András F. Balogh Bücher






Kulturwissenschaftliche Forschung löst die Vorstellung von homogenen Kulturen auf und ihre eindeutige Unterscheidung von anderen Kulturen über Differenzen. Die Texte im Buch führen das am Beispiel zentraleuropäischer Kulturbegegnungen vor. Gleichzeitig begründet Differenz nicht notwendig Konflikte, Ähnlichkeit nicht Versöhnung. Freud formuliert das psychoanalytisch als „Narzissmus der kleinen Differenz“. Hier wird seine These literaturhistorisch und historisch an „kleinen Literaturen“ und Sprachen in Zentraleuropa festgemacht sowie an Verwandtschaften und Freundschaften in der Region.
Mehrsprachigkeit in Zentraleuropa
Zur Geschichte einer literarischen und kulturellen Chance
- 340 Seiten
- 12 Lesestunden
Im 19. Jahrhundert lebten zumindest 13 größere Sprachgruppen im Vielvölkerstaat der Habsburger. Diese Vielsprachigkeit der Gesamtregion verdichtete sich auch aufgrund modernisierungsbedingter Migrationen vor allem im Milieu, in dem unterschiedliche verbale und nonverbale kulturelle Kommunikationsräume sich konkurrenzierten und überlappten. Zwei- oder Mehrsprachigkeit – u. a. in der literarischen Produktion – war dabei vor allem nicht den Vertretern der dominanten Sprachen eigen, die sich häufig gegen Mehrsprachigkeit politisch wehrten, sondern, wie auch in der Gegenwart, für Personen und Gruppen typisch, welche die Grenzsituation der Peripherie repräsentierten und so zu „Übersetzern“ avancierten. Der spezifischen Hybridität des zentraleuropäischen Raums, ihrer Herkunft und ihren Auswirkungen bis ins 20. Jahrhundert geht der vorliegende Band nach: Der zunehmende Einfluss von Nationalismen, welche sich einsprachig orientierten, hat nämlich zugleich eine zunehmende Blindheit für diese Tradition einer Zwei- und Mehrsprachigkeit erzeugt. Auf diese Blindheit wird hier bewusst nicht mit dem Versuch einer großen, homogenen Überblicksdarstellung geantwortet, sondern mit einer Fülle von Fallbeispielen, welche bereits früher im Praesens Verlag erschienene Studien fortsetzen und ergänzen.
Gedächtnis und Erinnerung in Zentraleuropa
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
Historische Ereignisse werden in Zentraleuropa oft unterschiedlich erinnert, was zu teils diametralen Auslegungen führt. Markante Daten wie die Revolution von 1848, der Umbruch 1918, Nationalsozialismus und Realsozialismus haben jeweils eigene kollektive Gedächtnisse hervorgebracht, die durch den Eisernen Vorhang noch verstärkt wurden. Diese divergierenden Erinnerungen wirken bis heute auf wissenschaftliche Zugangsweisen ein. Das Phänomen des kulturellen Gedächtnisses wird sowohl theoretisch als auch anhand von Fallbeispielen untersucht, die literarische, künstlerische und gesellschaftliche Ausformungen dieser gemeinsamen Erinnerung beleuchten. Es wird hinterfragt, wie und mit welcher Absicht Zuschreibungen entstehen und welche Personen, Denktraditionen und historischen Konstellationen dazu beitragen. Ein zentrales Interesse gilt den Symbolzuschreibungen, die in diesem Prozess bedeutend werden. Darüber hinaus wird eine Diskussion auf der Metaebene angeregt, in der Überschneidungen und Differenzen im wissenschaftlichen Diskurs der zentralenuropäischen Geisteswissenschaften thematisiert werden, einschließlich aktueller theoretischer Konzepte und unterschiedlicher Einschätzungen von Sekundärliteratur.
Proceedings of a conference held at the Lehrstuhl feur Deutschsprachige Literaturen am Germanistischen Institut der Eeotveos Loraand Universiteat Budapest, Nov. 19-21 2009.
Regionalität und Fremde
- 196 Seiten
- 7 Lesestunden
The collection explores the intricate relationship between regionality and the concept of the foreign across various contexts. Contributions examine theoretical frameworks, such as the intersections of regional identity and foreignness, and the implications of these concepts in literature and history. The discussion includes the regionalized nation as articulated by notable literary historians, as well as the perception of Europe as a region during the Middle Ages, highlighting how these ideas manifest in medieval encounters with the foreign. Further essays delve into early modern German pamphlets that reflect regional thinking and images of the other, alongside an analysis of Hungarian representation in German-language calendars around 1800. The exploration extends to the cultural dynamics of Ödenburg in the 19th century and the portrayal of identity in Hungarian press during the same period. The collection also features personal narratives, such as Max Nordau's experiences straddling Budapest and Paris, and examines the experiences of assimilated Jews through theatrical representations. Additionally, it addresses the themes of belonging and alienation in Hungarian-German Heimat literature and critiques authorship concepts related to foreignness during political upheavals. Finally, it considers the foreign gaze on provincial life through the works of contemporary authors, enriching the discourse on regionality and the for