Diderots Enzyklopädie
- 320 Seiten
- 12 Lesestunden
Denis Diderot war eine prägende Gestalt der französischen Aufklärung, bekannt sowohl für seine philosophischen Untersuchungen als auch für seine literarischen Innovationen. Als Chefredakteur und produktiver Mitarbeiter der Encyclopédie spielte er eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Wissen und der Gestaltung des intellektuellen Diskurses. In seiner fiktionalen Prosa experimentierte Diderot kühn mit Erzählstrukturen, hinterfragte Konventionen und erforschte tiefgreifende Fragen nach freiem Willen und Determinismus. Seine philosophische Haltung, die auf Materialismus und einer Kritik des ungezügelten technologischen Optimismus beruht, bietet bleibende Einblicke in die menschliche Verfassung und den gesellschaftlichen Fortschritt.







Erotische Bibliothek Band 13: Die Nonne von Denis Diderot Sammlung klassischer erotischer Werke der Weltliteratur Die Nonne, ein bedeutendes Werk der Aufklärung, ist ein postum erschienener erotischer Roman von Denis Diderot. Darin berichtet die Nonne Suzanne Simonin aus ihrem Leben als Ordensschwester, dem sie keineswegs zugeneigt ist. So ist sie den Schikanen und Repressalien einer grausamen Äbtissin ausgesetzt und den Scheinheiligkeiten eines religiösen Fanatismus.
Aufklärerische Geschichten
»Wer eine Geschichte erzählt, hat einen, der zuhört; und so kurz die Geschichte auch sein mag, wird kaum ein Zuhörer den Erzähler nicht des öfteren unterbrechen. Darum habe ich in den Text, den Sie jetzt lesen werden – und der keine Erzählung ist, oder eine schlechte Erzählung, falls Sie’s bezweifeln –, eine Person eingeführt, die ungefähr die Rolle des Lesers spielt; und ich beginne: …« Als einer der großen Aufklärer ist er uns bekannt, seine Artikel haben »Eifersucht«, »Enthaltsamkeit« und »Scharlatanerie« enzyklopädisch fixiert. Doch als plaudernder Erzähler verstand er es auch, anschaulich von dem zu erzählen, was sich in den oft verzwickten Beziehungen der Menschen abspielt: ob zwischen Mann und Frau oder im schwierigen Verhältnis des Mannes zu seinem Schlafrock. Mit spitzer Feder brachte er Unordnung in die Wertevorstellungen des 18. Jahrhunderts – und setzte sein Aufklärungswerk in Geschichten fort. Eine Auswahl seiner denkwürdigsten Erzählungen versammeln wir unter dem Titel Dies ist keine Erzählung.
Denis Diderot, der vielleicht klügste, sicher aber heiterste und menschlichste der französischen Aufklärer, schenkte uns mit seinem Roman 'Jacques der Fatalist und sein Herr' die Summe seiner ironischen Beschäftigung mit Philosophie und Ästhetik. Diderot sprüht vor Erzähllust und schickt sein Protagonistenpaar, das an Don Quijote und Sancho Pansa erinnert, auf eine Reise durch Frankreich. Die beiden erörtern auf geistreiche Weise unablässig philosophische Fragen während sie reiten und rasten, in Wirtshäusern einkehren, dort mit anderen reden und bis tief in die Nacht Wein trinken. Hinrich Schmidt-Henkel schöpft in seiner Neuübersetzung die Lakonie und den pointierten Rhythmus des Originals voll aus und bietet dem Leser die Möglichkeit, Diderot als Zeitgenossen zu lesen
Im Jahr 1758 kämpft die Nonne Marguerite Delamarre in einem aufsehenerregenden Prozess um die Aufhebung ihres Gelübdes. Diderot und sein Freund Friedrich Melchior Grimm sind von diesem Vorgang fasziniert und verfassen einen fiktiven Brief der vermeintlich geflohenen Nonne an ihren Freund, den Marquis de Croismare, in dem sie um Hilfe bittet. Aus diesem makaberen Scherz entsteht 1760 Diderots Roman, der zu seinen Lebzeiten jedoch nicht veröffentlicht wird. Erst 1792 erscheint eine anonyme deutsche Übersetzung, gefolgt von der Veröffentlichung des französischen Originals im Jahr 1796, zwölf Jahre nach Diderots Tod. Die zeitgenössische Rezeption ist turbulent; im Meyers Konversations-Lexikon von 1906 wird der "Naturalismus" des Romans als "empörend" empfunden. Die Aufführung der weitgehend werkgetreuen Verfilmung von 1966 wird zunächst verboten. Die erste Druckausgabe erfolgt 1796 in Paris, die erste deutsche Übersetzung anonym 1797 in Zürich. Eine vollständige Neuausgabe mit einer Biografie des Autors, herausgegeben von Karl-Maria Guth, erscheint 2015 in Berlin. Die Textgrundlage ist die Ausgabe von Wilhelm Thal, Dritte Auflage, Stuttgart, und die Paginierung dieser Ausgabe wird in der Neuausgabe zeilengenau mitgeführt. Die Umschlaggestaltung stammt von Thomas Schultz-Overhage, basierend auf einem Bild von Joaquin Sorolla y Bastida.
Ein Dialog
Übersetzung von Johann Wolfgang von Goethe, herausgegeben und mit Nachwort von Horst Günther, illustriert von Antoine Watteau.