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Professor Montag findet in den Unterlagen seiner Frau eine vorformulierte Todesanzeige für den Fall seines Ablebens. Nach einer Operation kann er nicht mit ihr über diesen Fund sprechen, spürt jedoch eine unbenennbare Veränderung in ihrer Beziehung. Trotz innerer Spannungen plant er die jährliche Urlaubsreise, die die gesamte Familie nach Triest führt. Die Familie ist von unterschwelligen Konflikten geprägt, die meisterhaft durch feine Nuancen beschrieben werden. Unterdrückte Gefühle, ungelöste Probleme und gesellschaftliche Erwartungen an den alten Mann, der bald sterben soll, dominieren die Reise. Im Kontrast dazu stehen Montags lebensbejahende Empfindungen, die durch Metaphern von Weite und Unruhe zum Ausdruck kommen. Die Reise endet am Capo d'Orlando, einem Felsen, der ins Meer führt. Vier Monate später stellt seine Frau Irene fest, dass er während der Reise verschwunden ist. Wie in einer vorherigen Erzählung thematisiert auch diese Geschichte Fluchten aus Lebenskrisen, die die Menschen ihrer Lebendigkeit berauben. Anders als im anderen Werk bleibt hier unklar, ob Montag noch lebt. Der Autor schafft es, mit wenigen Worten die Rätselhaftigkeit der menschlichen Existenz zu erfassen. Die präzise Sprache und die Andeutungen laden den Leser ein, die dargestellten Probleme weiterzudenken. Diese Erzählminiatur beleuchtet alltägliche Herausforderungen und ist sehr empfehlenswert.
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Die Reise nach Triest, Hartmut Lange
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- Erscheinungsdatum
- 1993
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- (Paperback),
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