del folle parrucchiere Tancréde Turlupin. Il quale, fantasticando di essere riconosciuto da nobilmadre, finirà per diventare l'ultimo campione dell'aristocrazia morente.
Die Welt ist aus den Fugen in diesem historisch-fantastischen Roman: Der Krieg zwischen August dem Starken und Karl XII. von Schweden hat Schlesien um 1700 im Würgegriff. Regimenter durchziehen das Land und üben erbarmungslose Lynchjustiz. Die Bauern, aber auch Banden von Räubern und Vagabunden kämpfen ums nackte Überleben. Ein christlicher Bischof bietet den Verfolgten letzte Zuflucht: In seinen Steinbrüchen und Schmelzöfen »stöhnen an Karren geschmiedet die Lebendig-Toten, die sich vor dem Galgen in die Hölle geflüchtet haben«. Zwei Männer, ein adeliger Deserteur und ein namenloser Vagabund, stehen am Scheideweg. Der Weg des ersten führt zur feindlichen schwedischen Armee, zu Kriegsruhm, Reichtum und zur schönen Maria Agneta, seiner Kusine. Der Weg des anderen führt in die Feuerhölle des Bischofs. Doch die Schicksale kreuzen und vertauschen sich. Der kunstvoll geometrische Aufbau dieses Plots gehört zu den ästhetisch beglückendsten Erfindungen des Mathematikers Perutz. Und in der Figur des namenlosen Vagabunden hat er eine Gestalt erschaffen, die in Charisma und Dämonie den berühmten Helden der schwarzen Romantik gleicht von Byrons Manfred bis zu Dumas' Grafen von Monte Christo.
In diesem Band sind kleine Erzählungen, unvollendete Romane und Reise- sowie Literaturfeuilletons von Perutz versammelt. Im Mittelpunkt steht das Romanfragment "Mainacht in Wien", das 1938 entstand und die Flucht des jüdischen Journalisten Dr. Georg Schwarz vor der deutschen Besatzung erzählt.
Diese Sammlung von Kurzgeschichten enthält: Herr, erbarme dich meiner! Dienstag, 12. Oktober 1916 Die Geburt des Antichrist Der Mond lacht Das Gasthaus zur Kartätsche Nur ein Druck auf den Knopf Der Tag ohne Abend Gespräch mit einem Soldaten Pour avoir bien servi
Leo Perutz zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Erzählern fantastischer Geschichten, bekannt für Werke wie Der Marques de Bolibar und Der Meister des jüngsten Tages. In seinem Roman Nachts unter der steinernen Brücke, den er während seiner Emigration in Tel Aviv schrieb, kehrt der 1882 in Prag geborene Autor zu seinen Kindheitsorten zurück. 1951 vollendet, hatte Perutz anfangs Schwierigkeiten, einen Verleger zu finden. Als das Buch 1953 schließlich erschien, erhielt es durchweg positive Kritiken, wurde jedoch kein Publikumserfolg. Die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen dem böhmischen König Rudolf II. und der schönen Esther, der Frau des "Meisljud", thematisiert Perutz' zentrale Idee eines Zwischenreiches aus Bewusstsein und Traum. Diese wird in einer dichten, atmosphärischen Szenerie des 16. und 17. Jahrhunderts, geprägt von Alchemisten und Golems, dargestellt. Die vierzehn Episoden verleihen dem Werk seinen Reiz und machen die Erfüllung der Liebe umso wunderbarer. Der legendäre Hohe Rabbi Loew verbindet die Liebenden in einem magischen Traum, indem er unter der Moldaubrücke einen Rosenstock und Rosmarin pflanzt. So schmiegen sich die Blüten im Abendwind, während der träumende Kaiser den Kuss seiner Traumgeliebten spürt.
Die funkelnden Reise- und Literaturfeuilletons, die Perutz berühmt gemacht haben, kleine Erzählungen und zwei unvollendete Romane bilden das Herzstück des Bandes. 'Mainacht in Wien' ist 1938 auf dem Weg in die Emigration entstanden und schildert die Geschichte des jüdischen Journalisten Dr. Georg Schwarz, der in die Fänge der Staatspolizei gerät. Dieser Band zeigt den Autor als einen der faszinierendsten Repräsentanten der Wiener Moderne. Er hält Überraschungen für eingefleischte Perutz-Anhänger bereit, ist aber gleichzeitig ein idealer Einstieg für neue Leser.
Spanienfeldzug, Winter 1812: In der andalusischen Bergstadt La Bisbal werden die Napoleon unterstützenden Regimenter „Nassau“ und „Erbprinz von Hessen“ durch spanische Guerillas vernichtet. Einzig der Leutnant von Jochberg überlebt das Massaker, seine Memoiren halten die geheimnisvollen Umstände bis zu ihrem tödlichen Ausgang fest. Leo Perutz erzählt in diesem unheimlichen und zugleich unnachahmlichen Roman, wie die deutschen Offiziere sehenden Auges und kraft der Phantasie des wandlungsfähigen Marques de Bolibar, Kopf des spanischen Widerstands, ihren eigenen Untergang herbeiführen.
»Dieser Roman gehört zum Allerbesten seiner Gattung und ist ein Werk im Range Edgar Allan Poes.« Die Zeit In Morwede, einem abgelegenen westfälischen Dorf, begegnet der Arzt Dr. Amberg in den 1930er Jahren dem Baron Malchin, einem Sonderling, der in jahrelangen chemischen Experimenten der Natur das Mittel zur Wiederentdeckung der alten mystischen Glaubensinbrunst abgerungen haben will. Es handelt sich um das Mutterkorn, eine Getreideseuche, die auch St. Petri-Schnee genannt wird. Amberg muss miterleben, wie der Weltverbesserer Malchin die Menschen an den Rand einer Katastrophe führt. Oder geschieht dies alles vielleicht doch nur in Dr. Ambergs Kopf? Der Arzt ist sich seiner Wahrnehmung keineswegs sicher. » Zur Leo-Perutz-Edition bei dtv