Den Elefantenhain des Tempels zu Guruvayur, Kerala, betritt nächtens Susima, der „Schwarze Makhna“. Bedächtig den Rüssel schwenkend, berichtet er den staunenden Artgenossen von seinem gleichnamigen Urahnen, dem Lieblingselefanten des legendären indischen Kaisers Aschoka. Er spricht von wundersamen Dingen: vom Indienzug Alexanders, gestoppt von Elefanten; von Gautama Buddha, dem Erleuchteten und ersten Menschen, der die Elefantensprache verstand; vom blutigen Krieg des „Götterlieblings“ Aschoka gegen die Kalinga und von seiner Bekehrung zu einem friedliebenden Herrscher, der die erste und einzige pazifistische Staatsdoktrin in der Geschichte der Menschheit aufzeichnen ließ. So entsteht in einer charmanten Tierparabel, wie sie seit Tolstois „Leinwandmesser“ nicht ihresgleichen hatte, vor dem Auge des Lesers ein verblüffend phantastisches und akkurates Sozialgemälde der frühindischen Gesellschaft: Porträt einer Zeit, die weit aufgeklärter war, als der angeblich fortschrittliche Okzident es ihr je - und insbesondere heute - zugestanden hätte.
Thorsten Becker Bücher






«Ein Meister der Reanimation historischer Personen.» Deutschlandradio Kultur Martin Luther privat: In Thorsten Beckers Roman schauen wir dem Reformator über die Schulter, wenn er die Bibel ins Deutsche übersetzt, begleiten ihn, als er in den Bauernkrieg zieht, und sind Gäste auf seiner Hochzeit mit «Käthchen», Katharina von Bora. Ein Porträt und Epochenbild, auf originelle Art gespiegelt im Blick eines modernen Erzählers.
geboren 1958 in Oberlahnstein, wuchs in Köln auf, studierte Philosophie, Geschichte, Soziologie und Theaterwissenschaft. Polyglott, Weltenbummler, lebt manchmal in Berlin. Zu seinem vielfach, u. a. mit dem FAZ-Literaturpreis und dem Premio Grinzane Cavour, ausgezeichneten Werk zählen „Die Bürgschaft“, „Tagebuch der Arabischen Reise, darin der Briefwechsel mit Goethe“, „Mitte“ und „Schönes Deutschland“.
Thorsten Becker präsentiert einen zeitkritischen Roman, der sich mit Kunst und deren Entwicklung beschäftigt. In der Rolle eines Schiffskochs kämpft er mit verschiedenen Herausforderungen, um sowohl als Koch als auch als Seefahrer Meisterschaft zu erlangen.
Die Nase
- 204 Seiten
- 8 Lesestunden
Der im Jahre 2015 wiedererstandene Honecker begeistert die Massen und beendet den deutschen Einheitsspuk
Fritz
- 398 Seiten
- 14 Lesestunden
Friedrich der Große wird lebendig – in einem Romanprojekt der Brüder Mann Der Roman, den Heinrich und Thomas Mann über den faszinierenden Preußenkönig Friedrich II. planten, wurde nie geschrieben. Thorsten Becker holt das literarisch Versäumte nach: Er lässt die ungleichen Brüder reden und streiten über Persönliches und Weltpolitisches, dass es nur so raucht über den Schlachtfeldern der großen preußischen Expansion. Vor allem der Alte Fritz selbst, über den man alles zu wissen glaubt, wird dabei scharf umrissen: sein aufgeklärter Despotismus, sein Kunstsinn, seine versteckte Homosexualität, sein Franzosentum und sein literarischer Esprit. „Nicht nur eine glänzende Stilparodie, sondern ein unterhaltsames Stück alternativer Literaturgeschichte.“ (Der Spiegel)
Trauma, Dissoziation und Inspiration
Michaela Huber zum 70. Geburtstag
Mitte
- 306 Seiten
- 11 Lesestunden



