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Zur Identität des alten Europas an der Schwelle zur Moderne gehört eine tendenziell demokratische Bildkultur, die von den gegenrevolutionären und nationalstaatlichen Bewegungen des 19. Jahrhunderts verdrängt wurde und heute weitgehend vergessen ist. Es handelt sich um eine länderübergreifende politische Symbolsprache vielfältiger visueller Topoi in den oft namenlosen Werken der vernachlässigten Gebrauchsgraphik. Diese Bildkultur stellte didaktisch dar, was Despotismus und Freiheit bedeuteten, wie Fortschritt und Reaktion sowie Pressefreiheit und Zensur zueinander standen. Sie drückte politische Gesinnungen in Physiognomie, Körper und Kleidung aus und unterschied zwischen der bürgerlichen und der roten Republik. Zudem politisierte sie traditionelle religiöse und mythologische Figuren wie den hl. Georg und Diogenes und schuf neue Symbolfiguren wie den Aristokraten, den Sansculotten und den Blusenmann. In der Französischen Revolution aus älteren und aktuellen Elementen geformt, verbreitete sich diese politische Zeichensprache im Laufe eines Jahrhunderts europaweit durch massenhaft produzierte Printmedien wie fliegende Blätter und illustrierte Journale. Die Bildsprache entwickelte sich durch anspielungsreiche Bild-Filiationen in Form von wörtlichen Zitaten, Adaptionen oder Verkehrungen, die sich anhand einzelner Bildmotive verfolgen lassen.
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Lexikon der Revolutions-Ikonographie in der europäischen Druckgraphik,
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- 2017
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