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The map and the territory

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Traces the experiences of artist Jed Martin, who rises to international success as a portrait photographer before helping to solve a heinous crime that has lasting repercussions for his loved ones.

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The map and the territory, Michel Houellebecq

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2011
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Der Fokus des Buches verschiebt sich stark zu Kunst, Geld, Alter und Vater-Sohn-Dynamik, während der notorische H.-Sex und die offen depressive Selbstzerlegung eher gedrosselt sind. Die Misère sexuelle und das "mal de vivre" sind zwar da, aber mehr als Hintergrundrauschen einer kapitalistisch durchdesignten Welt, weniger als dauernder Skandal‑Motor wie in AdKZ, PF und ET. H. hängt obsessiv an der französischen Geographie, am "corps social" Frankreichs, an seinen Supermärkten, Provinzen, Architekten, Medienclowns; KuG kreist sehr explizit um Frankreich als touristisches Paradies und um die französische Kunst‑ und Medienblase. Seine Analyse beansprucht den Westen insgesamt, aber die konkreten Referenzen - Philosophen, Maler, Architekten, Fernsehgesichter - sind tief im französischen Kontext verankert und für Nicht‑Franzosen oft namenloses Rauschen. Als Franzosen‑Roman über ein spezifisches Milieu funktioniert das sehr stark, aber wenn man eher eine transnationale, weniger pariszentrische Referenzlandschaft erwartet, wirkt es fast wie eine geschlossene Soziotop‑Studie, in die der Leser von außen hineinguckt. In KuG passt diese Binnenfixierung immerhin zum Programm: ein Künstler, der Frankreich kartiert, eine Nation, die zur durchkommodifizierten Kulisse wird, und ein Autor, der seine eigene Figur samt literarischem Netzwerk in genau dieses Territorium einzeichnet.