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In den letzten Jahrzehnten hat das Interesse am Denken des italienischen Rechtswissenschaftlers und Philosophen Emilio Betti zugenommen, insbesondere im Bereich der kunsthistorischen Hermeneutik. Eine zentrale Schrift in diesem Kontext stammt von Hans Sedlmayr, einem bedeutenden Kunsthistoriker der „Neuen Wiener Schule“, in der Bettis Hermeneutik zur Interpretation bildender Kunst herangezogen wird. Obwohl dies der einzige Beitrag ist, in dem Betti erwähnt wird, sind die Hinweise auf seine Theorie so zahlreich, dass er als der wichtigste Dialogpartner Sedlmayrs gilt. Betti war ein aufmerksamer Leser Sedlmayrs und sah in ihm eine Quelle vielfältiger Anregungen, insbesondere in Bezug auf moderne Kunst in seinem Hauptwerk Teoria generale della interpretazione. Diese Verbindung zwischen den beiden Denkern ist bislang unbeachtet geblieben. Weder in der Betti-Rezeption noch in der Sedlmayr-Forschung wurde erkannt, dass sie, wenn auch unabhängig, einen Dialog auf Distanz führten. Die vorliegende Monographie untersucht diese Auseinandersetzung sowohl historisch als auch theoretisch. Sie versteht sich als Beitrag zur internationalen Debatte über die Bedeutung der Hermeneutik für die Geisteswissenschaften, basierend auf erkenntniskritischen Fragestellungen.
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Hermeneutik und Kunstwissenschaft, Luca Vargiu
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- 2017
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