Das Magazin4 – Bregenzer Kunstverein war für die Dauer von zwei Jahren Gastgeber für das kuratorische Experiment »six memos for the next …«. Ziel war es, Inszenierung und Vermittlung von Kunst neu zu befragen. Kunstwerk und Ausstellung sollten dabei als sinnliche Ereignisse ins Zentrum rücken, ohne an gesellschaftspolitischer Relevanz zu verlieren. Sechs Begriffe, die wie der Projekttitel einem Buch Italo Calvinos entliehen waren, gaben hierfür sechs Perspektiven: Leichtigkeit, Schnelligkeit, Genauigkeit, Anschaulichkeit, Vielschichtigkeit und Beständigkeit; sechs Kuratoren waren als Team für die Konzeption und Umsetzung verantwortlich.
Werke 2002-2011 ; [Anlässlich des Columbus-Förderpreis für aktuelle Kunst 2008 - 2011]
248 Seiten
9 Lesestunden
Die Video-Arbeiten von Anna Witt basieren auf Handlungen, die den Betrachter mit Bildern konfrontieren. Sie zeigen meist performative Eingriffe in öffentlichen Räumen, wobei die Künstlerin selbst agiert oder Passanten einlädt, aktiv zu werden. Mit unvoreingenommenem Interesse schafft Witt spielerische Situationen und fördert gemeinschaftliche Interaktion. Ihre Methode besteht darin, „Personen einen Handlungsraum zur Verfügung zu stellen, den diese selbst gestalten können“. Oft werden diese Handlungen durch verbale und non-verbale Sprechakte ergänzt, die Denkräume für grundlegende Neudefinitionen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens öffnen. Anna Witt war von 2008 bis 2011 Teil des Columbus-Förderprojekts für aktuelle Kunst, dessen Abschluss eine große Einzelausstellung im „Magazin4 – Bregenzer Kunstverein“ und das vorliegende Buch markiert. Neben der Dokumentation der Bregenzer Ausstellung konzentriert sich das Buch auf ein Werkverzeichnis, das die ersten zehn Jahre von Witts künstlerischem Schaffen umfassend darstellt. Ein ausführliches Gespräch zwischen Anna Witt und Andreas Schlaegel behandelt relevante Themen und Fragen. Das Rückcover enthält eine DVD mit einer Auswahl von zehn Arbeiten. Das Buch bietet Einblicke in die Entwicklung eines OEuvres, das sich präzise mit den Brennpunkten gesellschaftlichen Zusammenlebens auseinandersetzt.