Stefan Brotbeck Bücher





Die Aphorismen von Stefan Brotbeck, im zweiten Band, sind sprachlich schlicht und unprätentiös. Sie regen zum Nachdenken an und bieten tiefgründige Einsichten, die ein Welt- und Menschenbild entfalten. Die Lektüre vereint tiefsinnige Gedanken mit schelmischem Witz und fördert die geistige Unruhe als Motor der Entwicklung.
Gedankenstreiche
Philosophische Miniaturen
Diese Gedankenstreiche entspringen einerseits einem fröhlichen Denken, das Übersehenes oder Untergegangenes im Alltag nachspürt, andererseits einem Denken, das auf Halbheiten und Verdrehungen allergisch reagiert und den Finger auf Fehler legt, die heute problemlos durchgehen. Ein großer Teil der Texte widmet sich den Prämissen und Konsequenzen der Gehirnforschung und der naturwissenschaftlichen Denkweise. Der Autor deckt schonungslos auf, wie hier im Umgang mit Begriffen geschludert wird. Mit Wortgewalt wettert Stefan Brotbeck gegen Versuche, den Menschen in seinen Kopf einzusperren. Seine scharfe, oft heitere philosophische Prosa befreit den Menschen aus dem Geflecht von abstrakten Theorien, seltsamen Experimenten und abenteuerlichen Trugschlüssen und stellt ihn als denkendes, fühlendes und handelndes Wesen wieder her.
Das entzauberte Hirngespinst
- 222 Seiten
- 8 Lesestunden
Die Hirnforschung schreckt mit Aussagen auf wie: 'Wir sind das differenzierte Verhalten einer Menge von Nervenzellen', 'Verschaltungen legen uns fest: Wir sollten aufhören, von Freiheit zu sprechen', und dergleichen mehr. Der Autor greift publikumswirksame Aufhänger der aktuellen neurowissenschaftlichen Debatte auf, um die zugrunde liegenden Annahmen und Voraussetzungen sichtbar zu machen. Die stillschweigenden Voraussetzungen sind der eigentlich 'fragwürdige Punkt'. Sie führen zu gedanklichen Konfusionen, die kaum zu widerlegen sind. Brotbeck entzaubert angeblich wissenschaftliche Thesen einer reduktionistischen Gehirnforschung und zeigt, wie solche Hirngespinste bereits so tief ins Weltanschauliche gesickert sind, dass sie kaum mehr auffallen. Mit Verve und aphoristischer Prägnanz legt er dar, dass sie zu trüben versuchen, was kostbarer nicht sein könnte: klares Denken und aufklärerische Energie. In Frage steht kein Sonderproblem, sondern unser Welt- und Selbstverständnis, die menschliche Existenz: wir selbst.