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Die vorliegende Arbeit behandelt das komplexe Thema der Einsamkeit, nicht als Isolation oder soziale Desintegration, sondern als kulturelle Praxis im Kontext der „Selbsttechnik“. Der Autor untersucht den Zusammenhang zwischen selbstinduzierter Einsamkeit und bestimmten körperlich-sexuellen Dispositionen, wie etwa unsicherer Geschlechtsidentität, anhand der Biografien von Jean-Jacques Rousseau und Friedrich Nietzsche. Die methodischen Ansprüche sind hoch, da die beiden Referenzautoren zu den meistkommentierten Intellektuellen des 18. und 19. Jahrhunderts zählen. Die Arbeit strebt an, eine innovative Theorie der Individualisierung als Kulturtechnik zu entwickeln und riskiert, die komplexe Verbindung zwischen biografischer Forschung, hermeneutischer Textexegese und einer übergreifenden Hypothese nicht vollständig zu erfüllen. Besonders hervorzuheben ist das dritte Kapitel, in dem der Autor ein originelles Theoriesegment präsentiert, indem er Michael Balints Typentheorie aus „Angstlust und Regression“ mit seinen Überlegungen zur Einsamkeit verknüpft. Dabei wird die Differenz zwischen Einsamkeitslust und Einsamkeitsfurcht auf die Lebens- und Produktionsgeschichte von Rousseau und Nietzsche angewendet.
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In der Höhle des Innerlichen, Ralph Wall
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- 1998
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